Kinderleichter Austausch

Neue Armaturen für Küche und Bad: So einfach geht‘s

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Der Wasserhahn tropft und sieht nicht mehr schön aus? Dann muss ein neuer her! Egal, ob im Bad oder in der Küche: Armaturen kann man ganz einfach selbst austauschen.

Zu einem schönen Badezimmer oder einer modernen Küche gehören auch stylische Armaturen. Wenn die alte verkalkt und rostig ist oder einfach nicht mehr den heutigen Ansprüchen entspricht, sollte man über eine neue nachdenken. In Baumärkten und im Internet ist die Auswahl an Armaturen groß. Doch wer tauscht die alte gegen die neue aus? Muss das ein Klempner erledigen? Mit ein paar Handgriffen und dem richtigen Werkzeug kann man das sogar selber machen. 

Ein wenig Werkzeug

Viele Werkzeuge, die man für den Austausch benötigt, sind in jedem guten Werkzeugkasten vorhanden. Andernfalls hält jeder Baumarkt die nötigen Werkzeuge bereit. Dazu gehört eine Wasserpumpenzange, oft verwechselt mit einer Rohrzange. Des Weiteren wird eine Armaturenzange benötigt. Diese Zangen werden zum Befestigen der Armatur an das Eckventil benötigt. Ein Standhahn- oder Ratschenschlüssel ist wichtig, um später die Armatur mit dem Waschbecken fest verschrauben zu können.

Rohrdurchmesser, Schrauben und Muttern sind entsprechend genormt, dennoch sollte man gerade in älteren Gebäuden und beim Abmontieren älterer Armaturen genau auf die Größen achten, damit man auch die richtigen Werkzeuge kauft. Eine Umrechnungstabelle für Gewinde- und Rohrgrößen in Zoll hilft hier weiter.

Mit einer Rohrrund- oder Zylinderbürste können beim Abmontieren der alten Armatur Ablagerungen entfernt werden, zum Entfernen von Silikon und Dichtungsmasse nimmt man am besten ein Teppichmesser. Dichtungspaste, Hanf und Dichtungsband können nach der Installation der neuen Armatur verwendet werden, wenn die Wasseranschlüsse undicht sind.

Weg mit der alten Armatur

Zuerst muss die alte Armatur abmontiert werden. Aber nicht ohne das Wasser vorher abzustellen. Man kann entweder den Haupthahn oder die Eckventile unter dem Waschbecken abdrehen. Bevor es danach losgehen kann, sollte man aber nochmal überprüfen, ob tatsächlich kein Wasser mehr austreten kann und den Hahn öffnen. Bevor man nun die alte Armatur entfernt, stellt man einen Eimer unter den Waschtisch, da beim Abmontieren bzw. dem Entfernen der Zuleitungsschläuche noch Wasser austreten kann. Man beginnt nun, unter dem Waschtisch die Befestigung zwischen Armatur und Becken zu lösen. Mit dem Standhahnschlüssel löst man die Ringmutter, so dass sich die Armatur löst. Danach schraubt man die Schläuche von den Wasseranschlüssen ab, so dass der Rest Wasser in den Eimer laufen kann.

Jetzt braucht man nur noch den alten Wasserhahn mit den Anschlussschläuchen oben aus dem Waschbecken herauszuziehen. Den Dichtungsring, Dichtungspaste und Silikonreste kann man anschließend mit dem Teppichmesser vorsichtig vom Waschbecken entfernen, damit die Aussparung zum Einsetzen der neuen Armatur wieder sauber ist. Mit einer Rohrrund- oder Zylinderbürste können hartnäckigere Verschmutzungen beseitigt werden.

Die neue Armatur anbringen

Durch die Aussparung im Waschbecken führt man nun die neue Armatur. Zuerst steckt man die Gummidichtung der neuen Armatur durch die Schläuche der Armatur. Anschließend werden die Schläuche mit den Befestigungsschrauben von oben nach unten durch die Aussparung des Waschbeckens geführt. Nun steckt man von unten noch eine Unterlegscheibe durch die Schläuche und schraubt dann ebenfalls von unten die passende Mutter durch das lange Gewinde unter der Armatur. Die Mutter wird noch nicht richtig festgedreht, damit die Armatur später noch ausgerichtet werden kann.

Anschluss an die Wasserversorgung 

Nun werden die Schläuche der Armatur an die Wasserversorgung angeschlossen, sprich an die Eckventile geschraubt. Mit dem Maulschlüssel, der Wasserpumpenzange und der Armaturenzange kann man alle Arbeitsschritte meistern, damit hinterher alles richtig fest verschraubt ist und auch keine Verschraubungen durch nicht passende Werkzeuge beschädigt werden. Unbedingt darauf achten, dass die Kalt- und Warmwasserzuleitungen nicht miteinander verwechselt werden. Auch sollten die Schläuche nicht geknickt oder verdreht werden, damit das Wasser problemlos durchlaufen kann und die Schläuche nicht beschädigt werden.

Besonderheit Niederdruckarmatur

Bei der Installation einer Niederdruckarmatur befindet sich unter dem Waschbecken ein Niederdruckspeicher, der an das Stromnetz angeschlossen ist. Hier werden die Schläuche der alten Armatur natürlich vorher wie oben beschrieben entfernt, wozu der Netzstecker des Speichers herausgezogen werden sollte. 

Die Niederdruckarmatur hat gleich drei Zuleitungsschläuche, die farblich gekennzeichnet sind: Blau oder A, weiß oder B und rot bzw. C. Die blau oder mit A markierte Zuleitung wird auf das Eckventil in der Wand angeschraubt. Der weiß oder mit B und rot bzw. mit C beschriftete Schlauch wird an die entsprechenden Anschlüsse des Speichers angeschlossen. Auch hier, wie bereits beschrieben, die Schläuche nicht knicken sowie die passenden Werkzeuge verwenden und die Anschlüsse damit fest verschrauben, damit hinterher alles dicht ist.

Armaturen in Dusche und Badewanne 

In Badewannen oder Duschbädern werden keine Zuleitungsschläuche verwendet. Hier wird die Armatur einfach auf die Gewinde aufgeschraubt. Die Rosetten einfach vorher über die S-Bögen ziehen bzw. festschrauben. Wer die S-Bögen ebenfalls auswechseln möchte, schraubt diese einfach mit der Armaturenzange ab, was etwas schwer gehen könnte. Wenn man das geschafft hat, werden die Innengewinde in der Wand zunächst gereinigt. Hier hat sich möglicherweise Dichtungsmasse oder Hanf von der vorherigen Installation abgesetzt. Saubere Gewinde erleichtern später das Anschrauben der neuen S-Bögen und sorgen für die nötige Dichte. 

Die beiden versetzten Gewinde der neuen S-Bögen können nun in die Gewinde der Wasserzuleitung in der Wand verschraubt werden. Dazu wird das kleinere ½-Zoll-Gewinde in die Wand eingeschraubt. Es empfiehlt sich, dieses Gewinde vorher mit Hanf zu umwickeln, damit sich beim Anschrauben der Armatur die S-Bögen beim Einschrauben nicht mitdrehen können und somit möglicherweise nicht richtig dicht werden.

Das kleine Gewinde kann man noch mit einer Säge anrauen, damit das Hanf besser darauf greift. Das Hanf unbedingt vorher glattstreichen, aber nicht rollen. Den Hanf von vorne nach hinten auf das Gewinde wickeln, anschließend eine zweite Lage in umgekehrter Richtung. Mit Neo Fermit nun den umwickelten Hanf einfetten, damit er über die Jahre nicht austrocknet. Dann die S-Bögen mit dem Hanf mit Hilfe der Armaturenzange in die Wand schrauben. Dabei den Abstand zur Wand auf beiden Seiten gleichmäßig halten, was man mit einem Zollstock nachmessen kann. Die S-Bögen werden dann noch so ausgerichtet, dass die Abstände passen und die Armatur richtig aufgeschraubt werden kann.

Aber auch die neuen Rosetten müssen passen und die Öffnungen in der Wand vollständig abdecken. Wenn alles passend ausgerichtet ist, einfach die Armatur aufschrauben. Dichtungen sind in den beiden Muttern der Armatur bereits vorhanden, die beim Aufschrauben mit angebracht werden. Bevor nun noch ein Brauseschlauch mit Brausekopf an die Armatur angeschraubt wird, erst einmal das Wasser laufen lassen, damit Verunreinigungen herausgespült werden und nicht im Brausekopf absetzen.

Letzte Schritte: Wasser Marsch 

Wenn die Armatur fertig angeschlossen wurde, kann man testen, ob alles richtig funktioniert. Hierzu sollte man eine zweite Person hinzuziehen, besonders, wenn man den Haupthahn abgedreht hat, der sich möglicherweise im Keller und nicht unmittelbar unter dem Waschbecken befindet. Derjenige kann die Zuleitung auf- und auf Zuruf auch schnell wieder abdrehen, falls etwas undicht sein sollte. Nachdem der Haupthahn oder das Eckventil aufgedreht wurde, dreht man separat das warme und das kalte Wasser mit dem Hebelmischer auf. Dann mischt man beide Temperaturen miteinander. Wenn in beiden Fällen kein Wasser aus den Zuleitungsschläuchen oder den Anschlüssen unter dem Waschbecken herausläuft, ist alles dicht und richtig angeschlossen. Sollte aus den Anschlüssen Wasser austreten, kann man nun mit Dichtungsmasse abdichten und zusätzlich Dichtungsband drumherum wickeln.

Zum Schluss wird nun noch die Armatur ausgerichtet und anschließend mit dem Ratschen- oder Standhahnschlüssel unterhalb des Waschbeckens festgeschraubt. Nun noch einmal testen, ob alles funktioniert und abgedichtet ist.

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