Chemie-Gewerkschaft fordert im Tarifstreit "ernsthaftes Angebot"

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Werk der Bayer AG in Leverkusen: Die Chemie-Tarifrunde 2015 ist ungewöhnlich kontrovers. Foto: Oliver Berg/Archiv

Die Chemie-Tarifrunde 2015 ist ungewöhnlich kontrovers. Gewerkschaft und Arbeitgeber liegen so weit auseinander wie selten. In Köln demonstrierten am Samstag mehrere Tausend Arbeitnehmer für mehr Geld.

Köln (dpa) - Im Streit um die laufenden Chemie-Tarifverhandlungen hat der Vorsitzende der Gewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, von den Arbeitgebern ein "ernsthaftes Angebot" gefordert. Er erwarte eine "Rückkehr zur tarifpolitischen Vernunft", sagte Vassiliadis bei einer Kundgebung in Köln laut Mitteilung.

Nach Angaben der Gewerkschaft waren 6000 Teilnehmer gekommen, die Polizei sprach von 3500. Die Chemie-Arbeitgeber hatten angeboten, die Einkommen für die bundesweit etwa 550 000 Beschäftigten der Branche nach zwei Leermonaten um 1,6 Prozent zu erhöhen und 200 Euro in einen sogenannten Demografie-Fonds einzuzahlen, mit dem Betriebe etwa Maßnahmen zur Altersvorsorge oder Alterszeitzeit finanzieren können. Die Gewerkschaft verlangt 4,8 Prozent mehr Geld.

"1,6 Prozent - das ist kein Angebot, sondern ein Dokument der Geringschätzung gegenüber den Leistungen der Beschäftigten", kritisierte IG-BCE-Verhandlungsführer Peter Hausmann. Zu einer vierten Verhandlungsrunde kommen die Tarifparteien am Donnerstag (26. März) in Stuttgart zusammen.

Hausmann betonte, dass die IG BCE einen Abschluss anstrebe: "In Stuttgart besteht dazu die letzte Möglichkeit. Gelingt dies nicht und schlägt auch die Schlichtung fehl, ist ein Arbeitskampf nicht länger ausgeschlossen."

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Hans-Carsten Hansen, sagte der "Wirtschaftswoche", dass auch er auf eine Verhandlungslösung setze: "Auf beiden Seiten sind noch große Schritte nötig - vielleicht auch mal ein Spagat." Forderungen wie in der Metall- und Elektroindustrie, wo ein Tarifabschluss von 3,4 Prozent gelang, seien wegen der geringeren Produktivität in der Chemiebranche überzogen.

IG BCE

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