Lage in Idomeni eskaliert

Blendgranaten und Tränengas an mazedonischer Grenze

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Proteste vor dem Flüchtlingslager im nordgriechischen Idomeni. Foto: Georgi Licovski

Athen - Im griechischen Grenzort Idomeni spitzt sich die Lage erneut zu. Die mazedonischen Grenzbeamten setzten Tränengas und Blendgranaten ein.

Mazedonische Polizisten haben nach Angaben Griechenlands am Sonntag an der abgeriegelten Grenze Tränengas gegen hunderte Flüchtlinge eingesetzt. Die Schutzsuchenden hätten am Vormittag in der Nähe des Grenzübergangs im griechischen Idomeni versucht, die Absperrungen zu durchbrechen, teilte die griechische Polizei mit. Daraufhin hätten die Beamten auf mazedonischer Seite Tränengas eingesetzt.

Die Menschen stürmten dann am Sonntagvormittag über ein Feld auf den mazedonischen Grenzzaun zu. „Atemnot, tränende Augen - viele Menschen wurden verletzt zurück ins Lager gebracht“, berichtete Julia Niemeyer. Die Chefredakteurin der „Deister- und Weserzeitung“ war zum Zeitpunkt des Ansturms auf den Grenzzaun vor Ort.

Einige Flüchtlinge seien nach dem Tränengaseinsatz umgekippt, hieß es der Polizei sowie einem Bericht des griechischen Senders Ert zufolge weiter. Die mazedonische Polizei bestätigte die Vorfälle an der Grenze, wies aber den Einsatz von Tränengas zurück. Dafür sei "die griechische Polizei" verantwortlich. Auf mazedonischer Seite sei es "ruhig", erklärte ein Vertreter.

In dem Grenzort Idomeni sitzen mehr als 11.000 Menschen fest, seit die Fluchtroute über den Balkan vor wenigen Wochen abgeriegelt worden war. Seitdem fordern sie die Öffnung der Grenze zu Mazedonien, um von dort aus weiter Richtung Deutschland und in andere europäische Länder zu kommen.

Regelmäßig gibt es in Idomeni heftige Proteste gegen die Grenzschließung. In den vergangenen Tagen war in dem provisorisch errichteten Flüchtlingslager erneut das Gerücht umgegangen, Mazedonien werde die Grenze öffnen, deshalb kam es offenbar auch zu den Vorfällen vom Sonntag. Bemühungen der griechischen Behörden, die Flüchtlinge zum Verlassen von Idomeni und zum Aufsuchen nahegelegener Registrierungszentren zu bewegen, waren bislang kaum erfolgreich.

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AFP/dpa

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