Von der Leyen kurz vor Ende des Kampfeinsatzes in Afghanistan

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Die Verteidigungsministerin ist nach Afghanistan gereist, um die Bundeswehr auf neue Aufgaben einzustellen. Der Kampfeinsatz dort endet bald, aber die Gewalt hält an. Foto: Thomas Peter/Reuters/Archiv

Masar-i-Scharif (dpa) - Knapp drei Wochen vor Ende des Nato-Kampfeinsatzes in Afghanistan ist Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zu einem Besuch der deutschen Soldaten am Hindukusch eingetroffen.

Sie landete am Samstagmorgen im deutschen Feldlager bei Masar-i-Scharif, dem letzten Stützpunkt der Bundeswehr in Nordafghanistan. Von den einst mehr als 5000 deutschen Soldaten in dem Kriegsgebiet sind nur noch 1200 übrig.

Die Reise findet zwei Tage nach einem Selbstmordanschlag eines 16-Jährigen auf eine Schule in der Hauptstadt Kabul statt, bei dem ein deutscher Mitarbeiter einer örtlichen Hilfsorganisation getötet und ein weiterer Deutscher verletzt wurde. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu der Tat. Insgesamt sind auch in diesem Jahr wieder tausende Menschen bei Anschlägen und Gefechten am Hindukusch ums Leben gekommen.

Allein im ersten Halbjahr zählten die Vereinten Nationen fast 1600 getötete Zivilisten. Die Zahl der Gefallenen der internationalen Schutztruppe Isaf ging in den ersten acht Monaten dieses Jahres allerdings deutlich auf 33 zurück - im Vorjahreszeitraum waren es noch 105.

Die Nato-Mission Isaf, die auch die aktive Bekämpfung der Taliban vorsieht, endet am 31. Dezember. Zum Jahresanfang wird sie durch die Ausbildungs- und Beratungsmission "Resolute Support" (Entschlossene Unterstützung) ersetzt. Daran sollen nur noch bis zu 850 deutsche Soldaten in Masar-i-Scharif und in Kabul teilnehmen.

Insgesamt sollen der Unterstützungstruppe 12 000 Soldaten aus 40 Ländern angehören. An Isaf waren zur Zeit der heftigsten Kämpfe mit den Taliban 130 000 Soldaten beteiligt.

Über den neuen Einsatz stimmt am kommenden Donnerstag der Bundestag ab. Eine Mehrheit gilt als sicher. Gefährlich wird es für die Bundeswehr in Afghanistan bleiben. Sie kann auch weiterhin in Gefechte verwickelt und zum Ziel von Anschlägen werden.

Für von der Leyen ist es die dritte Reise nach Afghanistan. Im vergangenen Dezember hatte sie nur fünf Tage nach ihrem Amtsantritt und zwei Tage vor Heiligabend die Soldaten dort besucht. Im Juli kehrte sie nach Masar-i-Scharif zurück.

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