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Rente im Durchschnitt um 28 Prozent gestiegen - darum merken Senioren davon aber nichts

Trotz steigender Renten bleibt auf dem Konto nicht viel übrig.
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Trotz steigender Renten bleibt auf dem Konto nicht viel übrig.

Eigentlich gute Nachrichten: Die durchschnittlichen Nettorenten sind seit 2000 um 28 Prozent gestiegen. Die Sache hat allerdings einen gewaltigen Haken.

  • Die durchschnittlichen Nettorenten sind in den letzten 20 Jahren angestiegen.
  • Trotzdem ziehen Rentner daraus keine großen Vorteile.
  • Die Renten von Frauen sind stärker angestiegen als die der Männer.

Durchschnittliche Nettorente gestiegen - aber auch die Inflation

Die Rente* ist ein großes Thema für die Deutschen, schließlich fürchten sich viele vor der Altersarmut. Dabei haben Senioren augenscheinlich keinen Grund dazu: Die durchschnittlichen Nettorenten sind seit dem Jahr 2000 von 700 Euro auf 896 Euro gestiegen, wie die Neue Osnabrücker Zeitung (Inhalt hinter Bezahlschranke) unter Berufung auf Informationen der Linksfraktion im Bundestag schreibt, die wiederum von der Rentenversicherung stammen. 

Das Ganze hat allerdings einen Haken: Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes steht dieser Steigerung eine Inflation von 29,9 Prozent gegenüber. Im Grunde sind die Nettorenten real also um 1,9 Prozent gesunken. Die-Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch gibt der Rentenpolitik von Union und SPD seit der Jahrtausendwende die Schuld an dieser Diskrepanz.

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Zwischen Männern und Frauen gibt es dabei große Unterschiede: "Die durchschnittliche Versichertenrente netto vor Steuern ist bei Männern von rund 956 Euro Ende des Jahres 2000 auf rund 1.114 Euro Ende des Jahres 2018 angestiegen", zitiert die NOZ die Deutsche Rentenversicherung (DRV). Das seien rund 16,5 Prozent mehr. Bei den Frauen gab es im selben Zeitraum eine Steigerung von 44,8 Prozent - von rund 496 Euro auf 719 Euro. Bei den Nettowerten sind die Beiträge des Rentners zur Kranken- und Pflegeversicherung* schon abgezogen.

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Bruttorenten stärker gestiegen als Inflation

Die Deutsche Rentenversicherung vergleicht hingegen die Preisentwicklung der Bruttorenten, die nach Anpassungen im betroffenen Zeitraum rund 33,1 Prozent für Entgeltpunkte West und um 47,6 Prozente rund Entgeltpunkte Ost betrugen. Der DRV-Sprecher weist darauf hin, dass der Realwert der Bruttorenten also stärker gestiegen ist als die Inflation. Trotzdem hält Bartsch die Nettorenten für das entscheidende Maß. "Wir können auf eine Katastrophe zusteuern, wenn das Rentenniveau nach 2025 weiter abgesenkt werden sollte", meint er.

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