1. Ludwigshafen24
  2. Verbraucher
  3. Verbraucher-Magazin

Geplagt von Mückenstichen: Das lockt die Plagegeister besonders an

Erstellt:

Von: Jan-Frederik Wendt

Kommentare

Wovon Mücken besonders angezogen werden (Symbolfoto).
Neue Studie: Was Mücken besonders anzieht (Symbolfoto). © Friso Gentsch/dpa

Manchmal scheint es so, dass Mücken gewisse Personen besonders oft nerven. Forschende haben herausgefunden, wovon sich die Tiere angezogen fühlen.

Kassel - Obwohl einige Hausmittel Mücken vertreiben und ein Mittel den Juckreiz nach Stichen lindert: Die Plagegeister können einem den letzten Nerv im Sommer rauben. Forschende haben nun herausgefunden, was die kleinen Tiere besonders anzieht.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der University of Connecticut haben den Zusammenhang zwischen bestimmten Viruserkrankungen und Mücken erforscht. Ihre Arbeit baute auf die vorherige Erkenntnis auf, wonach Insekten von Gerüchen angezogen werden. Was auch bekannt war: An Malaria erkrankte Mäuse haben ein verändertes Duftprofil im Vergleich zu gesunden Mäusen.

Mücken bewegten sich häufig zu infizierten Mäusen

Bei den neuen Untersuchungen ließen die Forschenden Mücken auf Mäuse mit und ohne Dengue- sowie Zirka-Viren los. Das Ergebnis: Die Mücken bewegten sich auffällig oft zu den infizierten Nagern. Ein ähnliches Resultat beobachteten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei Studien mit menschlichen Probanden. Auf die Hände einer Versuchsperson gab man jeweils die Duftmarke einer am Dengue-Fieber erkrankten Person und einer gesunden Person. Die Mücken präferierten konstant die Hand mit dem kranken Duft.

Bei den Tests fand das Forschungsteam heraus, dass die gasförmige chemische Verbindung Acetophenon in besonders hohen Konzentrationen bei infizierten Testobjekten vorkam. Dieser Stoff zog Mücken besonders stark an. Dafür musste Acetophenon über die Haut ausgesendet werden.

Bei einem Vergleich zwischen infizierten und gesunden Mäusen stellten die Forschenden bei den kranken Tieren eine ungewöhnlich hohe Anzahl Bacillus-Bakterien fest. Diese wiederum zählen zu den hauptsächlichen Acetophenon-Produzenten. Daraus schlussfolgerten die Wissenschaftler: Viren verändern den Duft des Wirtskörpers, indem sie das Mikrobiom der Haut ändern.

Mücken geben Viren weiter

Für gewöhnlich produziert nämlich eine gesunde Haut hohe Konzentrationen eines Moleküls, das antimikrobiell wirkt. Bei kranken Mäusen stellte man nur sehr geringe Anteile von diesem Molekül fest. Die Expertinnen und Experten vermuten, dass dies durch die Viren-Infektion bedingt wurde und dadurch sich Bacillus-Bakterien ungehemmt ausbreiteten. Das führte zu einer hohen Acetophenon-Produktion, die Mücken anlockte.

Die Mücken saugen dann das Virus im Blut auf und geben es weiter. So übernimmt der Erreger einen aktiven Part bei seiner Verbreitung. In den Untersuchungen ging es hauptsächlich um Dengue- und Zika-Virusinfektionen. Unklar ist also, ob auch andere Viren für ähnliche Effekte sorgen können. (Jan Wendt)

Auch interessant

Kommentare