KMW und Nexter

Deutsch-französische Panzerschmiede startet in Amsterdam

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Ein französischer Kampfpanzer vom Typ Leclerc der Firma Nexter.

Paris/München/Amsterdam - Fast eineinhalb Jahre hat es nach der ersten Absichtserklärung gedauert, nun steht der deutsch-französische Panzerriese. KMW und Nexter wollen sich nun gemeinsam im globalen Wettbewerb behaupten.

Der deutsche Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und der französischer Rüstungskonzern Nexter haben ihre Fusion vollzogen. Seit Dienstag stehen sie unter dem Dach einer gemeinsamen Holding mit Sitz in Amsterdam, wie die Unternehmen mitteilten. Der Rüstungsriese wird von KMW-Chef Frank Haun und dem neuen Nexter-Boss Stéphane Mayer geführt.

Durch den Zusammenschluss wollen die Panzerschmieden aus München und Versailles zu einem führenden europäischen Rüstungsanbieter mit gut 6000 Beschäftigten und knapp zwei Milliarden Euro Umsatz aufrücken. Ziel ist, die Position im globalen Wettbewerb zu verbessern. Sie wollen künftig Doppelarbeit bei Forschung und Entwicklung sparen, den Einkauf bündeln und die Vertriebskanäle gemeinsam nutzen.

Die neue Holding gehört jeweils zur Hälfte dem französischen Staat und der deutschen KMW-Eigentümerfamilie Bode-Wegmann. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist der Belgier Christian Jourquin, der lange Chef des Chemiekonzerns Solvay war.

KMW baut den weltweit gefragten Kampfpanzer „Leopard“, sieht sich aber durch Kürzungen der Verteidigungsetats und Exportbeschränkungen unter Zugzwang. Nexters Panzer „Leclerc“ dagegen ist außerhalb Frankreichs ein Ladenhüter.

Auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte kritisiert, dass 28 EU-Staaten jeweils eigene Waffensysteme haben und separat einkaufen. Berlin und Paris haben inzwischen Anforderungen an einen neuen Kampfpanzer abgestimmt, der ab 2030 den „Leopard 2“ ablösen soll. Wo er gebaut werden wird, ist offen.

Ihre grundsätzlichen Pläne für die Rüstungsfusion hatten die beiden Firmen bereits 2014 angekündigt, Ende Juli dieses Jahres wurden schließlich in Paris die Unterschriften unter die Verträge gesetzt. Frankreich hatte schon zuvor mit einem Gesetz die Grundlage dafür gelegt. Das Bundeskartellamt stimmte einige Wochen später zu, allerdings verzögerte sich der Vollzug durch eine vertiefte Prüfung des Bundeswirtschaftsministeriums.

In Deutschland hatte es Sorgen gegeben, dass durch den Deal die strengen deutschen Exportvorschriften für Rüstungsgüter umgangen werden könnten. Das Ministerium kam aber zu dem Schluss, dass das deutsche System der Rüstungsexportkontrolle nicht berührt werde.

dpa

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