Fünf Koreaner vor Gericht

Prozess um tödliche Teufelsaustreibung beginnt

+
Weil einige Familienmitglieder befürchteten, dass es in ihrem Haus Dämonen gebe, zogen sie ins Hotel. Foto: Sebastian Stenzel

Tödliche Teufelsaustreibung: Die eigenen Verwandten sollen eine 41-jährige Koreanerin qualvoll getötet haben. Jetzt beginnt der Mordprozess. Unter den Angeklagten ist auch der 16 Jahre alte Sohn des Opfers.

Frankfurt/Main (dpa) - Eine Südkoreanerin ist im vergangenen Dezember bei einer Teufelsaustreibung in einem Frankfurter Hotel qualvoll umgebracht worden, jetzt beginnt der Prozess. Die mutmaßlichen Täter: fünf Verwandte, darunter der Sohn des Opfers.

Sie sollen die 41-Jährige gemeinsam in einem stundenlangen Gewaltexzess getötet haben. Wegen Mordes müssen sich die Koreaner von heute an vor dem Landgericht Frankfurt am Main verantworten.

Die Staatsanwaltschaft geht von dem Mordmerkmal der Grausamkeit aus. "Sämtliche Angeschuldigte nahmen ein Ersticken der Frau zumindest billigend in Kauf", heißt es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft.

Angeklagt sind der 16 Jahre alte Sohn der Getöteten sowie dessen 15 Jahre alter Cousin. Deshalb wird vor der Jugendstrafkammer verhandelt. Diese kann die Öffentlichkeit zum Schutz der Jungen auch teilweise ausschließen. Außerdem stehen die Cousine des Opfers (44), deren Sohn (22) und deren Tochter (19) vor Gericht.

Die Familie hielt sich am 5. Dezember 2015 gemeinsam in dem Frankfurter Hotelzimmer auf. Die 41-Jährige soll in den frühen Morgenstunden aus unbekannten Gründen angefangen haben, um sich zu schlagen, Selbstgespräche zu führen und körperlich aggressiv zu werden. Daraufhin habe sich der Rest der Familie entschieden, eine "Teufelsaustreibung" vorzunehmen.

Die Angeklagten sollen Christen sein - mit buddhistischen und schamanistischen Einflüssen. Schamanistische Priester opfern bei ihren Riten den Geistern und rufen sie an, auf die Geschicke der Menschen einzuwirken. Welcher Kirche oder Sekte sie angehören, konnten die Ermittler zunächst nicht herausfinden.

Die Familie war den Ermittlungen zufolge erst rund sechs Wochen vor der Tat nach Frankfurt am Main gekommen, um ein Export-/Import-Geschäft aufzubauen. Sie hatten ein Haus in Sulzbach im Taunus gemietet. In das Hotel sollen sie gezogen sein, weil einige Familienmitglieder befürchtet haben sollen, dass es in dem Haus Dämonen gebe.

Meistgelesen

Wahlprogramm 2017 der AfD im Check: So schaffte es die Partei in den Bundestag

Wahlprogramm 2017 der AfD im Check: So schaffte es die Partei in den Bundestag

Bundestagswahl 2017: Das Endergebnis und die Ergebnisse in jedem Bundesland

Bundestagswahl 2017: Das Endergebnis und die Ergebnisse in jedem Bundesland

Bundestagswahl 2017: AfD holt 12,6 Prozent - Ergebnisse in den Bundesländern

Bundestagswahl 2017: AfD holt 12,6 Prozent - Ergebnisse in den Bundesländern

Alice Weidel - Spitzenkandidatin der AfD: Das will sie im Bundestag

Alice Weidel - Spitzenkandidatin der AfD: Das will sie im Bundestag

Was Sie beim Einräumen der Spülmaschine immer falsch machen

Was Sie beim Einräumen der Spülmaschine immer falsch machen

Rekordverlust für GroKo-Parteien - AfD wird Dritter

Rekordverlust für GroKo-Parteien - AfD wird Dritter

Kommentare