Formalitäten beim Umzug

Formalitäten beim Umzug: Einiges wird oft vergessen

+
Wenn der Umzug ansteht, sind oft auch viele Formalitäten zu erledigen. doch was gehört eigentlich dazu?

Ein Umzug bedeutet immer Stress. Aus diesem Grund werden Formalitäten mitunter leicht vergessen. Doch was ist dabei besonders wichtig?

Wer umzieht, der muss an unzählige Dinge denken. Die wichtigsten drehen sich natürlich um den eigenen Hausstand, aber auch Telefon, Internet, Strom und Versicherungen gehören mit auf die Checkliste der möglichst nicht zu vergessenden Dinge. Andere Formalitäten hingegen gehen schnell unter. Natürlich, jeder merkt, wenn das Internet nicht funktioniert, doch wer merkt schon, dass die Ummeldung vergessen wurde? Und bis wann muss das Auto umgemeldet werden? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

Ummeldung: deutlich strengere Regeln

Gerade bei Ämtern und Behörden ist das persönliche Vorstellen wichtig. Früher war es so, dass Bürger durchaus Zeit hatten, um sich umzumelden, doch heute ist es längst nicht mehr der Fall:

  • Frist - binnen von 14 Tagen müssen sich Bürger nach einem Umzug ummelden. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Umzug innerhalb einer Stadt oder nicht stattfindet. Auch die Städte mit Ausnahmeregelungen erwarten die rasche Ummeldung. Der Termin darf zwar außerhalb der Frist liegen, der Bürger muss aber innerhalb der Frist einen Termin vereinbaren.
  • Frist ab wann? - die Frist beginnt mit dem Tag, an dem der Mietvertrag gilt. Eine Ausnahme besteht dann, wenn der Umzug erst später erfolgt.
  • Ordnungsgeld - Behörden können ein Ordnungsgeld verhängen, wenn die Frist nicht eingehalten wird. Die Höhe ist unterschiedlich und richtet sich nach der Länge des Fristablaufs.

Bei der Ummeldung ist es übrigens nicht nötig, den alten Wohnsitz abzumelden. Dies geschieht automatisch. Und was wird für die Ummeldung benötigt? Ein Überblick:

  • Ausweispapiere - es ist ein gültiger Reisepass, Personalausweis oder Kinderausweis notwendig. Für die Ummeldung mehrerer Personen müssen all diese Unterlagen vorliegen.
  • Vermieterbestätigung - mittlerweile ist eine Vermieterbestätigung notwendig. Sie muss zusätzlich zum Mietvertrag ausgestellt werden. Es reicht also nicht, nur den Mietvertrag mitzunehmen.
  • Vollmachten - werden weitere volljährige Personen, beispielsweise der Lebenspartner, umgemeldet, ohne den Termin persönlich wahrzunehmen, ist eine Vollmacht notwendig.

In einigen Städten ist es möglich, eine Ummeldung online durchzuführen. Dennoch muss ein weiterer Termin ausgemacht werden, da die Adresse auf dem Ausweis geändert werden muss.

Ein wenig anders verhält es sich mit dem Finanzamt. Sicherlich ist es ratsam, beim Umzug in eine andere Stadt das alte Finanzamt zu informieren, doch gilt dies überwiegend für Selbstständige. Ansonsten wird der Umzug schlichtweg mit der nächsten Steuererklärung gemeldet, da die Steuer-ID ohnehin nachzuvollziehen ist.

Achtung: Wer Sozialleistungen bezieht, der muss schon vor dem Umzug die Adressänderungen mitteilen. Bei Verspätungen ist damit zu rechnen, dass die Gelder ebenfalls verspätet eingehen.

Auch das Auto zieht um: Kfz ummelden

Auch das Fahrzeug muss unter Umständen umgemeldet werden. Eine Ausnahme gibt es bei Fahrzeugen, die auf eine andere Person, beispielsweise ein Elternteil laufen. Allgemein gilt:

  • Frist - die Ummeldung muss unverzüglich, beziehungsweise binnen zwei Wochen, geschehen. Anderenfalls können Bußgelder verhängt werden.
  • Online - mittlerweile können Autos über die Online-Zulassung auch umgemeldet werden. Dafür sind der elektronische Personalausweis, wahlweise die Ausweis-App 2, ein Sicherheitscode und sämtliche Fahrzeugdaten notwendig.
  • Nummernschild? - seit 2015 kann das alte Nummernschild weiterhin genutzt werden, auch wenn der Umzug in eine andere Stadt führt. Das Nummernschild wird nun erst beim Austausch des Wagens ungültig.

Zwischen 15 - 30 Euro kosten die Ummeldungen von Kfz laut Verivox in der Regel. Kommt ein Nummernschild hinzu, erhöhen sich die Gebühren.

Wichtige Verträge ummelden

Wer schon dabei ist, sich umzumelden, der sollte auch seine Verträge prüfen. Denn auch hier gilt, dass zumindest die Information angebracht ist. Ein Überblick:

  • Kfz-Versicherung – sie muss unbedingt informiert werden, da sich durch den Umzug auch die Beiträge ändern können. Übrigens bedeutet eine Beitragserhöhung wegen Umzug nicht, dass der Halter frühzeitig fristlos kündigen darf. Der eigene Umzug ermöglicht keine Sonderkündigung.
  • Banken – sie sollten ebenfalls über den Umzug informiert werden. In Zeiten des Onlinebankings werden Konten nicht mehr oft aufgelöst und zum neuen Wohnort transferiert, dennoch ist die Adressänderung notwendig. Dies kann aber durchaus im Onlinebanking-Account geschehen.
  • Telefon – auch der Anschluss muss umgemeldet werden. Das geschieht zwar in der Regel direkt, da er am neuen Wohnort weiterhin genutzt werden soll, doch wer den Anschluss nicht mitnimmt, muss auch an die rechtzeitige Kündigung denken.
  • Strom – auch hier gilt: Wer seinen Vertrag mitnehmen möchte, der muss dem Stromanbieter nicht nur die neue Adresse, sondern die neue Zählernummer mitteilen. Zugleich ist die Endablesung am alten Wohnsitz notwendig. Je nach Vertrag ist es übrigens möglich, frühzeitig aus dem Stromvertrag entlassen zu werden.
  • Versicherungen – Haftpflichtversicherungen, ganz besonders aber die Hausratversicherung müssen über den Umzug informiert werden. Hierbei geht es wieder um den Versicherungsschutz, denn gerade die Hausratversicherung kann sich mit auf den Wohnraum beziehen.

Weitere Dienste – bei vielen weiteren Diensten sollten nach und nach die Adressdaten im Kundencenter geändert werden. Dies trifft insbesondere auf Dienste zu, zu denen ohnehin nur virtueller Kontakt besteht.

Hundebesitzer müssen sich gerade bei einem Umzug in andere Städte oder Regionen darüber informieren, welche Regeln für die Hundehaltung bestehen. Die Anmeldung des Hundes bei der Stadt bezüglich der Hundesteuer ist ohnehin gängig, doch gibt es Städte, die zugleich Tierhalterhaftpflichtversicherungen erwarten. Zugleich behandelt Städte und Kommunen manche Hunderassen unterschiedlich. Es kann somit gut sein, dass der Hund plötzlich vollständig leinenpflichtig ist. Auch eine Befreiung von der Hundesteuer bei Adoption aus dem Tierheim ist nicht ausgeschlossen.

Auch die treuen vierbeinigen Freunde müssen mit umgemeldet werden. Dies ist wegen der Hundesteuer unumgänglich.

Fazit - Behördengänge fest einplanen

Wer umzieht, der sollte sogleich den ersten freien Tag dazu nutzen, die notwendigen Behördengänge durchzuführen. Vielerorts befinden sich Kfz-Zulassungen im selben Gebäude wie das Bürgerbüro, sodass Mehrfahrten oder größere Umwege entfallen. Gut ist, sich schon vorab online einen Termin geben zu lassen. Nicht nur lassen sich die Termine so bestens aufeinander abstimmen, die Wartezeit entfällt auch. Und sollte kein Termin innerhalb der Frist frei sein, gibt es einen direkten Nachweis, an welchem Tag ein Termin gebucht worden ist. Dies bestätigen die Bürgerämter übrigens meist auch problemlos.

Kommentare