Opfer erzählt von Gefangenschaft

Deutsche IS-Mitglieder sollen in Syrien gefoltert haben

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Häftlinge sollen mit Waterboarding und Scheinhinrichtungen gequält worden sein.

Berlin - Bei der IS-Terrormiliz in Syrien sollen einem Medienbericht zufolge auch deutsche Mitglieder Gefangene brutal misshandelt und gefoltert haben.

Diesem Verdacht gehe der Generalbundesanwalt nach, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Nach Recherchen der Zeitung sowie von NDR und WDR stützen sich die Ermittlungen auf die Aussagen eines 27-jährigen Deutschen. Er habe bis vergangenen Juni selbst in verschiedenen Gefängnissen des IS gesessen. Dann sei er unter bisher ungeklärten Umständen freigekommen.

Opfer erzählt von Gefangenschaft

Der Deutsche habe ausgesagt, dass er in seiner fast einjährigen Haft viele der später hingerichteten Geiseln kennengelernt habe. Eine Exekution einer Geisel habe er selbst beobachten müssen; sie sei erschossen worden. Wie im US-Gefangenenlager Guantanamo müssten die Häftlinge orangefarbene Overalls tragen und würden mit dem sogenannten Waterboarding gequält. Auch komme es immer wieder zu Scheinhinrichtungen. Dem berüchtigten Henker "Dschihadi John" sei er ebenfalls begegnet. Britische Behörden wollen ihn inzwischen als den in Kuwait geborenen Informatiker Mohammed Emwazi identifiziert haben.

Deutsche Islamisten seien nicht nur als Wächter, sondern auch als Folterer in den IS-Gefängnissen aktiv, sagte der Deutsche. Bei einem von ihnen handele es sich nach den bisherigen Ermittlungen der Bundesanwaltschaft um einen Islamisten aus Nordrhein-Westfalen, berichteten die Medien. Der zum Islam konvertierte frühere Pizzabote sei im Sommer 2013 nach Syrien gegangen und später bei einem Selbstmordanschlag gestorben. Die Bundesanwaltschaft lehne unter Verweis auf laufende Ermittlungen eine Stellungnahme ab.

dpa

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