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Zugunglück bei Garmisch: Verdacht auf fahrlässige Tötung – Ermittlungen gegen drei Bahnmitarbeiter

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Von: Martina Lippl

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Auf dem Weg nach München ist ein Regionalzug bei Garmisch-Partenkirchen entgleist. Fünf Menschen starben, mehr als 40 wurden verletzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung.

Update vom 7. Juni, 15.32 Uhr: Fünf Menschen starben bei dem Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen. Die Identitäten der Todesopfer stehen mittlerweile zweifelsfrei fest, teilt die Polizei am Dienstag mit. Vier Frauen und ein Teenager verloren bei dem tragischen Unglück ihr Leben. Bei dem Teenager handelt es sich um einen 13-Jährigen aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Unter den Opfern sind auch zwei Frauen im Alter von 30 und 39 Jahren aus der Ukraine, die bei einer Gastfamilie in der Region untergebracht waren. Die 70-jährige Frau, die ums Leben kam, stammte aus dem Landkreis München. Bei dem 51-jährigen Todesopfer handelt es sich um eine Frau aus Wiesbaden (siehe Erstmeldung).

44 Menschen wurden bei dem Zugunglück verletzt. Eine 34-jährige Frau befindet sich nach Angaben der Polizei „nach wie vor in einem kritischen Zustand“.

Zugunglück bei Garmisch: Verdacht auf fahrlässige Tötung – Ermittlungen gegen drei Bahnmitarbeiter

Update vom 7. Juni 2022: Die Staatsanwaltschaft München II hat fünf Tage nach dem Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen ein Ermittlungsverfahren gegen drei Personen wegen des Verdachtes der fahrlässigen Tötung eingeleitet. Bei den Beschuldigten handele es sich um Mitarbeiter der Deutschen Bahn, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit.

Der Regionalzug von Garmisch-Partenkirchen nach München war am Freitagmittag (3. Juni) kurz nach der Abfahrt entgleist. Vier Frauen und ein 13-Jähriger aus der Region starben, rund 40 Menschen wurden verletzt. Eine Frau (34) ist weiter in einem kritischen Zustand. Unter den getöteten Frauen sind auch zwei Mütter (30 und 39) aus der Ukraine, die mit ihren Kindern nach Bayern geflüchtet waren. Die Ermittlungen zur Unfallursache führt eine Soko „Zug“. Auch die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung ist beteiligt.

Die Deutsche Bahn teilte mit, sich wegen der laufenden Ermittlungen derzeit nicht äußern zu können. „Selbstverständlich setzen wir alles daran, die ermittelnden Behörden bei der Aufklärung der Unfallursache zu unterstützen“, sagte ein Bahnsprecher am Dienstag.

Zugunglück bei Garmisch: Auch Frau aus Hessen unter Todesopfern

Erstmeldung vom 6. Juni 2022

Garmisch-Partenkirchen – Bei dem Zugunglück am Freitagmittag starben vier Frauen im Alter von 32, 39 und 70 Jahren sowie nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei eine 51-Jährige. Bei dem am Samstag geborgenen – fünften Todesopfer – handelt es sich um „einen Jungen im Teenageralter“. 44 Menschen wurden verletzt.

Zugunglück bei Garmisch: Frau aus Hessen unter den Todesopfern

Unter den Todesopfern des Zugunglücks von Garmisch-Partenkirchen ist auch eine Frau aus Hessen. Das bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums in Wiesbaden am Montag. Die Angehörigen seien informiert worden. Weitere Angaben, etwa zum Alter der Frau, wurden nicht gemacht. Zuerst hatte hessenschau.de berichtet.

Zugunglück bei Garmisch: Teenager unter den Opfern

Die Identifizierung der fünf Todesopfer war am Sonntag weitgehend abgeschlossen. Weitere Informationen zur Identität der Opfer teilte die Polizei zunächst nicht mit. Unter den Frauen sollen Medienberichten zufolge zwei vor dem Krieg geflüchtete Ukrainerinnen sein – eine hatte laut Bild ihr Kind dabei, das verletzt wurde. Auch diese Informationen bestätigte die Polizei zunächst nicht. Schon am Sonntag konnte die Polizei jedoch alle Vermisstenfälle klären. Direkt nach dem Unfall war von zahlreichen Vermissten die Rede gewesen.

Tote bei Zugunglück in Oberbayern: Zugunglück in Garmisch:  Ein auseinandergeschnittenes Waggonteil wird in einem nahe gelegenen Kieswerk vom Laster gehoben und gelagert.
Zugunglück in Garmisch: Ein auseinandergeschnittenes Waggonteil wird in einem nahe gelegenen Kieswerk vom Laster gehoben und gelagert. © Angelika Warmuth/dpa

Bei dem Zugunglück am Freitagmittag waren Teile des Zuges aus noch ungeklärten Gründen entgleist. In dem Zug, der Richtung München fuhr, saßen auch viele Schülerinnen und Schüler.

Nach Zugunglück bei Garmisch Gebetsfeier für Opfer des Unglücks

In der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Garmisch-Partenkirchen sollte Montagabend in einem ökumenischen gemeinsamen Gebet der Opfer des Zugunglücks gedacht werden. Der Gottesdienst sollte in deutscher und ukrainischer Sprache abgehalten werden, da unter den fünf Toten auch zwei aus der Ukraine geflüchtete Frauen sind, berichtet die Nachrichtenagentur afp.

Martin Dubberke, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Garmisch-Partenkirchen, sagte im BR, dass dies „wirklich schwer auszuhalten“ sei. „Die Frauen entkommen dem Krieg in der Ukraine und sterben bei uns in einem Zug“.(ml)

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