Einzelhandel heute

Onlinekauf vs. Stationärer Handel

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Schuhe, Handtaschen, Kosmetik, schick günstig und nicht zu knapp: Shopping ist ein Muss. Ob Sie dies besser on- oder offline tun sollten, erfahren Sie hier.

Ganz entspannt auf der Couch nach den neuesten Modetrends Ausschau halten - Dank der Unmengen an Online-Shops in der heutigen Zeit kein Problem. Laut einer aktuellen Umfrage erwähnen Kunden diese Bequemlichkeit als größten Vorzug des Online-Shoppings.

Die Geschäfte vor Ort haben andere Stärken. Sie können die Waren gezielt in Augenschein nehmen, bewusst auswählen und erhalten eine fachgerechte Beratung.

Die Deutschen sind clevere wie auch bewusste Shopper. Waren werden gezielt dort eingekauft, wo sich den Kunden die meisten Vorteile bieten. Nicht selten kombinieren die Anbieter daher beide Möglichkeiten und bieten damit ein zukunftsorientiertes Einkaufserlebnis, welches den Bedürfnissen der Verbraucher entgegenkommt.

Online-Shopping - bunt, vielfältig und schnell

In den letzten Jahren hat das Interesse am Online-Shopping deutlich zugenommen. Im Zuge der Digitalisierung kommt uns dieser Trend durchaus gelegen. Shops gibt es jetzt plötzlich nicht mehr nur in der nächsten Großstadt, sondern immer und jederzeit im Netz. Der Einkauf wird bequemer und die Ware ist oft bereits am nächsten Werktag beim Kunden. Nach einem anstrengenden Arbeitstag wird auf den Shopping-Marathon verzichtet und stattdessen in bequeme Jogginghosen geschlüpft und der Einkauf auf der Couch erledigt.

Finden Sie sich hier wieder? Dann gehören Sie zu den 74 Prozent, die sich statistisch gesehen für die umfangreiche Auswahl in den Online Shops begeistern können. Mehr als die Hälfte aller Umfrageteilnehmer loben die bessere Verfügbarkeit die ausführlichen Produktinformationen und die einfache Erreichbarkeit.

Der Einkaufsprozess lässt sich per Mausklick einfach abwickeln. Es stehen unterschiedliche Bezahlmöglichkeiten zur Verfügung. Die meisten Online-Shops punkten mit günstigen Lieferzeiten und einem erweiterten Rückgaberecht.

Zusammengefasst sprechen folgende Gründe für den Online-Kauf:

  • Einkaufen rund um die Uhr 
  • Lieferung direkt nach Hause 
  • Zeit kann eingespart werden 
  • umfangreiche Produktauswahl 
  • günstige Preise 
  • schnelle Lieferung 
  • fehlende stationäre Einkaufsalternativen vor Ort

Offline einkaufen - transparent und sicher 

Der Einkauf im Ladengeschäft ist längst nicht aus der Mode gekommen. Offline-Shopper führen das Vertrauen in die stationären Händler als hauptsächlichen Grund ihres Kaufverhaltens an. Ganzen 88 Prozent ist die Beratung vor Ort wichtig. Die bessere Präsentation der Waren führen 71 Prozent der deutschen Kunden an. Knapp die Hälfte der Offline-Einkäufer loben die Übersichtlichkeit und die bessere Orientierung im Ladengeschäft.

Nicht selten wirft der Einkauf im Netz Fragen auf. Die Online-Shops lassen ihre Herkunft nicht klar erkennen. Häufig fehlen ein aussagefähiges Impressum und entsprechende Kontaktdaten. Die Sicherheit beim Einkauf im Ladengeschäft ist für 84 Prozent der deutschen Kunden ausschlaggebend. Statistisch gesehen ist knapp die Hälfte aller Deutschen vom vereinfachten Bezahlvorgang überzeugt.

Folgende Argumente stehen für den Offline-Kauf:

  • Waren betrachten und ausprobieren 
  • persönliche Beratung 
  • umfangreiche Informationen 
  • sicherer Einkauf 
  • einfache Bezahlung 
  • übersichtliche Präsentation

Der Preis erscheint damit nicht als alleiniges Kriterium bei der Auswahl des möglichen Einkaufskanals. Die höheren Preise in den Ladengeschäften werden häufig zugunsten der Möglichkeit des An- und Ausprobierens geduldet. Ein entscheidendes Argument für den Offline-Kauf ist der Wohlfühlfaktor im Geschäft vor Ort. Es baut sich eine persönliche Kundenbindung auf. Bestimmte Geschäfte werden dadurch häufiger aufgesucht. Kunden schätzen die persönliche Beratung und den freundlichen Umgang.

Der gezielte Produktkauf

Werden beide Verkaufskanäle näher betrachtet, zeichnet sich eine gewisse Tendenz ab. Kunden scheinen bestimmte Warengruppen bevorzugt im Internet oder im stationären Handel zu erwerben. Besonders deutlich wird der Trend bei den Medien. Bei CDs, Büchern, Filmen oder Videospielen suche die wenigsten Kunden ein Ladengeschäft auf.

Die Ursachen für diesen deutlichen Trend können in der Digitalisierung der Medien liegen. Ein Buch muss heute längst keine Seiten aus Papier mehr besitzen. E-Books stehen nach dem Kauf sofort online zur Verfügung. Mit Filmen und Musik verhält es sich nicht anders.

Der Markt an Büchern und CDs ist beinahe unüberschaubar. Der Buchladen oder das Musikgeschäft vor Ort können nicht mithalten. Sie können dort zwar theoretisch jedes Buch, welches über eine ISBN-Nummer verfügt bestellen, müssten dann aber am nächsten Werktag nochmals das Geschäft aufsuchen. Wer seine Medien online bestellt, benötigt nur einen Mausklick und kann entspannt auf das Klingeln des Postboten warten.

Die beliebtesten Produkte bei Online- und Offline-Käufen in absteigender Reihenfolge:

Online-Käufe:

  • Medien 
  • Unterhaltungselektronik 
  • Bekleidung und Schuhe 
  • Spielzeug 
  • Kosmetik 
  • Sportartikel 
  • Haushaltsgeräte 
  • Schmuck 
  • Uhren 
  • Möbel 
  • Lebensmittel

Offline-Käufe:

  • Lebensmittel 
  • Möbel 
  • Haushaltsgeräte 
  • Heimwerkerbedarf 
  • Bekleidung und Schuhe 
  • Schmuck 
  • Uhren 
  • Unterhaltungselektronik 
  • Kosmetik 
  • Sportartikel 
  • Spielzeug 
  • Medien

Bekleidung und Schuhe halten sich die Waage

Knapp die Hälfte der Deutschen kaufen Bekleidung und Schuhe im Netz. Etwas mehr als die Hälfte gibt an, lieber im Geschäft nach dem Wunschteil zu suchen. Auch das Für und Wider beider Shopping-Kanäle wird bei diesen Produkten deutlich. Während sich ein Online-Shop anbietet, um eine große Auswahl vorzufinden und auch konkrete Wünsche zu bedienen, wissen Sie nie genau, ob sich der Stoff und die Verarbeitung mit Ihren Vorstellungen decken und ob das Kleidungsstück oder die Schuhe Ihnen wirklich passen und Sie ansprechend und vorteilhaft kleiden.

Mehrkanalvertrieb als Verkaufsstrategie der Zukunft

Viele Anbieter, wie Schuhcenter, haben reagiert und setzen auf mehrere Absatzkanäle. Die Ware ist nicht mehr nur im Ladengeschäft selbst, sondern auch online erhältlich. Der Mehrkanalvertrieb eröffnet den Unternehmen vielschichtige Möglichkeiten. Es lässt sich eine neue und stetig wachsende Zielgruppe erreichen. Dies führt zu einer Steigerung der Absatzzahlen und erhöht den Bekanntheitsgrad des Unternehmens. Die Vernetzung von Online- und Offline-Handel schafft neue Wege zum Endkunden.

Gute Argumente für den Multichannel-Vertrieb:

  • 76 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland besitzen Internet. 
  • 69 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland kaufen in Online-Shops. 
  • 44 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland besitzen ein Smartphone.

Die wichtigsten Absatzkanäle neben dem stationären Handel:

Online-Shop

Die gängigste Form ist die Erweiterung der Ladengeschäfte vor Ort um einen Online-Shop. Die Wachstumszahlen des Online-Handels übersteigen den stationären Handel. Um ihre Konkurrenzfähigkeit nicht einzubüßen, sehen viele Händler die Online-Präsenz mittlerweile als essenziell an.

Online-Shops haben besonders in folgenden Branchen deutlich zugenommen:

  • Mode 
  • Elektroartikel 
  • Freizeit und Hobby 
  • Wohnen und Einrichten

Mobile Commerce

Der Mobile Commerce hat mit der Verbreitung von Smartphones und Tablets einen deutlichen Aufschwung zu verzeichnen. 2018 wurden beinahe die Hälfte aller E-Commerce Transaktionen über mobile Endgeräte abgewickelt. Der Einkauf von unterwegs wird Kunden ermöglicht, indem die Händler ihre Webseiten entsprechend optimieren und Apps bereitstellen. Damit wird besonders eine junge Zielgruppe erreicht.

Mobile Commerce ist für folgende Branchen besonders relevant:

  • Mode 
  • Medien 
  • Reisen

Online-Marktplätze

Online-Marktplätze wie die Versteigerungs-Plattform eBay oder Amazon Marketplace bündeln Shopping Wünsche. Stationäre Händler profitieren von einer enormen Reichweite. Ein Viertel des gesamten Online-Umsatzes in Deutschland wird durch Amazon erwirtschaftet. Auch kleineren Händlern bietet sich ein ungeahntes Potenzial.

Die Vernetzung im Einzelhandel

Multi-Channel-Vertrieb

Der Händler erweitert zwar seine Absatzkanäle. Die einzelnen Kanäle werden aber nicht vernetzt und funktionieren unabhängig voneinander. Es besteht also das Ladengeschäft vor Ort und daneben wird ein Online-Shop betrieben. Beide Kanäle sind nicht miteinander verbunden.

Cross-Channel

Hierbei handelt es sich um die Weiterentwicklung des Multi-Channel-Vertriebs. Die Vertriebskanäle sind untereinander vernetzt und es kann interagiert werden. Dem Kunden wird mehr Spielraum geboten. Sie kaufen beispielsweise eine neue Bluse im Online-Shop und können die bestellte Ware im Ladengeschäft vor Ort in Empfang nehmen.

Omni-Channel

Omni-Channel ist als Vertiefung des Cross-Channel zu verstehen. Die Absatzkanäle werden noch stärker vernetzt. Der Kunde kann dann nicht nur zwischen den einzelnen Optionen wechseln, sondern gleichzeitig off- und online shoppen, indem er beispielsweise direkt im Ladengeschäft auf die App des Unternehmens zugreifen kann.

Die Vorteile von Multi-Channel Vertrieb

  • Neue Zielgruppen werden gefunden. 
  • Die Präsenz des Unternehmens wird erhöht. 
  • Die Kundenbindung wird vertieft. 
  • Der Bekanntheitsgrad des Unternehmens erhöht sich. 
  • Interne Prozesse werden vereinfacht. 
  • Kundendaten lassen sich besser erfassen und analysieren.

Die Nachteile von Multi-Channel Vertrieb

  • Verlust der Kunden im Offline-Geschäft möglich 
  • Kosten für die Einrichtung der Absatzkanäle 
  • Ausbau der technischen Infrastruktur notwendig

Fazit

Der Online-Handel gewinnt an Bedeutung. Kunden schätzen den unkomplizierten Einkauf und die große Produktauswahl. Die stationären Händler sehen im Online-Handel nur bedingt eine Konkurrenz. Ladengeschäfte punkten mit Vertrauen und Kundenfreundlichkeit. Besonders beim Kauf hochpreislicher Waren zählen die persönliche Beratung und das Begutachten der Waren. Die Zukunft gehört dem Multi-Channel Vertrieb und der Vernetzung beider Shopping-Welten.

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