Terroranschläge von Paris

Familie von gesuchtem Mohamed Abrini spricht von Alibi

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Mohamed Abrini

Brüssel - Seit Dienstag wird mit einem Fahndungsbild nach Mohamed Abrini gesucht. Er könnte mit den Terroranschlägen von Paris zu tun haben. Doch die Familie gibt ihm ein Alibi.

Die Familie von Mohamed Abrini, nach dem im Zusammenhang mit den Pariser Anschlägen vom 13. November gefahndet wird, hat beteuert, dass er für die Tatzeit ein Alibi hat. "Ich habe ihn persönlich am Freitag, den 13. um 17.00 Uhr zu Hause gesehen", sagte einer seiner Brüder am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFPin der Wohnung der Familie im Brüsseler Brennpunktviertel Molenbeek.

Um 20.15 Uhr an diesem Abend habe Mohamed eine Verabredung mit seiner zukünftigen Frau gehabt, um den Mietvertrag für eine Wohnung zu unterschreiben. Und "sie haben die Schlüssel bekommen", fügte der Bruder hinzu. Seitdem hätten sie Mohamed nicht mehr gesehen, sagten der Bruder und seine Mutter. Von einer möglichen Reise Mohameds nach Syrien wüßten sie nichts. Er habe noch bei seinen Eltern gelebt, wegen "kleiner Delikte" aber auch mehrmals im Gefängnis eingesessen.

Mohamed Abrini

Der 30-jährige Belgo-Marokkaner Mohamed Abrini war zwei Tage vor den Pariser Anschlägen von der Überwachungskamera einer Tankstelle in Ressons nördlich von Paris gefilmt worden. Er war zusammen mit dem unter Hochdruck gesuchten Salah Abdeslam in einem bei den Anschlägen verwendeten Renault Clio unterwegs. Einige Stunden später, am 12. November gegen 03.00 Uhr, waren die beiden Männer offenbar in Brüssel zurück und wurden in der Nähe eines Seat und eines Clio gesehen.

Seit Dienstag wird mit einem Fahndungsbild nach Abrini gesucht. Er wird als "gefährlich und wahrscheinlich bewaffnet" beschrieben. Abrini wurde außerdem auf einer Liste von 85 "radikalisierten" Bürger geführt, die nach Angaben aus informierten Kreisen in Brüssel vor einigen Monaten an die Behörden von Molenbeek übermittelt wurde. Darin wurde er verdächtigt, in das Bürgerkriegsland Syrien gereist und wieder zurückgekehrt zu sein.

Seine Mutter sagte AFP, Mohamed habe manchmal seine Religion gelebt und manchmal "ließ er sie fallen". Er habe nie über die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) gesprochen oder über Pläne, nach Syrien zu reisen. Allerdings sei Mohameds jüngerer Bruder Souleymane vor 15 Monaten in Syrien gestorben, sagte die Mutter. Er habe sich vorher dem IS angeschlossen, ohne seiner Familie Bescheid zu sagen.

Zu den Pariser Anschlägen mit 130 Toten hat sich der IS bekannt. Salah Abdeslam ist der Bruder eines der Selbstmordattentäter, seine genaue Rolle bei den Angriffen ist unklar. Die Ermittler gehen davon aus, dass er die Selbstmordattentäter am Stade de France mit einem Renault Clio zu dem Stadion fuhr. Ein im Pariser Vorort Montrouge gefundener Sprengstoffgürtel gehörte vermutlich Abdeslam. Er floh am Tag nach den Anschlägen offenbar mit Hilfe von Komplizen nach Belgien und wird nun gesucht.

Nach Angaben von Abrinis Mutter waren die beiden Männer bereits seit ihrer Jugend befreundet. Sie seien aber "nicht die ganze Zeit zusammen gewesen", sagte Abrinis Bruder.

AFP

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