Chiphersteller Globalfoundries streicht bis zu 800 Stellen

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Nach Berichten der "Sächsischen Zeitung" sind bei Globalfoundries Hunderte Arbeitsplätze in Gefahr. Foto: Matthias Hiekel/Symbolbild

Erst im Juli hatte Globalfoundries die Entwicklung einer neuen Technologie am Standort Dresden angekündigt. Die soll auch weitergehen, nur mit erheblich weniger Mitarbeitern.

Dresden (dpa) - Der Chiphersteller Globalfoundries streicht in Dresden Hunderte Stellen. Um betriebswirtschaftlich arbeiten zu können, müssten 20 Prozent der Personalkosten eingespart werden, kündigte Geschäftsführer Rutger Wijburg an.

Betroffen seien zwischen 700 und 800 der insgesamt 3700 Arbeitsplätze. Bereits am Donnerstag sei die Belegschaft über die Pläne informiert worden. Nun würden die Überlegungen mit dem Betriebsrat verhandelt. Wijburg hofft, die Gespräche bis Ende Januar abzuschließen.

Es handele sich um eine Restrukturierung des Standortes im Hinblick auf die erst im Juli angekündigte Entwicklung der neuen 22FDX-Technologie, sagte Wijburg. Damit sollen energieeffiziente, leistungsstarke Chips bei vergleichsweise niedrigen Produktionskosten hergestellt werden. Bis 2017 wird dafür rund eine Viertelmilliarde US-Dollar in das Werk investiert.

Durch das Internet der Dinge, Industrie 4.0 und den Automotive-Bereich erwarte Globalfoundries in den nächsten Jahren eine stark steigende Nachfrage. "Allerdings zu deutlich niedrigeren Preisen als wir beispielsweise mit Prozessoren für Computer und Smartphones und Tablets erreichen", sagte Wijburg. "Die Kostenstruktur des Standortes muss die Preisstruktur der neuen Märkte und Anwendungen implementieren." Das sei mit der gegenwärtigen Organisation und Personalstruktur nicht möglich.

Globalfoundries unterhält Fabriken in Deutschland, Singapur und den USA. Die "Fab 1" in Dresden ist einer der größten privaten Arbeitgeber der Stadt. Das Werk ist mit einer Reinraumfläche von 52 000 Quadratmetern nach Angaben des Unternehmens das größte und modernste in Europa. Eigentümer von Globalfoundries ist der Staatsfonds des Golfemirats Abu Dhabi, Mubadala. Seit dem Einstieg 2009 wurden in Dresden rund fünf Milliarden US-Dollar investiert.

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