Kretschmann offen für Schwarz-Grün im Bund

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Winfried Kretschmann warnt eindringlich vor einer rot-rot-grünen Koalition nach der nächsten Bundestagswahl. Foto: Christoph Schmidt

Die Grünen ringen im Jahr vor der Bundestagswahl um ihr politisches Profil. Über ihre Bündnisoptionen streiten sie noch.

Berlin (dpa) - Die Grünen sind gut ein Jahr vor der Bundestagswahl noch uneins über ihre strategische Ausrichtung. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann warnte eindringlich davor, auf eine rot-rot-grüne Koalition nach der Wahl zu setzen.

Offen zeigt er sich dagegen für ein Bündnis seiner Partei mit der CDU, wie in der eigenen Landesregierung. Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin riet davon hingegen ab und favorisiert ein Bündnis mit SPD und Linken.

Durch die Koalitionen mit der Union auf Länderebene stelle man fest, "dass für eine Partei der linken Mitte wie die Grünen die Schnittstellen mit den Sozialdemokraten und auch mit weiten Teilen der Linken einfach höher sind als mit der CDU und vor allem der CSU", sagte Trittin dem "Spiegel". "Das ist so." Es gebe zwar "bei manchen Grünen die Haltung, der Sigmar Gabriel sei ein Proll, den mögen wir nicht", während Merkel als ruhig, sachlich und sympathisch gesehen werde. Jetzt lerne man aber plötzlich, dass es mit der Union doch nicht so einfach sei.

Kretschmann sieht für Rot-Rot-Grün auf Bundesebene vor allem die Linke als Hindernis. "Die Linke lebt in der Welt einer Nationalökonomie, und außenpolitisch ist sie im Niemandsland - eher eine Protestbewegung", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag). "Wie soll man mit der Linkspartei ein exportorientiertes Industrieland regieren? In dem Zustand, in dem diese Partei jetzt ist, würde schon die Sondierung scheitern."

Zugleich rief Kretschmann die Grünen dazu auf, sich auch auf Bundesebene für eine Koalition mit der CDU zu öffnen. "Es spricht grundsätzlich nichts gegen Schwarz-Grün", sagte er. "Wir regieren gemeinsam in zwei Bundesländern. In Hessen läuft es erfolgreich, und bei uns erwarte ich nichts anderes."

Trittin sagte, die Zahl der bilateralen Gespräche und Kreise, die Rot-Rot-Grün vorbereiten wollen, habe zugenommen, sagte Trittin. "Noch wichtiger ist, dass die Vorsitzenden von Fraktionen und Parteien miteinander reden - über Gemeinsames wie Trennendes." Jede der drei Parteien müsse prüfen, wo sie sich bewegen müsse.

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