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Auch über München donnert es: Gewitter ziehen nach Mega-Hitze über Südbayern hinweg

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Von: Patrick Mayer, Martina Lippl

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Gewitter und Starkregen: Zum Wochenstart wird nach viel Hitze in Teilen Deutschlands Unwetter vorhergesagt - auch beim G7-Gipfel in Bayern. Ein Überblick.

Update vom 27. Juni, 22.35 Uhr: Am Abend sind die Gewitter und der Starkregen in Bayern vom Alpenrand auch über die Landeshauptstadt München mit ihren rund 1,6 Millionen Einwohnern gezogen.

Zuvor hatte es rund um Garmisch-Partenkirchen bis nach Rosenheim und ins Chiemgau gewittert. Am Tegernsee, rund 50 Kilometer südlich der Isarmetropole, kamen bei dem Unwetter große Hagelkörner vom Himmel. Nach teils ordentlicher Hitze am Wochenende kühlte es nach dem Gewitter im Süden des Freistaates etwas ab. Im Stadtgebiet Münchens waren etliche Blitze zu sehen und lauter Donner zu hören. Über etwaige Schäden ist bislang nichts bekannt.

Unwetter-Front im Süden Bayerns: Gewitter von Garmisch-Partenkirchen bis nach Rosenheim

Update vom 27. Juni, 19.55 Uhr: Die Unwetter-Front im Süden Bayerns zieht sich mittlerweile von Garmisch-Partenkirchen über das Wettersteingebirge bis nach Rosenheim und in das Chiemgau.

Gebietsweise muss laut DWD am Alpenrand mit „örtlich schweren Gewittern mit heftigem Starkregen und Hagel“ gerechnet werden. Es gilt für diese Region die Unwetterwarnstufe 3 von 4.

Ein Todesopfer in den Niederlanden: Tornado wütet über Urlaubsregion Zeeland an der Nordsee

Update vom 27. Juni, 19.15 Uhr: Ein Tornado hat an der niederländischen Nordseeküste ein Todesopfer gefordert. Mindestens zehn weitere Menschen wurden laut ZDF bei dem Unwetter verletzt. Der Tornado ist über das bei deutschen Urlaubern beliebte Zierikzee in Zeeland hinweggezogen.

Die Kleinstadt liegt im äußersten Südwesten der Niederlande, etwa 75 Kilometer von Rotterdam entfernt. Mehrere Häuser sollen schwer beschädigt worden sein. Videos bei Twitter zeigen das Ausmaß der Zerstörung und die Wucht, mit der der Tornado in der Gemeinde Schaden anrichtete. Vermeintlich stabile Gegenstände flogen wie Papier durch die Luft.

Auf Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen: Beim G7-Gipfel wird es mit Blick auf das Wetter ungemütlich

Update vom 27. Juni, 17.30 Uhr: Auf Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen im südlichsten Bayern an der Grenze zum österreichischen Tirol treffen sich in diesen Tagen die Regierungs- und Staatschef der G7, der größten Industrienationen, zum Gipfel und für Beratungen zum Russland-Ukraine-Krieg.

Insgesamt 18.000 Polizistinnen und Polizisten bewachen die Zusammenkunft von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) mit dem US-amerikanischen Präsidenten Joe Biden, dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premier Boris Johnson sowie den Regierungschefs aus Italien, Kanada und Japan. Alles ist minutiös geplant.

Aber: Trotz all dieser Planungen haben die Politiker und die Sicherheitskräfte auf eines keinen Einfluss - auf das Wetter. Wegen der anhaltenden Hitze in Bayern gab der Deutsche Wetterdienst (DWD) für diesen Montagabend nun eine Unwetter-Warnung Stufe 3 für den Alpenraum zwischen Weilheim in Oberbayern, Bad Tölz und Garmisch heraus. Demnach muss stellenweise mit Gewittern und Starkregen gerechnet werden.

Unwetter-Gefahr rund um Garmisch-Partenkirchen: Auch beim G7-Gipfel muss wegen der Hitze in Bayern mit Gewittern und Starkregen gerechnet werden.
Unwetter-Gefahr rund um Garmisch-Partenkirchen: Auch beim G7-Gipfel muss wegen der Hitze in Bayern mit Gewittern und Starkregen gerechnet werden. © Screenshot DWD

Unwetter-Gefahr in Deutschland – Gewitter und Starkregen im Nordosten und im südlichen Sachsen

Update vom 27. Juni, 16.30 Uhr: Gewitter? Donner? Starkregen? Welche Folgen hat die seit Tagen anhaltende starke Hitze in Teilen Deutschlands? Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) sind Anfang der Woche gebietsweise eben solche Gewitter zu erwarten. Und das offenbar bereits schon an diesem Montagabend.

So gab der DWD am späten Nachmittag eine Unwetterwarnung Stufe 3 für das mittlere Mecklenburg-Vorpommern zwischen Rostock, Schwerin und Neubrandenburg heraus. Hier soll zur Stunde die Gewitter-Gefahr besonders hoch sein, während für beinahe den gesamten Osten der Bundesrepublik eine sogenannte Hitzewarnung Bestand hat. So wurden zum Beispiel in Berlin bis zu 36 Grad Celsius gemessen.

Der DWD listet insgesamt vier Unwetter-Warn-Stufen auf. „Örtlich schwere Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel im Nordosten und in Südsachsen sowie starke Gewitter im Westen, im Nordosten sowie in den Regionen Südsachsen und Osthessen/ Unterfranken. Im Osten starke Wärmebelastung“, erklärte die Behörde mit Sitz in Offenbach am Main auf ihrer Website.

Unwetter-Gefahr in Deutschland – Gewitter in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg

Erstmeldung vom 27. Juni: München/Offenbach am Main - In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg hat es in der Nacht auf Montag schon kräftig geschüttet. Bei Gewittern rund um den Pfälzerwald kamen rund 60 Liter pro Quadratmeter vom Himmel.

Das teilt der Deutsche Wetterdienst (DWD) an diesem Montag via Twitter mit. Beim Wetter in Deutschland zeichnen sich schon wieder weitere Gewitter mit Unwetter ab, warnt der DWD. Besonders im Süden und Osten!

Unwetter-Gefahr in Deutschland – DWD warnt erneut vor großem Hagel, Orkanböen und Platzregen

„Die aktuelle Wetterwoche wird teilweise recht turbulent ausfallen“, prognostiziert Diplom-Meteorologe Dominik Jung, Geschäftsführer beim Wetterdienst Q.met.

Im Osten und Südosten klettern die Maximalwerte am Montag auf 30 bis 36 Grad. Im Westen sind es dagegen nur 17 bis 20 Grad – und das von Berlin bis an die Alpen. „An der Luftmassengrenze bilden sich nachmittags von Berlin-Brandenburg bis in den Südosten Bayerns zum Teil heftige Schauer und Gewitter“, erklärt Wetterexperte Jung. Das birgt Unwetter-Potential. „Heute drohen bei besonders heftigen Unwettern auch sogenannte Downbursts oder sogar Tornados. Hagel, Starkregen und Sturmböen sind auch zu erwarten.“ Dunkle Wolken ziehen wahrscheinlich auch rund um Schloss Elmau auf, wo aktuell der G7-Gipfel tagt.

„Wetter ist auf Krawall gebürstet“

„Unser Wetter zeigt sich in den letzten Tagen des Junis weiterhin ziemlich auf Krawall gebürstet“, fasst das Wetterportal wetter.de die Lage zusammen. Selbst Superzellen seien nicht ganz ausgeschlossen und das Risiko von Tornados im Südwesten deutlich erhöht.

Wetterphänomen: Was ist ein Downburst?

Der Begriff „Downburst“ geht auf den Wissenschaftler Theodore Fujita (1981) zurück. Es ist eine zerstörerische Gewittererscheinung, wie der DWD erklärt.

Fujita sagte demnach wörtlich „... something comes down from the sky and hits the ground ...“ (auf Deutsch: Etwas kommt vom Himmel herunter und trifft auf den Boden) und prägte für diese zerstörerische Gewittererscheinung den Begriff „Downburst“.

Ein „Downburst“ ist ein starker Fallwind, auch Fallböe genannt, der bei schweren Gewittern entsteht. Bei einer Wetterlage mit Superzellen-Entstehung können, laut DWD, neben den Gewittern auch Downbursts und Tornados auftreten.

Wetter in Deutschland: DWD-Warnlagebericht für Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen

Der DWD warnt vorab vor Unwetter am Montag (27. Juni, Stand: 10.43 Uhr). Die betroffenen Flächen sind auf der Warnkarte rot schraffiert. Abends und in der Nacht zum Dienstag (28. Juni. 2022) im Südosten „hohe Unwettergefahr durch schwere Gewitter“. Im Osten gilt die Vorabwarnung momentan ab 15 Uhr, wie auch kreiszeitung.de berichtet.

Was bedeutet das Wetter zum Siebenschläfertag?

Übrigens: An diesem Montag (27. Juni) ist Siebenschläfertag. Und mit dem Sommerwetter in den nächsten sieben Wochen hat dieser Tag überhaupt nichts zu tun, betont Wetterfrosch Jung. Sämtliche Wettermodelle würden aktuell nicht mit einem Hitzesommer rechnen. Juli und August 2022 sollen lediglich etwas wärmer als üblich ausfallen. Sonst seien keine großen Abweichungen zu erwarten. Einzelne Hitzetage kann es laut dem Meteorologen geben, aber eine wochenlange Hitzewelle sei seiner Ansicht nach eher unwahrscheinlich. Ob sich die ersten Sommer-Prognosen bewahrheiten, wird sich zeigen. (ml)

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