Plötzlich Geldnot

Finanzielle Engpässe überwinden: Wenn plötzlich jeder Geld will

Vor einem plötzlichen finanziellen Engpass ist niemand zu 100 Prozent sicher. In einer solchen Situation heißt es dann: Ruhe bewahren, analysieren und günstige Finanzquellen finden.

Selbst die beste Planung kann manches nicht vollständig vermeiden. Finanziellen Engpässen ist häufig schwer vorzubeugen, denn es scheint, als kämen sie Hand in Hand mit Murphy’s Gesetz an den heimischen Wohnzimmertisch. Wenn etwas schiefgehen kann, geht auch etwas schief. Und so ist das Geld knapp, schier endlose Personen wollen mit einem Mal Geld und es wird von Tag zu Tag enger. Doch auch diese finanziellen Engpässe lassen sich überwinden. Sicher ist es nicht leicht, doch die Unmöglichkeit steht noch mal auf einem ganz anderen Blatt, wie dieser Artikel zeigt.

Wenn plötzlich das Geld knapp wird, kann dies unterschiedliche Ursachen haben.

Situation analysieren

Es gibt schlichtweg nicht den finanziellen Engpass. Allgemein lässt er sich grob in drei Kategorien aufteilen:

  • Alles kommt zusammen – Auto kaputt, Herd defekt, Waschmaschine läuft aus, Klassenfahrt steht an und überhaupt passen den Kindern die Schuhe nicht mehr. Dieser finanzielle Engpass entsteht aus mehreren Ereignissen, die unpassenderweise zusammen eintreten.
  • Überblick verloren – dieser Engpass steht schon auf einem anderen Blatt. Er kann gut dann eintreten, wenn zu Anfang Geld vorhanden war, sodass einfach nicht darauf geachtet wurde, wie das Verhältnis zwischen Ein- und Ausgaben ist.
  • Veränderte Situation – das ist ein Engpass, dem kein Eigenverschulden zugrunde liegt, der aber auch schwieriger zu bewältigen ist. Die bisherigen Kosten laufen weiter, doch es hat sich etwas an der persönlichen Situation geändert: Krankengeld, Arbeitslosigkeit, aber auch ein neuer Job mit weniger Gehalt können hier die Ursache sein.

Während es immer nützlich ist, die Ein- und Ausgaben bestens im Blick zu behalten, sind Grund zwei und drei ausschlaggebend für eine Änderung des Ausgabenverhältnisses. Nun gilt:

  • Aufstellung – es muss genau ausgerechnet werden, wie viel Geld monatlich reinkommt und welche Ausgaben bestehen. Bleibt am Ende ein Plus übrig, ist es vorteilhaft. Zumeist wird dort jedoch ein Minuszeichen stehen. Nun gilt:
  • Sparen – der einfachste Weg ist, Verträge aufzulösen und in günstigere Tarife zu wechseln. Dies gelingt bei Strom, Gas, aber zum Ende der Vertragslaufzeit auch mit Telekommunikationsverträgen. Wie sieht es zudem mit dem Fitnessstudio oder Sportverein aus? Lässt sich hier der Vertrag kündigen oder abändern?
  • Haushaltsbuch – fortan sollten alle Ausgaben in einem Haushaltsbuch aufgeführt werden. Gerade die alltäglichen Einkäufe bieten schnell ein großes Sparpotenzial, obgleich es einem selbst zu Anfang gar nicht so vorkommt. Doch wer nach einem Monat sieht, wie viel Geld eigentlich für den Coffee-to-Go ausgeben wird, der sieht, dass dieses Geld anderweitig besser eingesetzt werden könnte.

Das erste Ziel ist, dass am Monatsende kein Minus mehr entsteht. Wer gar ein leichtes Plus schafft, der kann jetzt schon dem nächsten Engpass vorbeugen und das Geld auf die Seite legen.

Finanzquelle suchen

Während Einsparhilfen immer auf längere Sicht ausgelegt sind, so müssen Bürger mit einem aktuellen Engpass natürlich Wege finden, Gläubiger möglichst schnell zu bedienen. Kaum einer von ihnen wird sich darauf einlassen, dass der Bürger zwar nun spart, aber erst in sechs Monaten zahlen kann. Bevor es jedoch auf die Suche nach Finanzquellen geht, sollten Schuldner dennoch zur Tat schreiten:

  • Gläubiger auflisten – es ist wichtig, alle Gläubiger, bei denen gerade Außenstände sind oder bald auftreten, aufzuschreiben.
  • Gläubiger ansprechen – "sprechenden Menschen kann geholfen werden". Dieser Spruch gilt in dieser Situation absolut, obgleich es vielen Bürgern peinlich ist, gegenüber den Gläubigern Probleme offen anzusprechen. Dennoch ist es sinnvoll, denn oft kann auf diese Weise eine für beide Seiten taugliche Regelung gefunden werden. Wer sich in einem Engpass befindet, aber klären kann, dass statt der Rechnung von 500,00 Euro nun erst einmal monatlich 50,00 Euro bezahlt werden, der ist schon einen gewaltigen Schritt weiter.
  • Regelungen fixieren – die Regelungen sollten schriftlich festgehalten werden. Wichtig ist, dass sie absolut eingehalten werden. Gläubiger kommen Schuldnern in diesem Fall entgegen, dürfen aber direkt auf die Gesamtrechnung bestehen, wenn der Schuldner sich nicht an seine Seite der Vereinbarung hält.

Warum ist dies so wichtig? Ganz einfach, weil viele Unternehmen und Gläubiger vorerst von weiteren Schritten absehen, wenn sich der Schuldner selbst bei ihnen meldet und um eine Klärung bittet. Und um deutliche Probleme, beispielsweise Schufa-Einträge, zu vermeiden, helfen diese besonderen Vereinbarungen, da sie auch Vollstreckungsmaßnahmen vorerst aufschieben und vermeiden.

Ist dieser Schritt gemacht, geht es an die Sicherung von Finanzquellen:

  • Dispo – dieser Weg sollte nur gewählt werden, wenn sicher ist, dass sich die Lage in kurzer Zeit bessert. Der Dispo ist die teuerste Möglichkeit der Geldbeschaffung und schmälert das übliche Vermögen allein durch seine bloße Nutzung. Ist das Konto 1.500 Euro im Minus und kommen monatlich 3.000 Euro rein, sind faktisch nur noch 1.500 Euro zur Verfügung, ohne dass das Konto wieder rote Zahlen schreibt.
  • Sofortkredite – sie sind ideal, um rasch Geld zu erhalten. Wichtig ist hier, die Konditionen zu vergleichen und eine realistische, doch kurze Laufzeit zu wählen. Die kürzere Laufzeit ist der Weg aus den Schulden, die realistische Laufzeit die, die es garantiert, dass die Raten dauerhaft zurückgezahlt werden können.
  • Umschuldung – viele Bürger, die sich in einem finanziellen Engpass befinden, unterhalten bereits Ratenzahlungen, sind tief im Dispo und haben mehrere Kredite. Mitunter ist eine Umschuldung die beste und sicherste Möglichkeit. Hierfür wird ein einziger Kredit neu aufgenommen, der einzig dazu dient, alle anderen Verpflichtungen zu tilgen. Oft ist es leichter, nur noch eine einzige Rate zu tilgen, als den finanziellen Kampf an mehreren Fronten zu führen.

Wichtig ist jedoch bei allen Möglichkeiten und möglichen Lösungen, frühzeitig zu handeln. Viele Probleme lassen sich anfangs noch gut aus der Welt schaffen und Gläubiger sind durchaus bereit, kleine Raten zu akzeptieren. Wer allerdings wartet, bis das Konto tiefrote Zahlen schreibt und aus Mahnungen gelbe Briefe werden, der hat einen schwierigen Verhandlungsstandpunkt. 

Dank der Zinspolitik der EZB werden Kredite aktuell zu günstigen Konditionen angeboten.

Fazit – finanzielle Engpässe lassen sich lösen

Allerdings ist hierfür immer Eigenaufwand und Arbeit notwendig. Schon die Auflistung der Ein- und Ausgaben und das Eruieren möglicher Sparziele ist anstrengend. Doch ist das wichtig, um überhaupt einen Sofort- oder Ratenkredit nutzen zu können. Ohne zu wissen, was monatlich übrigbleibt, lassen sich keine Raten berechnen. Doch darf auch die Rücksprache mit Gläubigern niemals vergessen werden. Oft lassen sich hier die simpelsten Lösungen finden, die einen selbst einen gewaltigen Schritt nach vorne bringen.

Rubriklistenbild: © Christian Dubovan / Unsplash.com

Kommentare