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Wegen Salmonellen: Schokoladen-Werk stoppt Produktion – Unternehmen äußern sich

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Von: Alina Schröder

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Der weltweit führende Schokoladen-Hersteller Barry Callebaut muss die Produktion einstellen. Der Grund: Erhöhte Salmonellen-Gefahr.

+++ 11.30 Uhr: Schoko-Produkte der bekannten Süßwaren-Hersteller Nestlé und Unilever sind laut eigenen Angaben nicht von der möglichen Salmonellen-Kontaminierung betroffen. „Nach den neuesten Informationen, die wir von unserem Lieferanten Barry Callebaut erhalten haben, wurden die betreffenden Chargen nicht an Nestlé geliefert. Als Vorsichtsmaßnahmen führen wir zusätzliche Kontrollen auf Werksebene durch, um sicherzustellen, dass unsere Produkte nicht beeinträchtigt werden“, heißt es von Nestlé.

Und auch Unilever gibt Entwarnung: „Wir wurden von Barry Callebaut über die Kontamination einiger Schokoladenchargen mit Salmonellen informiert.“ Man könne allerdings bestätigen, „dass keines unserer Produkte betroffen ist.“

Update vom Freitag, 1. Juli, 11.04 Uhr: Derzeit wird die Fabrik von Barry Callebaut in Belgien laut Angaben des Unternehmens gründlich desinfiziert und gereinigt. Dies dürfte noch einige Tage dauern, sagte Unternehmenssprecher Frank Keidel der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Wie viele und welche Produkte betroffen sein könnten, sei noch unklar. Man gehe jedoch davon aus, dass die wenigen Mengen an Schokolade, die seit Montag (27. Juni) ausgeliefert wurden, noch nirgendwo verarbeitet und in den Kundenverkehr gebracht worden sind. Ob von der kontaminierten Schokomasse auch etwas nach Deutschland geliefert wurde, sagte das Unternehmen nicht.

Salmonellen-Gefahr in belgischer Schokoladen-Fabrik

Erstmeldung vom Donnerstag, 30. Juni, 14.10 Uhr: Brüssel – Schon wieder ein Salmonellen-Befall in einer Schokoladen-Fabrik: Der Schweizer Schokoladenhersteller Barry Callebaut hat die Produktion in seinem Werk in Belgien gestoppt. Die Bakterien seien am Montag (27. Juni) in einer im Werk Wieze hergestellten Charge entdeckt worden, wie der Konzern am Donnerstag (30. Juni) mitteilte.

Als Ursache für die Verunreinigung nannten Expertinnen und Experten den Zusatzstoff Lecithin. Dieser wird als Antioxidationsmittel, Emulgator oder Stabilisator bei der Schokoladen-Produktion eingesetzt.

Ein Schokoladen-Werk in Belgien muss wegen Salmonellen-Gefahr die Produktion stoppen. Unter anderem sind Milka-Produkte betroffen.
Ein Schokoladen-Werk in Belgien muss wegen Salmonellen-Gefahr die Produktion stoppen. Unter anderem sind Milka-Produkte betroffen. © Jakub Porzycki/Imago

Schokoladen-Fabrik stellt Produktion ein: Diese Marken sind betroffen

Barry Callebaut stellt Schokolade, aber auch Kakao-Produkte, Füllungen, Glasuren und Dekorationen für die Industrie und gewerbliche Kunden her, unter anderem für Mondelez, Nestlé und Unilever.

Ein Sprecher des Unternehmens sagte der Nachrichtenagentur Agence France-Press (AFP) am Donnerstag, der Großteil der mit Salmonellen verseuchten Produkte befinde sich noch im Werk Wieze. Barry Callebaut sei dabei, die betroffenen 73 Kunden zu informieren, „um zu garantieren, dass es keine Infektionen bei Endkunden gibt“.

Salmonellen-Gefahr: Größter Schokoladen-Hersteller der Welt warnt

Die Arbeit im Werk sei aus Sicherheitsgründen vorerst gestoppt. Alle Produktionsstätten würden nun gesäubert und desinfiziert. Die belgische Lebensmittelaufsicht leitete Ermittlungen ein. In Belgien war erst vor wenigen Wochen eine Fabrik des italienischen Süßwarenherstellers Ferrero wegen Salmonellen-Gefahr geschlossen worden. Ferrero musste kurz vor Ostern bestimmte Kinder-Produkte wegen Verdachts auf Salmonellen zurückrufen, darunter Überraschungseier, Schoko-Bons und Mini Eggs.

Die Produkte aus dem Werk Arlon wurden in Frankreich, Belgien, Großbritannien, Deutschland, Schweden und den Niederlanden vertrieben. Nach Angaben des Unternehmens war ein Filter in einem Bottich für Milchbutter verunreinigt gewesen. Barry Callebaut hat weltweit mehr als 60 Produktionsstätten. Mehr als 13.000 Menschen arbeiten für das Unternehmen, das zuletzt mehr als sieben Milliarden Euro Umsatz jährlich machte. (asc/afp/dpa)

Transparenzhinweis: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass von der Warnung auch Produkte des Herstellers Nestlé und Unilever betroffen seien könnten. Dies ist laut beiden Unternehmen aber nicht der Fall.

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