Überblick von Kroatien bis Bulgarien

Corona: Urlaubsländer reagieren „viel strenger als Deutschland“ - Knallhart-Maßnahme in Griechenland

Kroatien, Griechenland, Bulgarien: Diese Länder stehen in Deutschland für Urlaub. Doch der Balkan ächzt schwer unter der Corona-Pandemie. Wo wegen Covid-19 was gilt, und wer mit welchen Problemen zu kämpfen hat. Ein Überblick.

München - Unter den Reisezielen der Deutschen stehen sie seit Jahren hoch im Kurs: Kroatien und Griechenland.

Doch auch die Balkan-Halbinsel wird von der Coronavirus-Pandemie beherrscht - gesundheitspolitisch und wirtschaftlich. Griechenland hat einen drastischen Covid-19-Lockdown verhängt, Kroatien hat mit hohen Corona-Fallzahlen zu kämpfen. Wie ist wo die Lage, Stand 12. November? Und welches Land wählt welche Maßnahmen? Ein Überblick (ausgewählte Länder):

Corona in Griechenland: Bürger dürfen im Lockdown nur per SMS vor die Tür

Als sich die 7-Tage-Inzidenz in Griechenland - bildlich gesprochen - in Sieben-Meilen-Stiefeln der 100er Marke näherte, griff die Regierung von Premierminister Kyriakos Mitsotakis Anfang November knallhart durch: Lockdown! Und zwar nicht light, sondern mit scharfen Maßnahmen.

Die Ippen Digital Zentralredaktion hat sich umgehört. „Die Behörden sind viel strenger als in Deutschland“, erzählen etwa Griechen, die in München leben. Was sie damit meinen?

  • In Griechenland gilt wegen Corona eine landesweite nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 Uhr und 5 Uhr.
  • Bürger dürfen tagsüber nur vor die Tür, wenn sie die Behörden per SMS um Erlaubnis fragen. Die Polizei kontrolliert die Einhaltung der Covid-19-Regeln streng. Ausnahmen sind laut Bild zum Beispiel Arztbesuche, Unterstützung Hilfsbedürftiger und Individual-Sport im Freien.
  • Wer gegen die Corona-Ausgangssperre verstößt, muss ein Bußgeld von 300 Euro zahlen. Da in Griechenland Arbeitnehmer im Schnitt nur mehrere hunderte Euro verdienen, ist das sehr viel.
  • Nur noch Supermärkte, Apotheken und lebenswichtige Geschäfte haben geöffnet. Im gesamten Land gilt im öffentlichen Raum eine Maskenpflicht.

Corona in Kroatien: Die Covid-19-Fallzahlen sind auf konstant hohem Niveau

Istrien und Dalmatien, die Städtchen Opatija oder Dubrovnik, die Inseln Pag oder Korcula - Kroatien ist jährlich das Ziel vieler Touristen aus Deutschland und Österreich.

Die Corona-Krise treffe das vom Tourismus abhängige Kroatien mit am stärksten, erklärte laut tagesschau.de Mario Holzner vom Wiener Institut für internationale Wirtschaftsvergleiche. Demnach droht ein Einbruch des Bruttosozialprodukts im knapp zweistelligen Bereich.

Bei Touristen beliebt: die Insel Korcula vor der Küste Kroatiens.

Einen Lockdown gibt es nicht. Dabei überschritt die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen um den 20. Oktober herum erstmals die 1000er-Marke. Umgerechnet auf etwa 4,3 Millionen Einwohner ist das ordentlich. Am 11. November lag die 7-Tage-Inzidenz laut n-tv.de bei 399,2.

Corona in Montenegro: Krasse 7-Tage-Inzidenz an der Adria

Das kleine Montenegro (620.000 Einwohner) gilt für Urlaub an der Adria als Geheimtipp. Etwa durch die Bucht bei Kotor, oder für Party-Urlaub in der Strand-Stadt Budva. Doch das ehemals jugoslawische Land hat heftig mit Corona-Neuinfektionen zu kämpfen.

So lag die 7-Tage-Inzidenz an Neuansteckungen laut Erhebungen von n-tv.de am 11. November bei sage und schreibe 645,1.

Corona in Bulgarien: In Zeiten von Covid-19 gehen die Ärzte aus

Bulgarien war eines der ersten Länder, dass sich in der zweiten Welle der Corona-Pandemie für neue Beschränkungen entschied. Diese traten bereits Ende Oktober in Kraft - und gelten für vorerst zwei Wochen. Eine Verlängerung ist wahrscheinlich.

Corona-Beschränkungen in Bulgarien
Maskenpflichtgilt im öffentlichen Nahverkehr wie Bus, Bahnen und U-Bahn
Gymnasien (Oberstufe) und Universitätenvirtueller Online-Fernunterricht
Sportevents wie Fußball-Spielenur noch ohne Zuschauer
Nachtlokale, Bars und DiscothekenInnenräume müssen geschlossen bleiben

Am Mittwoch, 11. November, lag die 7-Tage-Inzidenz bei vergleichsweise hohen 324,6. Und das Land (rund 7 Millionen Einwohner) klagt über ein weiteres Problem: Viele Ärzte sind wegen der besseren Perspektive in den Westen ausgewandert, zum Beispiel nach Deutschland. Wie tagesschau.de berichtet, fehlt vor allem auf den Intensivstationen das Fachpersonal. (pm) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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