Ende Oktober

Die Zeitumstellung naht – doch was bedeutet das in der Praxis?

Ende Oktober ist es wieder soweit. Dann wird aus der in Deutschland geltenden MESZ die MEZ. Da heißt: Am 25. Oktober werden nachts die Uhren umgestellt.
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Ende Oktober ist es wieder soweit. Dann wird aus der in Deutschland geltenden MESZ die MEZ. Da heißt: Am 25. Oktober werden nachts die Uhren umgestellt.

Ende Oktober ist wieder soweit: Dann wird um 3 Uhr nachts an der Uhr gedreht – und zwar nicht etwa zum Spaß, sondern weil dann die Uhren in Deutschland wieder in Winterzeit ticken. 

Am Sonntag, den 25. Oktober, wird der Zeiger also von der 3 Uhr auf die 2 Uhr gestellt. Dann tickt Deutschland wieder im MEZ-Rhythmus, also herrscht auch in Ludwigshafen und Umgebung wieder die normale Mitteleuropäische Zeit. Was die Zeitumstellung bedeutet und wie es aktuell um die Diskussion steht, das Umstellen der Zeit von Winter- auf Sommerzeit und zurück abzuschaffen, verrät diese Beitrag.

Diese Effekte hat die Umstellung auf die Winterzeit

Die Gespräche darüber, ob es sinnvoll oder sinnlos ist, die Uhrzeit zweimal jährlich umzustellen, kommt nicht von ungefähr. Schließlich gibt es Fürsprecher, die für eine turnusmäßige Zeitumstellung sind, und Gegner, die die Uhr am liebsten unberührt lassen würden. Die folgenden Effekte hat die Zeitumstellung wirklich.

Im Winter ist der Lichtbedarf generell höher

Grundsätzlich ist es so, dass in den Wintermonaten der Bedarf an Licht steigt. Das hat zum einen ganz praktische Gründe, denn nur im Licht lassen sich die Anforderungen des täglichen Lebens bestreiten – wie etwa Kochen, Waschen, Anziehen, Saubermachen und auch Arbeiten –, allerdings meldet aber auch der Körper selbst einen erhöhten Bedarf an Licht – im Idealfall allerdings fordert er natürliches Licht ein. Um diesem Lichtbedarf des Körpers gut gerecht zu werden, empfehlen Experten, viel Zeit an der frischen Luft und damit am Tageslicht zu verbringen. Eine Tageslichtlampe könnte beispielsweise dann zum Einsatz kommen, wenn die mangelnde Helligkeit sich aufs Gemüt schlägt.

Abbildung 2: Um morgens schneller fit zu werden, kann die Änderung der Lichtauswahl helfen. In Küche und Bad hilft kühles Licht mit 5000 Kelvin beim Start in den Tag.

Darüber hinaus gibt es auch für die Heimbeleuchtung ein paar Kniffe, die hilfreich sein können. Das passende Equipment dazu gibt es unter gluehbirne.de

  • Das Licht in Wohnräumen sollte in mehreren Zonen leuchten: Eine Grundbeleuchtung stellt die Orientierung im Raum sicher, das Zonenlicht sorgt für die perfekte Ausleuchtung von Ess- oder Arbeitsbereich und das Stimmungslicht sorgt für das passende Ambiente.
  • Verschiedene Lichttemperaturen helfen dem Körper dabei, auch in den trüben Wintermonaten aktiv zu werden: Leuchtmittel mit 5000 Kelvin und einer recht kühlen Ausleuchtung sind für Bad und Küche ideal. Der hohe Blauanteil aktiviert den Körper und hilft beim Start in den Tag. Abends hingegen sollte die Anzahl an Kelvin 2900 nicht übersteigen. Das sorgt für ein warmes Licht, das zum Abschalten animiert. Dimmer und Sensoren sorgen für kühles Licht am Morgen und warmes Licht am Abend – und das alles in ein- und demselben Raum.

Auf dem Schulweg ist es heller

Morgens, wenn die Kinder zur Schule gehen und zumindest ein Großteil der Erwachsenen zur Arbeit pilgert, ist es deutlich heller. Das bedeutet, dass diejenigen, die auf der Straße sind, im besten Fall wieder deutlich besser gesehen werden als wenn es stockfinster ist. Vor allem für die frisch gebackenen ABC-Schützen, die gerade erst in ihr erstes Schuljahr gestartet sind, ist dieser Effekt der Zeitumstellung natürlich von Vorteil. Andersherum gedacht erfahren sie dann aber auch Einschränkungen – nämlich spätnachmittags und abends – also dann, wenn es folgerichtig auch früher dunkel wird, sie nicht mehr so lange raus können zum Spielen oder vom Sport- und Musikunterricht abgeholt werden müssen.

Nach dem ersten Schultag bei strahlendem Sonnenschein, schlägt das Wetter nun um: Es wird Herbst - und damit auch gefährlich auf den Straßen. Allerdings wird es durch die Zeitumstellung morgens auch früher hell.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. hat unter kindersicherheit.de einige Tipps zusammengefasst, wie Kinder auch in Herbst und Winter gut sichtbar zur Schule und zu ihren Freizeitaktivitäten kommen können. Helle, fluoreszierende Kleidung, im Idealfall mit Reflektoren ausgestattet, sind eine wichtige Maßnahme, um Kinder sichtbar zu machen. 

Die Mehrheit ist die gegen die Zeitdreherei, doch die Politik zögert

Umfragen haben ein sehr deutliches Stimmungsbild der Bürger zur Zeitumstellung abgeben. Demnach wünschen sich 80 Prozent der befragten Deutschen, dass die turnusmäßige Zeitdreherei endlich ein Ende hat. Zum Vergleich: Aus der Region stimmt 93 Prozent von 600 Befragten für die Abstimmung. Doch auch diese eindeutige Stimmungslage läutete nicht etwa die Zeitumstellungs-Wende ein, denn die Politik zögert. Als Problematisch sehen die Verantwortlichen, die final die Wünsche der Bürger lediglich absegnen müssten, noch den Zeitzonen-Flickenteppich innerhalb der EU an. Auch künftig könnte jedes Land für sich selbst entscheiden, ob die Winter- oder die Sommerzeit bleiben sollte. 

Und wie sieht das Stimmungsbild im Land aus? In Deutschland präferiere die Bundesregierung die Sommerzeit, hieß es seitens des Bundeswirtschaftsministeriums. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin sprach sich bereits für die Winterzeit als durchgängige Zeit aus. Selbst Psychologen und sogar Lehrer sind sich in weiten Teilen einig und wünschen sich einen Verbleib der Winterzeit, die heuer am 25. Oktober startet. Dass das die letzte Zeitumstellung sein könnte, ist mehr als fraglich – auch wenn es zahlreiche Schlagzeilen dazu gibt, dass das EU-Parlament zu Beginn der Diskussion ein Ende der Zeitumstellung für 2021 angepeilt hat.

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