Schnee unterm Weihnachtsbaum?

Chancen auf Weiße Weihnachten 2019: Experte bekräftigt bittere Prognose - Mini-Hoffnungsschimmer

Die Feiertage stehen vor der Tür und Fans von Weißen Weihnachten müssen sich laut der jüngsten Prognosen vermutlich warm anziehen - oder eben nicht. 

  • Kurz vor den Feiertagen fragen sich die Menschen: Gibt es weiße Weihnachten?
  • Die Prognosen der Wetter-Experten sind nun so gut wie sicher.
  • Und wir klären den ewigen Mythos: Gab es früher tatsächlich öfters Schnee an Heiligabend?

Update vom 18. Dezember 2019: Weihnachten ohne Schnee? Weiße Weihnachten bleibt für viele ein schöner Wunsch. Angesichts der aktuellen Wetterlage gibt es laut DWD-Sprecher Andreas Friedrich nur geringe Chancen auf weiße Weihnachten. 

„Ab 700 Meter Höhe in den Mittelgebirgen ist da vielleicht etwas möglich und natürlich in dem Alpen“, sagte Friedrichs gegenüber der Deutschen Nachrichtenagentur dpa. Dort könne es im Fall von Niederschlägen während der Weihnachtstage womöglich sogar Neuschnee geben.  

Kommt doch noch ein richtiger Winter 2019/2020? Eine Wetter-Prognose macht Winter-Fans nun Hoffnung.

Update vom 17. Dezember 2019: Nachdem sich Andreas Friedrich bereits auf Anfrage des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks geäußert hatte, gibt es jetzt auch eine offizielle Stellungnahme des DWD-Meteorologen und Pressesprechers auf Twitter

Er stellt in einem zweiminütigen Video mehrere Grafiken vor: Strömungsfilme, Temperatur-Animationen und -Kurven, Schneeverteilungen. Dann resümiert er: „Und deshalb ist der Trend für Weihnachten Grüne Weihnachten in fast ganz Deutschland. Nur an den Alpen, dort wird es weiß sein.“

In die gleiche Richtung geht die Expertise von Friedrichs Kollegen Jens Bonewitz gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung. Er prognostiziert für Weihnachten “voraussichtlich milde Luft, ein bisschen Regen und eventuell Sturm.“ 

Und auch nach dem Jahreswechsel soll das Wetter warm bleiben. Neue Zahlen einer Langzeitvorhersage deuten auf Rekord-Hitze hin. Ein Meteorologe bezeichnet das als „Schockprognose“.

Ein minimaler Hoffnungsschimmer bleibt jedoch: Die momentane Westwindlage könnte sich umkehren, dann würde kalte Luft aus Russland zu uns strömen. Doch das sei höchst unwahrscheinlich.

Chancen auf Weiße Weihnachten 2019: Experte mit bitterer Schnee-Prognose

Update vom 16. Dezember 2019: Schon Wochen vor den Feiertagen stellen sich die Menschen Jahr für Jahr die Frage: Gibt es diesmal weiße Weihnachten? Inzwischen sind die Prognosen der Wetter-Experten nahezu sicher. Und die Antwort auf die viel gestellte Frage wird die meisten Menschen enttäuschen. 

Wetter: Chancen auf Weiße Weihnachten: Experten-Prognosen so gut wie sicher

„Die Chancen für weiße Weihnachten in Niederungen tendieren aktuell gegen null Prozent“, sagt DWD-Meteorologe Andreas Friedrich auf unsere Anfrage. Alle Vorhersage-Modelle seien sich aktuell einig, dass es den Tagen bis Weihnachten sehr mild wird, mit teilweise zweistelligen Höchsttemperaturen bis 15 Grad, so Friedrich. 

Ab dem kommenden Wochenende wird demnach ein wechselhafter, windiger und weiterhin recht milder Witterungsabschnitt eingeläutet. Abgesehen von kurzen Perioden, die zumindest dem höheren Bergland vorübergehend mal etwas Schnee bringen können, ist derzeit kein Wintereinbruch in Sicht. Und auch für die anschließenden Tage bis Neujahr zeichnet sich Langzeit-Prognosen zufolge bisher keine Änderung ab. Schlittenfahren oder Schneemannbauen könnte in den Weihnachtsferien also ins Wasser fallen. 

Wetter-Experte gibt Prognose ab - Hier gibt es ganz sicher Schnee an Weihnachten

Unsere Erstmeldung vom 15. Dezember 2019: München - Haben Sie schon alle Weihnachtsgeschenke? Oder sind Sie eher der Typ, der alles auf den letzten Drücker besorgt? Gut, ein paar Tage sind es ja noch bis Heiligabend. Und aktuell muss man sich in Deutschland immerhin vor einer Sache nicht fürchten: mieses Winter-Wetter und Schnee-Matsch beim Shopping-Trip. Eher bläst einem der Wind den Schal vom Hals.

Manch einer, der sich besonders auf Weihnachten freut, dürfte auch in diesem Jahr wieder enttäuscht werden. Denn: Es ist ziemlich sicher, dass es keine weiße Weihnacht in Deutschland gibt. Gab es die in den vergangenen Jahren überhaupt einmal? Weihnachten verbindet man doch irgendwie mit Schnee - obwohl die weiße Pracht um den 24. Dezember zumindest hierzulande fast nie liegt.

Wetter: Gab es früher tatsächlich öfters weiße Weihnachten? 

Gab es früher häufiger weiße Weihnachten? Der Deutsche Wetterdienst (DWD) lässt jetzt Fakten sprechen. Weiße Weihnachten - nach der Definition der Experten bedeutet das, dass an Heiligabend sowie an den beiden Weihnachtsfeiertagen morgens um 7 Uhr mindestens ein Zentimeter Schnee liegen muss.

„Das Ereignis war immer relativ selten“, erklärt DWD-Meteorologe Andreas Friedrich. „Die Häufigkeit von weißen Weihnachten hat sich seit 1951 nicht deutlich verändert.“ An den Feiertagen 2010 gab es laut Friedrich fast flächendeckend in Deutschland weiße Weihnachten. In den 1960er Jahren gab es mehrere Jahre hintereinander an vielen Orten in Deutschland weiße Weihnachten. Daraus lasse sich aber kein genereller Trend ableiten.

Wetter: Weiße Weihnachten: Zuletzt lag 2010 in Deutschland Schnee

Der Mythos der weißen Weihnachten wäre damit also erstmal geklärt. Eines kann Friedrich dann aber doch bestätigen: Die Winter waren früher oft kälter. Nach DWD-Angaben ist es in Deutschland seit 1881 im Dezember um 1,7 Grad wärmer geworden. Im Dezember 2018 lag die Durchschnittstemperatur bundesweit demnach bei 3,9 Grad. Bei merkur.de* finden Sie außerdem weitere Durchschnittswerte für Deutschland.

„Jedes Kinderbuch und jede Werbung zeigen eher die weiße Weihnacht als die in Deutschland viel realistischere grüne Weihnacht“, sagt Joachim Curtius vom Institut für Atmosphäre und Umwelt der Universität Frankfurt/Main. An weiße Weihnachten erinnert man sich eben lieber als an mildwarme Feste bei schlechtem Wetter und Regen.

Weihnachts-Wetter: An manchen Orten in Deutschland ist die Wahrscheinlichkeit höher

Natürlich gibt es Faktoren, die weiße Weihnachten wahrscheinlicher werden lassen. Zum Beispiel die Höhenlage oder der Abstand zum Meer. Auf Helgoland liegt die Wahrscheinlichkeit, dass an allen drei Festtagen Schnee liegt, nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes bei zwei Prozent. In München sind es rund 40 Prozent. Wie merkur.de* berichtet, hat sich kürzlich auch eine Wahrsagerin zu einer Schnee-Prognose an Weihnachten hinreißen lassen. In Berlin sind in es etwa 20 Prozent, was bedeutet, dass es im Schnitt alle fünf Jahre weiße Weihnachten gibt, im Rheinland eher alle zehn Jahre. 

Trotzdem: Es gibt Orte in Deutschland mit einer Schnee-Garantie zum Fest. „Auf der Zugspitze hat es seit Beginn der dortigen Wetteraufzeichnung 1880 immer weiße Weihnachten gegeben“, sagt Meteorologe Andreas Friedrich. 

Darunter sinke die Wahrscheinlichkeit dafür. Die kältesten Abschnitte im Jahr sind in der Regel von Ende Januar bis Anfang Februar, betont Friedrich weiter. „Wenn man Weihnachten auf diese Jahreszeit schieben könnte, wäre es besser, um weiße Weihnachten erleben zu können.“

Weiße Weihnachten in Deutschland: Milde atlantische Luft macht Strich durch die Rechnung

Nach DWD-Angaben schneit es zwar manchmal Mitte Dezember, doch kurz vor Weihnachten ströme oft milde atlantische Luft vom Westen nach Deutschland. „Das berüchtigte Weihnachtstauwetter stellt sich ein“, schreibt der DWD. Die warme Luft zehre die Schneedecke auf. Dieser Ablauf sei typisch für Deutschland.

Der Traum von weißen Weihnachten wird nach Ansicht von Professor Curtius weiterhin nur selten in Erfüllung gehen: „Allgemein ist es sicherlich richtig, dass im Zuge des Klimawandels zumindest für die nächsten Jahrzehnte zu erwarten ist, dass die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten noch weiter abnimmt, weil die Temperaturen immer seltener unter null Grad fallen werden.“

Auf einer Forschungsstation beobachteten Biologen ein seltsames Wetter-Phänomen: Schnee blieb bis in den Sommer liegen. Die Folgen sind global.

Nach dem Wintereinbruch mit Glätte und Frost droht nun eine Eisregenfront, über der Bundesrepublik hereinzubrechen. 

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akl/va

Rubriklistenbild: © dpa / Karl-Josef Hildenbrand

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