Schwerverbrecher auf der Flucht

Ausbrecher von New York hatten wohl "Hilfe von innen"

Mit ihrem filmreifen Ausbruch aus dem Gefängnis haben zwei Schwerverbrecher die USA am Dienstag weiter in Atem gehalten. Immer mehr Details wurden zu der Flucht bekannt.

Demnach hatten die beiden Ausbrecher, die in der Nacht zum Samstag aus einem Gefängnis im US-Bundesstaat New York türmten, offenbar Helfer in der Haftanstalt, wie New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo sagte. Von ihnen fehlte weiter jede Spur.

Richard Matt und David Sweat hätten "wahrscheinlich Hilfe von innen" gehabt, sagte Cuomo am Montag dem Fernsehsender NBC. Die 49 und 35 Jahre alten Verbrecher durchbrachen nach bisherigen Erkenntnissen mit elektrischen Werkzeugen die Stahlmauer ihrer Zellen. Anschließend zwängten sie sich durch Schächte und schnitten sich durch Tunnelsysteme und Rohre einen Weg in die Freiheit. An einem Rohr hinterließen sie einen gelben Notizzettel mit einem grinsenden Gesicht und dem Gruß "Einen schönen Tag noch!".

Eine Flucht "wie aus einem Drehbuch"

Zuvor hatten die Ausbrecher Kleidungsstücke so in ihren Betten drapiert, dass es aussah, als schliefen sie darin. Die Flucht hätte "aus einem Filmdrehbuch" stammen und den Männern allein nicht gelingen können, sagte Cuomo. Deshalb würden de Gefängnismitarbeiter sowie Mitarbeiter von privaten Subunternehmen nun überprüft.

Die "New York Post" berichtete, dass eine Gefängnismitarbeiterin im Visier der Polizei stehe und vom Dienst suspendiert worden sei. Womöglich sei die Frau von Matt, der laut der "NYP" den Ruf eines "berüchtigten Ladykillers", also eines Aufreißers hat, verführt worden. Die Polizei wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern.

Die Behörden setzten eine Belohnung in Höhe von 100.000 Dollar (90.000 Euro) für Hinweise auf den Aufenthaltsort der beiden Männer aus. Neben einem Aufgebot an Hundestaffeln, Helikoptern, Straßensperren und zahlreichen Einsatzkräften von Polizei und FBI informierten die US-Behörden auch die Kollegen in Kanada und Mexiko. Derzeit geht die Polizei einem Sprecher zufolge rund 300 möglichen Spuren nach.

Gouverneur warnt vor den Flüchtigen

Die verurteilten Mörder waren in der Nacht zum Samstag aus der Clinton Correctional Facility in dem kleinen Ort Dannemora getürmt, ihr Verschwinden wurde aber erst beim Morgenappell um 05.30 Uhr Ortszeit entdeckt. Nie zuvor war einem Häftling die Flucht aus dem seit 1845 existierenden Gefängnis gelungen. In der größten Hochsicherheits-Haftanstalt des Staates New York sitzen momentan rund 3000 Gefangene ein.

Zeitungen in den USA verglichen den Ausbruch der beiden Mörder mit Filmen wie"Die Verurteilten" und "Flucht von Alcatraz". Cuomo bemühte sich, mögliche Faszination oder Sympathien für die beiden Kriminellen sofort im Keim zu ersticken: "Sie sind gefährlich, wo immer sie sich im Land aufhalten", sagte der Gouverneur.

Der große und bullige Matt, der unter anderem als Tätowierung ein Rangabzeichen des US-Marine Corps auf der Schulter trägt, saß eine 25-jährige Haftstrafe wegen Entführung und Totschlags an einem Mann ab. Der ebenfalls tätowierte Sweat saß eine lebenslange Strafe ohne Bewährung ab, weil er einen Hilfssherrif erschossen hatte.

AFP

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