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Ukraine-Konflikt: Box-Superstars ziehen gegen Putin in den Krieg

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Von: Tanja Koch

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März 2021: Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kiew und Ex-Boxweltmeister, übt mit dem Militär auf dem Schießplatz die Abwehr russischer Panzer.
März 2021: Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kiew und Ex-Boxweltmeister, übt mit dem Militär auf dem Schießplatz die Abwehr russischer Panzer. © Pressedienst Vitali Klitschko/dpa

Die Klitschkos, Lomachenko, Usyk – mehrere frühere und aktive Boxer schließen sich dem militärischen Widerstand gegen die russische Invasion auf die Ukraine an.

Kiew – Jahrelang haben die Klitschko-Brüder im Boxring die Sportwelt begeistert. Inzwischen ist Vitali Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Nun kämpfen Vitali und Wladimir Klitschko wieder – jedoch im Ukraine-Krieg gegen die russischen Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew

Seit 2014 ist Vitali Klitschko - der ältere der beiden Brüder - Bürgermeister der Metropole mit ihren 2,8 Millionen Einwohner:innen. Seine momentane Aufgabe: Die Einwohner:innen vor Luftangriffen zu warnen und sie zu ermutigen. „Der Feind will das Herz unseres Landes erobern. Aber wir werden kämpfen und Kiew nicht aufgeben“, schreibt der 50-Jährige im sozialen Netzwerk Telegram.

Ukraine-Konflikt: Klitschko-Brüder profitieren von jahrelang trainierter Willensstärke

Auch sein fünf Jahre jüngerer Bruder Wladimir ist nach eigenen Angaben in Kiew. Er zeigt sich in Videos ebenfalls in Tarnuniform, spricht mit ernster Miene und müden Gesichtszügen. Bereits im Februar hatte Wladimir Klitschko angekündigt, im Falle eines Ukraine-Kriegs zur Waffe greifen zu wollen.

In dieser schweren Zeit komme den Klitschko-Brüdern auch ihre im Profi-Sport jahrelang trainierte Willensstärke zugute, heißt es von Expert:innen und Wegbegleiter:innen. „Was die beiden Jungs gerade für ihr Land tun, ist unbeschreiblich. Als mehrfache Millionäre könnten sie sich überall ein schönes Leben leisten, aber sie kämpfen im Krieg für ihre Heimat“, sagte Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB).

Auch Vasily Lomachenko kämpft in der Ukraine gegen Russland

Auch Boxer Vasiliy Lomachenko hat sich laut ESPN einem Territorialverteidigungsbataillon in der Ukraine angeschlossen. Ein Bild, das der 34-Jährige am Sonntag (27.03.2022) via Facebook veröffentlichte, zeigt den zweifachen Olympiasieger bewaffnet und in einer Militäruniform.

Wie ESPN weiter berichtet, befand sich Lomachenko in Griechenland, als die Invasion begann. Sein Rückflug in die Ukraine am Freitag (24.02.2022) verzögerte sich, weil der Flugverkehr eingestellt worden war. Über Bukarest und Rumänien reiste er schließlich nach Hause, um bei seiner Familie nahe Odessa zu sein.

Vitali Klitschkoehemaliger Weltmeister im Schwergewicht, Bürgermeister von Kiew
Wladimir Klitschkoehemaliger Weltmeister im Schwergewicht und WBA-Superchampion
Vasiliy Lomachenkoehemaliger Weltmeister im Leichtgewicht
Alexander Usykamtierender Schwergewichtsweltmeister

Lomachenko (16-2, 11 K.o.), ein ehemaliger Champion in drei Divisionen, steht kurz vor einem Kampf am 5. Juni in Australien gegen den unangefochtenen Leichtgewichtschampion George Kambosos, einem Titelkampf, der am 4. Juni in den Vereinigten Staaten auf ESPN übertragen werden würde. Lomachenko stimmte Anfang des Monats seinem Teil der Vereinbarung zu.

Präsident des Boxverbandes lobt Sportler für Einsatz im Ukraine-Krieg gegen Russland

Neben Lomachenko und den Klitschkos hat sich auch der amtierende Schwergewichtsweltmeister Alexander Usyk den Kämpfen gegen die Offensive von Wladimir Putin* angeschlossen. Via Instagram richtete Usyk zudem einige Worte an die russische Bevölkerung: „Lassen Sie Ihre Kinder nicht in unser Land gehen, kämpfen Sie nicht mit uns“, schrieb er. „Unsere Kinder, Frauen und Großmütter verstecken sich in den Kellern... Wir sind hier in unserem eigenen Land, wir können nicht anders - wir verteidigen uns... Hören Sie auf! Stoppt diesen Krieg.“ 

Mykola Kovalchuk, Präsident des WBC Ukraine äußerte sich dazu, dass sich die Boxer dem Militär anschließend: „Wir sind so stolz auf unsere Boxer, unsere wahren Champions im Boxen und Champions in diesem Krieg“, zitiert ihn dpa. „Wir sind stolz darauf, Ukrainer zu sein.“ (tk mit dpa) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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