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Haarausfall: FDA lässt Arthritis-Medikament als Behandlungsoption zu

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Von: Martina Lippl

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Jada Pinkett Smith und Will Smith bei der Oscar-Verleihung. (Symbolbild)
US-Schauspielerin Jada Pinkett Smith leidet an kreisrundem Haarausfall. (Symbolbild) © Doug Peters/IMAGO

Haarausfall macht vor Promis keinen Halt. US-Schauspielerin Jada Pinkett Smith leidet unter schwerem Haarausfall. Nun gibt es eine Hoffnung für Menschen mit einer Alopezie.

Washington – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat eine Pille gegen schwere Fälle von Haarausfall zugelassen. „Der Zugang zu sicheren und wirksamen Behandlungsoptionen ist für die beträchtliche Anzahl von Amerikanern, die von schwerer Alopezie betroffen sind, von entscheidender Bedeutung“, sagte der für Dermatologie zuständige FDA-Direktor Kendall Marcus. Die Zulassung des Medikaments mit dem Wirkstoff Baricitinib werde „dazu beitragen, einen erheblichen ungedeckten Bedarf für Patienten mit schwerer Alopecia areata zu decken“

Baricitinib reguliert Entzündungsreaktionen und ist bislang für die Behandlung von Arthritis sowie Corona-Patienten in Krankenhäusern zugelassen. Das Präparat mit dem Namen Oluminat stellt der Pharmariese Eli Lilly her.

Was sind die Gründe für Haarausfall? Autoimmunerkrankung Alopezie kann dazu führen

Kreisrunder Haarausfall – Alopecia areata – ist allgemein unter Alopezie bekannt. Es ist eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper seine eigenen Haarfollikel angreift. Dadurch fallen die Haare – oft in Büscheln aus.

Durch die US-Schauspielerin Jada Pinkett Smith wurde die Krankheit vor Kurzem ins Rampenlicht gerückt. Ihr Ehemann Will Smith hatte bei der Oscar-Verleihung dem Komiker Chris Rock für einen Witz über den kahlen Kopf seiner Frau eine Ohrfeige verpasst. Von der Diagnose Alopezie sind allein in den USA sind jährlich mehr als 300.000 Menschen betroffen.

Das können die Ursachen für Haarausfall sein

Haarausfall an sich ist nicht gefährlich und auch nicht ansteckend. Dünne Haare oder gar kahle Stellen am Kopf sind vor allem ein ästhetisches Problem und können unterschiedliche Ursachen haben:

Auf dem Markt sind zahlreiche Mittel gegen Haarausfall zu finden. Es gibt Tinkturen, Shampoos und Pillen zu kaufen. Für eine erfolgreiche Behandlung ist auf jeden Fall eine Diagnose eines Dermatologen notwendig. Denn einige Medikamente helfen einfach nichts oder nur gegen eine bestimmte Form des Haarausfalls.

Fleckiger oder kreisrunder Haarausfall – Wirkstoff Baricitinib von der FDA zugelassen

Die FDA hält Olumiant (Baricitinib) Tabletten zur Behandlung von einer Alopecia areata sicher und wirksam. Das hätten zwei klinische Studien mit insgesamt 1.200 Erwachsenen mit schwerer Alopezie ergeben. Dabei wurden Patienten untersucht, die unter mindestens 50 Prozent Haarausfall auf der Kopfhaut litten. Die Probanden wurden in beiden Studien in drei Gruppen aufgeteilt: Die Patienten der Studie enthielten entweder ein Placebo, oder täglich eine Dosis von 2 Milligramm oder 4 Milligramm Oluminat.

Studienergebnisse überzeugend: Haare wuchsen nach

Nach 36 Wochen wuchsen 80 Prozent der Kopfhaare bei fast 40 Prozent der Studienteilnehmer in der Gruppe mit der höheren Dosis nach. Bei den Patienten mit einer der 2-Millligram-Dosis waren es demnach nur 23 Prozent. In der Placebo-Kontrollgruppe waren es fünf Prozent.

Haarausfall: Nebenwirkung von Oluminat-Tabletten mit Wirkstaoff Baricitinib

Auch wenn die Haare wieder wachsen, müssen Patienten mit Nebenwirkungen rechnen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen mit Olumiant (Baricitinib) gehörten unter anderem Infektionen der oberen Atemwege, Kopfschmerzen, Akne, ein erhöhter Cholesterinspiegel und ein Anstieg eines Enzyms namens Kreatinphosphokinase. Die FDA weist darauf hin, dass Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Olumiant aufgeführt werden müssen. Auch sei eine Behandlung von Patienten nur bei einer engmaschigen Überwachung wegen der Infektionsgefahr empfohlen. (ml mit afp)

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