Das Facebook der Zahlungsdienstleister

PayPal: Was Sie über den großen Zahlungsdienstleister wissen sollten

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Für den digitalen Bereich hat sich PayPal längst zum großen global Player gemausert. Dennoch sollten potenzielle User sich das Unternehmen genauer anschauen, bevor es losgeht.

Die Digitalisierung macht vieles anders als es analog üblich war. Das Dorfplatzgespräch findet heute auf Social Media statt, was einst der Shell-Atlas war, steckt heute in jedem Smartphone. Kein Wunder also, dass auch das Bezahlen sich von den im analogen Leben üblichen Verfahren unterscheidet – obwohl der Umbruch in eine digitale Richtung schon vorher anfing, als Kartenzahlung so allgegenwärtig geworden ist.

Zahlungsdienstleister schossen in den vergangenen Jahren wie Pilze aus dem virtuellen Boden. Keiner schaffte es jedoch bislang, an der Marktposition des bereits 2000 gegründeten US-Unternehmens PayPal zu kratzen. Doch längst nicht jeder in Ludwigshafen kennt die wichtigsten Details. Der folgende Artikel liefert sie.

Viele Anwendungen

Geld senden und empfangen, das ist das Basisprinzip von PayPal – allerdings immer wieder ergänzt um zusätzliche Services, etwa ein System zur Ratenzahlung. Daraus und durch die weite Verbreitung ergeben sich mannigfaltige Anwendungen:

  • PayPal kann mit dem Google-Pay-Konto verknüpft werden. Dadurch können Besitzer von Android-Geräten das Smartphone zum kontaktlosen Zahlen nutzen, wenn ihre Bank nicht mit Google zusammenarbeitet oder sie eine weitere Sicherheits-Barriere zwischenschalten möchten.
  • Im Bereich der Sportwetten hat sich PayPal rasch zum Quasi-Standard entwickelt. Selbst seit PayPal erklärte, ausschließlich Sportwetten mit einer Einzahlung zuzulassen, gibt es neue Wettanbieter mit PayPal. Dies begründet sich wohl mit der Einheitlichkeit und Sicherheit, die durch den Dienst geboten werden.
  • Beim internationalen Geldversenden ist der US-Zahlungsdienstleister ebenfalls auf dem besten Weg zum Standard, bringt durch seinen Service namens Xoom andere, lang etablierte Geldversender in die Bredouille.
  • Um beim Internetkauf ein Produkt zu bezahlen, bedeutet der meist einzige Schritt, PayPal bei den Zahlungsarten auszuwählen. Sobald der Käufer den Kaufen-Button betätigt, erfolgt eine Überleitung auf die PayPal-Seite, wo er bloß noch die korrekte Summe bestätigt.
  • Dadurch, dass es möglich ist, sein PayPal-Konto mit Geld aufzuladen, bietet sich eine Nutzung als Bankkonto-Alternative an. Da das Unternehmen in Luxemburg als Bank bzw. Kreditinstitut lizensiert ist, ist das ein rechtlich legitimer Weg. Forciert wird dies neuerdings dadurch, dass PayPal eine Debit-Mastercard offeriert – allerdings nur für Geschäftskunden.

Beim Shopping entfallen dabei für den Käufer keine Nutzungsgebühren. Allerdings gelten für empfangende Händler und über Ländergrenzen versendende Privatleute andere Bedingungen. Hier hat PayPal einen umfangreichen Gebührenschlüssel – der allerdings häufig als etwas zu umfangreich und kompliziert kritisiert wird.

Abermals Elon Musk

Elon Musk kennt man heute vor allem als etwas exzentrischen Firmenchef des Elektroauto-Herstellers Tesla sowie SpaceX – von dem man derzeit 60 Satelliten am Nachthimmel entdecken kann. Doch Musk ist schon lange im Geschäft. So war er vor dem Jahrtausendwechsel Besitzer von X.com, einer Firma, die sich auf digitale Finanzdienstleistungen fokussierte. 

Im Jahr 2000 fusionierten X.com und das Konkurrenzunternehmen Confinity zu PayPal. Dieses Startup ging sofort durch die Decke – so stark, dass sich eBay einschaltete. Dort hatte man zuvor viel Geld in ein eigenes Bezahlsystem gesteckt, musste aber feststellen, dass Käufer und Verkäufer viel häufiger PayPal nutzten.

2002 erwarb eBay PayPal für 1,5 Milliarden US-Dollar – Musk, der knapp zwölf Prozent der PayPal-Anteile besaß, bekam 165 Millionen und wandte sich anderen Projekten zu. PayPal blieb in eBay-Hand, bis es 2015 zu einer Trennung in zwei unterschiedliche Unternehmen kam. Seit 2007 hat das Unternehmen auch eine europäische Lizenz und Sitz in Luxemburg.

Ein Mittelsmann

So viel zur Geschichte. Doch wie funktioniert das Prinzip? Letzten Endes stellt das Unternehmen einen Mittelsmann zwischen Sendern und Empfängern von Geld dar.

Dafür gibt es gute Gründe:

  1. Es ist nicht nötig, Konto- und sonstige Zahlungsdaten zu übertragen. Alles liegt zentral bei PayPal, sodass das Risiko geringer ist, dass Unbefugte Zugriff erlangen. Dazu gehört auch ein Käuferschutz, durch den Kunden bei Unstimmigkeiten ihr Geld zurückbekommen können.
  2. Vor allem mit Hinblick auf die global höchst unterschiedlichen Zahlungsanbieter, Kreditkartenfirmen usw. fungiert PayPal als allgemein akzeptierter Standard.
  3. Ein PayPal-Konto kann mit mehreren Zahlungsarten verknüpft werden, sodass Sender und Empfänger auswählen können, was für eine Transaktion ihnen am besten zusagt.

Dadurch hat sich das Unternehmen einen guten Ruf erarbeitet, gegen den es nur wenige Misstöne zu hören gibt.

Loslegen

Es gibt kaum noch einen Internethändler, der nicht PayPal nutzt. Insofern ist der Dienstleister schon für sämtliche Privatkunden interessant, die viel bei unterschiedlichen Anbietern kaufen und nicht nur bei wenigen Branchenriesen.

Hier ersparen Shoppingfans sich vor allem die Mühe, bei jedem Kauf bei einem neuen Händler abermals intime Finanzdaten übermitteln zu müssen, ohne sicher sein zu können, wie gut es beim jeweiligen Verkäufer um den Datenschutz bestellt ist – gerade bei kleinen Anbietern finden Kriminelle oft weit offene Sicherheitslücken.

Doch wie startet man? Mit der Erstellung eines PayPal-Kontos. Dazu braucht es:

  • Den vollständigen Namen,
  • die Adresse,
  • eine Telefonnummer und
  • eine E-Mail-Adresse.

Damit wird nun ein Account eröffnet. Dieser Schritt sorgt für ein automatisches E-Mail-Versenden. In der E-mail muss nun ein Link geklickt werden, der die Eröffnung bestätigt.

Bevor nun alles Weitere eingerichtet wird, sei dringend angeraten, sein Konto mit einem extrem sicheren Passwort zu versehen. Ein solches können auch Privatleute über den vielgelobten ZENDAS-Generator der Datenschutzstelle der baden-württembergischen Universitäten erstellen lassen. Bei einer so wichtigen Verschlüsselung sollte es aus 20 und mehr Zeichen bestehen.

Dann muss der Neukunde nur noch das Konto zur Zahlung einrichten. Die für Normalverbraucher üblichen Methoden sind das Girokonto sowie Kreditkarten.

  • Um das Konto hinzuzufügen, benötigt der Dienst IBAN sowie BIC – beides findet sich im Zweifelsfall auf der Girokarte des Kunden. Dann wird PayPal einen Betrag von einem Cent auf dieses Konto überweisen. Anschließend braucht man einen Kontoauszug. Auf diesem steht neben der Überweisung ein mitgesendeter Code. Den gibt man dann zur Kontobestätigung ein.
  • Um eine Kreditkarte hinzuzufügen, erfolgt stattdessen die Eingabe der Daten einer Kreditkarte. Das funktioniert auch ohne weitere Bestätigungen und Codes.

Nunmehr kann der Account sofort verwendet werden. Möglich ist auch, sich eine App des Dienstleisters herunterzuladen. Wer jedoch zunächst nur beim Shoppen bezahlen möchte, braucht diese nicht unbedingt.

Übrigens: Bei Zahlungen landet das Geld in der Regel binnen Minuten beim Empfänger. Die Kreditkartenbelastung für den Zahlenden erfolgt sofort, bei Bankkonten kann es ein oder zwei Werktage dauern. Über das Wochenende bucht das Unternehmen gar nicht ab.

Fazit

Mit PayPal hat auch das Feld des Bezahlens im Netz längst einen Platzhirsch bekommen, der ebenso omnipräsent ist wie Amazon, eBay, Netflix, Facebook und Co. Und zumindest, wer gerne und häufig im Internet shoppt, kann durchaus davon profitieren, einen Dienstleister für praktisch alles nutzen zu können. 

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