Obdachlose in Schulden

Behörden treiben bei Obdachlosen Bußgelder wegen Corona-Verstößen ein

Zwei Obdachlose sitzen am 02.11.2017 in Stuttgart (Baden-Württemberg) in einer Unterführung.
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Zwei Obdachlose sitzen in Stuttgart in einer Unterführung. In den großen Städten in Baden-Württemberg gibt es immer mehr Obdachlose.

Obdachlose haben ohnehin schon mit extremen Lebensbedingungen zu kämpfen. Nun kommen auch noch Bußgelder wegen Corona-Verstößen hinzu - teilweise tausende Euro.

Karlsruhe - Seit die Corona-Pandemie um sich greift, kämpfen Obdachlose noch mehr als zuvor mit Widrigkeiten. Besonders hart treffen die Wohnungslosen Bußgelder, die die Behörden aufgrund von Verstößen gegen die Corona-Verordnungen eintreiben.  „Das sind zum Teil horrende Beiträge, die von den Ordnungsbehörden vehement eingetrieben werden“, sagte Julia Schlembach vom Referat Wohnungslosenhilfe der Diakonie Baden der dpa. Sogar von Summen im vierstelligen Bereich ist die Rede. Viele Obdachlose geraten dadurch in Not und verschulden sich. Im April hat die Bundesregierung über Corona-Sonderhilfen in Höhe von rund 750.000 Euro beschlossen, von denen um die 250.000 Euro für die Wohlfahrtsverbände bestimmt waren. Schlembach findet dies jedoch zu wenig: Die Sonderhilfen seien „nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“. Aus Kreisen von Sozialverbänden hieß es, dass Anträge auf Hilfsgelder aus dem Frühjahr zum Teil noch nicht oder viel zu langsam bearbeitet würden.

Wie BW24* berichtet, treiben Behörden gnadenlos Corona-Bußgelder bei Obdachlosen ein.

Das Coronavirus in Baden-Württemberg breitet sich weiter aus (BW24* berichtete). *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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