WWF: Suche nach Bodenschätzen gefährdet Weltnaturerbe

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Muster auf einer Sandbank auf der Nordsee vor Nordstrand. In Europa und Nordamerika ist laut WWF jedes zehnte Weltnaturerbe gefährdet - darunter ist auch das Wattenmeer der Nordsee. Foto: Carsten Rehder

Wildreservate in Afrika oder das Wattenmeer in Deutschland: Nach Angaben von Umweltschützern sind viele Weltnaturerbestätten bedroht. Die Ursache: Bergbau und die Suche nach Öl oder Gas.

London (dpa) - Die weltweite Suche nach Bodenschätzen gefährdet nach Angaben von Umweltschützern fast ein Drittel des Weltnaturerbes. Besonders dramatisch sei die Lage in Afrika. Dort sind 61 Prozent der besonders schützenswerten Gebiete durch den Bergbau oder die Suche nach Öl und Gas bedroht.

Das geht aus einer Studie der Umweltorganisation WWF hervor. Insgesamt gibt es den Angaben zufolge 229 Weltnaturerbestätten der UN-Organisation Unesco. Dazu zählen etwa der Grand Canyon in den USA und das Great Barrier Reef vor Australien.

In Europa und Nordamerika ist laut WWF jedes zehnte Weltnaturerbe gefährdet - darunter ist auch das Wattenmeer der Nordsee. Hier kritisieren die Umweltschützer die Ölförderung und den damit zusammenhängenden Bau einer Öl-Insel und Pipelines. Sollte die Förderung ausgeweitet werden, drohten weitere Probebohrungen und starke Lärmbelästigung für Tiere.

"Das Beispiel Wattenmeer zeigt, dass Weltnaturerben auch in Deutschland nicht sicher sind", sagt Günter Mitlacher vom WWF Deutschland. "Die Profitgier der Industrie macht auch vor den schönsten Naturparadiesen nicht Halt."  

Zugleich warnt der WWF internationale Investoren vor Aktivitäten in diesen Schutzgebieten. "Wir wollen, dass die Investoren wissen, was sie tun", sagte die WWF-Sprecherin Rebecca Pain der Deutschen Presse-Agentur in London. "Oftmals sind sie sich der Gefahren für die Umwelt gar nicht bewusst."

Ausdrücklich verweist die Studie auf das Selous-Wildreservat im ostafrikanischen Tansania. Dieses sei größer als Dänemark und nach wie vor praktisch unberührt. Doch vor einigen Jahren habe die Regierung den Abbau von Bodenschätzen erlaubt, seitdem gebe es dort fünf aktive Bergbauminen sowie 50 Konzessionen. Seit 2014 stehe der Park auf der Liste der gefährdeten Weltnaturerbestätten.  

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