Angst vor IS-Rache

Fall Jaber A.: Syrische Hinweisgeber unter Polizeischutz

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Die syrische Hinweisgeber sind nun unter Polizeischutz.

Leipzig - Im Fall des Terrorverdächtigen Jaber al-Bakr stehen zwei der vier syrischen Hinweisgeber inzwischen unter Polizeischutz. Aus Angst vor Rache des IS befinden sie sich schon jetzt außerhalb Sachsens.

Ihnen sei eine "sichere Unterkunft" zur Verfügung gestellt worden, teilte das Landeskriminalamt Sachsen am Freitagabend mit. Es werde auch eine Aufnahme in das Zeugenschutzprogramm geprüft. Darüber entscheide die Polizei in Abstimmung mit der Generalbundesanwaltschaft.

Für die beiden Betroffenen sei in den vergangenen Tagen mit dem Bundeskriminalamt eine sogenannte Gefährdungsanalyse erstellt worden, teilte das LKA weiter mit. Sie erhielten demnach Verhaltenshinweise und sollen auch bei einem Ortswechsel Unterstützung erhalten - "wenn möglich gemäß ihrer Wünsche".

Morddrohungen von IS-Sympathisanten

Die zwei anderen syrischen Hinweisgeber halten sich laut LKA derzeit "auf eigene Initiative" außerhalb von Sachsen auf. Sie erhielten demnach dieselben Schutzangebote. Einer wolle aber auch nicht in Begleitung der Polizei nach Sachsen zurückkehren. Zu dem anderen sei die Kontaktaufnahme schwierig, erklärte die Behörde.

Drei Syrer, die al-Bakr gefesselt der Polizei übergaben, hatten den Behörden vorgeworfen, sie trotz Morddrohungen von Sympathisanten der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) nicht zu schützen. Das LKA erklärte, keiner der Hinweisgeber habe gegenüber der sächsischen Polizei von einer "konkreten Gefahr" berichtet.

Al-Bakr hatte sich am Mittwoch im Gefängnis in Leipzig erhängt. Er hatte geplant, in Deutschland schwere Anschläge zu verüben, und hatte mutmaßlich Verbindungen zum IS.

afp

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