Frührente

Rente mit 63: So können Sie ohne Abschläge früher in den Ruhestand

Wer mit 63 verfrüht in die Rente möchte, muss in der Regel mit Abschlägen rechnen.
+
Wer mit 63 verfrüht in die Rente möchte, muss in der Regel mit Abschlägen rechnen.

Nach jahrzehntelanger Arbeit freuen sich viele Deutsche auf ihre wohlverdiente Rente. Es ist aber auch möglich früher und abschlagsfrei in den Ruhestand zu gehen.

  • Viele Deutsche liebäugeln mit der Frührente.
  • Wer mit 63 in den Ruhestand will, muss jedoch mit Abschlägen rechnen.
  • Diesen können Sie aber entgegenwirken.

Seit 2012 wird stufenweise die Regelaltersgrenze angehoben. So können alle, die im Jahr 1964 oder später geboren sind, erst mit 67 Jahren in Rente gehen. Wer Abschläge in Kauf nimmt, kann allerdings schon mit 63 in den verdienten Ruhestand. Dadurch kann sich die monatliche Rente jedoch erheblich reduzieren. Wie Sie möglichst ohne Abschläge mit 63 in die Rente gehen können, erfahren Sie hier.

Mit 63 ohne Abschläge in die Rente - diese Möglichkeit haben Sie

Wer ohne finanzielle Einbußen in die Rente gehen möchte*, muss 45 Beitragsjahre vorweisen können. Alternativ zahlen immer mehr Deutsche Zusatzbeiträge, um früher und abschlagsfrei in Rente gehen zu können. Das ist erst ab 50 Jahren und mit 35 Versicherungsjahren möglich. Laut Rentenversicherung nutzten 2018 bereits 17.086 Beitragszahler diese Option - und damit fast 50 Prozent mehr als im Vorjahr mit 11.620 Beitragszahlern.

Wie die Bild (Inhalt hinter Bezahlschranke) vom Sprecher der Rentenversicherung, Dirk von der Heide, erfahren hat, liegt das daran, dass das Sparen für Verbraucher immer unattraktiver wird: "Viele denken sich: 'Bevor ich das Geld zur Bank trage und Strafzinsen zahle, gebe ich es lieber in die Rentenversicherung'." Auch der Renten-Experte Peter Haan vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht laut Bild die Vorteile darin: "Die Rendite ist dort derzeit in der Regel deutlich attraktiver als bei Lebensversicherungen oder Pensionsfonds."

Mehr erfahren: Coronavirus - Diesen Nachteil haben Hartz-IV-Empfänger - erschreckende Folgen möglich.

Frührente ohne Abschläge: Das Problem mit den Extrabeiträgen

Während nun viele Deutsche mit der Frührente durch Extrabeiträge liebäugeln, kommt diese Option oft nur für Gutverdiener und Akademiker infrage. Die übrigen Beitragszahler können kaum Geld für die Zusatzbeiträge erübrigen. Schließlich werden pro Monat, die man früher in Rente gehen möchte, 0,3 Prozent abgeschlagen. Das bedeutet, dass Versicherte ab dem Jahrgang 1964, die mit 63 in Rente gehen möchten und eine Rente von 1.000 Euro im Monat* erwarten mit 14,4 Prozent Einbußen rechnen müssen. Um diese auszugleichen, wären Extrabeiträge in Höhe von insgesamt 38.400 Euro nötig.

Aus diesem Grund hatten 41 Prozent der Versicherten, die im Jahr 2018 in Frührente gingen, Abschläge von durchschnittlich 90 Euro von der Brutto-Monatsrente.

Auch interessant: Ehepaar klagt an - mussten Deutschland verlassen, weil "Monat länger war als Rente".

Ab in die Frührente: So wird der Traum vielleicht doch noch wahr

Trotz hoher Abschläge träumen viele Deutsche immer noch von der Frührente. Darum kann es sich lohnen, direkt bei der Rentenversicherung nachzufragen und sich individuell ausrechnen lassen, wie hoch die Abschläge ausfallen. So kann es vielleicht für Sie lohnen, Teilzahlungen zu leisten. Um ein Jahr früher in die Rente zu gehen, müssen Versicherte zum Beispiel - bei einer erwarteten Rente von 1.000 Euro im Monat -, mit 8.500 Euro an Zusatzzahlungen rechnen.

Lesen Sie auch: Frau (60) fällt aus allen Wolken - als sie erfährt, wie viel Rente sie später erhält.

Mit diesen sieben Tipps sparen Sie im Alltag viel Geld

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Kommentare