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Wieder Gewalttat in den USA: Ein Toter und vier Schwerverletzte nach Schüssen in Kirche

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Von: Stefan Krieger

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Polizei nimmt einen Menschen bei Vorfall südlich von Los Angeles fest. US-Präsident Biden besucht Buffalo nach Gewalttat mit zehn Toten.

Los Angeles/Buffalo – Eine erneute Gewalttat mit Schusswaffen erschüttert die USA: In einer Kirche im US-Bundesstaat Kalifornien sind am Sonntag (15. Mai) ein Mensch getötet und fünf weitere durch Schüsse teils schwer verletzt worden, wie das Büro des Sheriffs von Orange County mitteilte. Erst am Vortag waren in Buffalo im Bundesstaat New York bei einem offenbar rassistisch motivierten Schusswaffenangriff zehn Menschen getötet worden. US-Präsident Joe Biden kündigte einen Besuch in Buffalo am Dienstag an.

Die Schüsse in der Kirche am Sonntag fielen in der Stadt Laguna Woods rund 70 Kilometer südlich von Los Angeles, wie das Büro des Sheriffs im Onlinedienst Twitter mitteilte. Vier Menschen seien schwer und ein weiterer Mensch leicht verletzt worden. „Ein Opfer starb vor Ort“, teilte das Büro weiter mit. Alle Opfer sind demnach Erwachsene. Ein Mensch wurde den Angaben zufolge festgenommen und eine Schusswaffe sichergestellt. Nähere Einzelheiten zu der Gewalttat waren zunächst nicht bekannt.

Schüsse in Kirche: „Erschütternde und beunruhigenden Nachrichten“

Bei der Polizei war um 13.26 Uhr (Ortszeit) ein Notruf aus der presbyterianischen Kirche eingegangen. Rettungskräfte eilten zu der Kirche, um die Verletzten zu versorgen. Bilder im Internet zeigten Rettungsfahrzeuge, die vor einer Kirche standen.

Schüsse in Kirche in Kalifornien
Vor der Geneva Presbyterian Church: Mehrere Menschen sind in einer Kirche im US-Bundesstaat Kalifornien angeschossen worden - mindestens ein Mensch wurde getötet. © Leonard Ortiz/dpa

Das Büro des Gouverneurs von Kalifornien, Gavin Newsom, teilte mit, es arbeite mit den Behörden vor Ort zusammen, um die Lage zu überwachen. "Niemand sollte Angst haben, zur Andacht zu gehen. Unsere Gedanken sind bei den Opfern", teilte das Büro weiter mit.

Die demokratische Kongressabgeordnete Katie Porter, die den Sitz für Orange County im Repräsentantenhaus in Washington innehat, sprach von „erschütternden und beunruhigenden Nachrichten, insbesondere weniger als einen Tag nach den Schüssen von Buffalo“. Sie fügte hinzu: „Dies sollte nicht unsere neue Normalität sein.“

Supermarkt in Buffalo: Offenbar rassistisch motivierten Schusswaffenangriff

Am Samstag waren bei dem offenbar rassistisch motivierten Schusswaffenangriff auf einen Supermarkt in Buffalo zehn Menschen getötet und drei weitere verletzt worden. Ein 18-jähriger Weißer, der seine Tat anfangs live im Internet übertrug, hatte mit einem Sturmgewehr vor und in dem Geschäft in der Stadt Buffalo das Feuer eröffnet. Die meisten Opfer waren Afroamerikaner. Der Täter hatte die überwiegend von Schwarzen bewohnte Gegend laut Polizei zuvor ausgekundschaftet. Er wurde festgenommen und wegen Mordes angeklagt.

US-Präsident Joe Biden will am Dienstag zusammen mit seiner Frau nach Buffalo reisen, um den Mensch dort sein Beileid zu bekunden, wie das Weiße Haus am Sonntag (Ortszeit) mitteilte. In einer Erklärung wurde der dortige Schusswaffen-Angriff als „sinnlos und entsetzlich“ verurteilt. Biden hatte seine Landsleute bereits zuvor angesichts der Gewalttat von Buffalo aufgerufen, die Spirale von Hass und Gewalt zu durchbrechen.

Täter von Buffalo veröffentlicht „Manifest“

Nach Medienberichten in den USA prüfen die Behörden ein 180-seitiges „Manifest“ des Täters von Buffalo, das vor dem Angriff im Internet veröffentlicht worden sein soll und in dem der Mann sein Vorhaben und seine rassistischen Beweggründe darlegt. Die New York Times berichtete unter Berufung auf diesen Text, der Angreifer sei unter anderem von den Anschlägen auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch mit 51 Toten im Jahr 2019 „inspiriert“ worden.

Geschockte Anwohner versammelten sich zu einer Mahnwache vor dem Supermarkt. New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul, Generalstaatsanwältin Letitia James und Buffalos Bürgermeister Byron Brown nahmen am Sonntag an einem Gottesdienst teil. Hochul beschrieb die Gewalttat als „Hinrichtung militärischer Art“. James, die Afroamerikanerin ist, sagte, der Angriff sei „schlicht und einfach“ als „einheimischer Terrorismus“ einzustufen. Brown betonte, der Täter habe gezielt „so viele schwarze Leben wie möglich“ auslöschen wollen. (skr/afp)

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