Geißler: Merkel hätte Friedensnobelpreis verdient

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Für Heiner Geißler ist Nächstenliebe eine Pflicht. Foto: Franziska Kraufmann/Archiv

Berlin (dpa) - Der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler hat die Haltung der CSU in der Flüchtlingsfrage heftig kritisiert. "CSU-Chef Horst Seehofer muss sich fragen lassen, ob ihm Viktor Orban näher ist als die Menschenwürde der Flüchtlinge", sagte Geißler der "Passauer Neuen Presse".

Ausdrücklich lobte er die Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Zehntausende Flüchtlinge aus Ungarn einreisen zu lassen. "Hätte sie zuschauen sollen, wie diese Leute in Ungarn verrecken?", fragt Geißler. "Angela Merkel hätte den Friedensnobelpreis verdient. Nächstenliebe ist keine Gefühlsduselei und kein Gutmenschentum, sondern eine Pflicht, denen zu helfen, die in Not sind."

Doch auch CSU-Chef Horst Seehofer würde nach eigener Aussage Kanzlerin Angela Merkel (CDU) den Friedensnobelpreis gönnen - auch wenn die beiden Parteivorsitzenden in der Flüchtlingspolitik derzeit über Kreuz liegen. Auf die Frage, wie sehr er eine solche Auszeichnung der Flüchtlingspolitik Merkels befürchte, sagte der bayerische Ministerpräsident: "Da ist keine Befürchtung, sondern wenn sie ihn bekommt, dann gönne ich ihn ihr. Und ich freue mich auch, wenn sie ihn bekommt."

Zu den bestehenden Differenzen in der Flüchtlingskrise sagte Seehofer: "Ich muss Ihnen sagen: Wir beide, also die Kanzlerin und ich, sehen das wahrscheinlich viel gelassener, als Sie glauben." Er fügte hinzu: "Es kommt im politischen Leben immer mal bei großen Fragen vor, dass man unterschiedlicher Meinung ist. Dann muss man diskutieren."

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