Impfstoffe

Nebenwirkungen von Biontech/Pfizer und Moderna im Vergleich - Welcher Impfstoff ist besser?

Die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna können nach der EU-Zulassung in Deutschland verwendet werden. Es gibt allerdings Unterschiede.

  • Um die Corona*-Pandemie einzudämmen wurden fieberhaft Impfstoffe entwickelt.
  • Die EU hat für die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna kürzlich eine Zulassung erteilt.
  • Die Impfstoffe sind ähnlich, jedoch gibt es gravierende Unterschiede.

Kassel – Nach der Zulassung des Corona-Impfstoffes von Biontech/Pfizer Mitte Dezember, hat die EU am Mittwoch (06.01.2021) auch eine Zulassung für den Moderna-Impfstoff erteilt. Auf den beiden Impfstoffen liegt jetzt die Hoffnung, die Corona-Pandemie in Deutschland möglichst schnell in den Griff zu bekommen. Viele Menschen sind jedoch skeptisch, ob sie sich impfen lassen wollen und wenn ja, mit welchem Impfstoff.

Bis zum Sommer sollen laut den Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn alle Bürger die Möglichkeit haben, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Die Bereitschaft dazu ist jedoch seit dem Sommer 2019 gesunken. Laut einer Studie der Uni Heidelberg gaben im Dezember lediglich 46 Prozent der Befragten an, sich impfen lassen zu wollen. Im Sommer waren es knapp 55 Prozent.

Moderna und Biontech: Welcher Corona-Impfstoff schützt mehr?

Beide Impfstoffe sind mRNA-Impfstoffe und haben dementsprechend dieselbe Wirkweise. Sie nutzen Boten-Ribonukleinsäure, um eine Immunantwort im Körper hervorzurufen. Die mRNA (messengerRNA = Boten-Ribonukleinsäure) enthält die Bauanleitung für einen Bestandteil des Covid-19-Erregers. Die Körperzellen bauen sich durch den Impfstoff ihre Virusabwehr* selbst. Beide Impfstoffe erfordern zwei Impfungen, beim Biontech/Pfizer-Impfstoff im Abstand von drei Wochen, beim Moderna-Impfstoff im Abstand von vier Wochen.

Die Corona-Impfungen haben in Deutschland bereits begonnen. (Archivfoto)

Sowohl der Biontech/Pfizer-Impfstoff als auch der Moderna-Impfstoff haben eine vergleichsweise hohe Wirksamkeit. Der Biontech/Pfizer-Impfstoff hat nach der zweiten Dosis eine Wirksamkeit von 95 Prozent. Bereits nach der ersten Dosis erreicht der Impfstoff eine Wirksamkeit von 52 Prozent, so das Ergebnis der Phase-3-Studie. Um mehr Personen impfen zu können, haben einige Experten vorgeschlagen, die zweite Dosis zu verschieben, das berichtet unter anderem fr.de*.

Impfstoffe von Biontech und Moderna im Vergleich

Der Impfstoff von Moderna hat laut dem US-Unternehmen 4 Tage nach der zweiten Dosis eine Wirksamkeit von 94,1 Prozent. Zum Vergleich: Die Wirksamkeit der Grippeimpfung 2020 liegt laut dem RKI bei jungen Menschen bei bis zu 80 Prozent. Bei älteren Erwachsenen liegt die Wirksamkeit der Grippeimpfung bei 41 bis 63 Prozent, denn ältere Menschen haben oft eine „reduzierte Immun­antwort, sodass die Impfung bei ihnen weniger zuverlässig wirkt“, so das RKI. Bei den Corona-Impfstoffen von Moderna und Biontech wurde kein Unterschied der Wirksamkeit zwischen älteren und jüngeren Menschen festgestellt.

Beide Impfstoffe wurden in Phase-3-Studien an mehreren tausend Personen getestet. An der Phase-3-Studie von Biontech/Pfizer beteiligten sich etwa 44.000 Teilnehmer, bei Moderna waren es rund 30.000. Die Teilnehmer haben in beiden Studien je zwei Impfdosen bekommen, jeweils die Hälfte der Teilnehmer ein Placebo-Präparat, die andere Hälfte den Impfstoff.

Impfstoff von Moderna und Biontech: Diese Nebenwirkungen gibt es

„Typische Beschwerden nach einer Impfung sind Rötung, Schwellungen und Schmerzen an der Impfstelle, auch Allgemeinreaktionen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Unwohlsein sind möglich“, so das RKI. Diese Reaktionen klingen in der Regel nach wenigen Tagen komplett ab. Die Nebenwirkungen der Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna bewegen sich in einem vergleichbaren normalen Rahmen.

Bei beiden Impfstoffen traten Nebenwirkungen öfter nach der zweiten Impfdosis auf. Im Vergleich zu Grippe-Impfstoffen gab es häufigere Nebenwirkungen. Schwere Nebenwirkungen lagen bei beiden Impfstoffen auf Placebo-Niveau.

Nebenwirkungen von Biontech und Pfizer im Vergleich

Beim Impfstoff von Biontech/Pfizer treten als Nebenwirkungen am häufigsten lokale Reaktionen auf. 83 Prozent der Geimpften zwischen 16 und 55 Jahren berichteten über Schmerzen an der Einstichstelle nach der ersten Dosis, 6 Prozent berichteten über Rötungen an der Einstichstelle. Unter den systemischen Reaktionen waren Abgeschlagenheit (Impfung: 47 Prozent; Placebo: 33 Prozent), Kopfschmerzen (42 Prozent vs. 34 Prozent) sowie Muskelschmerzen (21 Prozent vs. 11 Prozent), so das RKI. In Großbritannien hatten einige Personen nach der Impfung schwere allergische Reaktionen.

Nach der Impfung mit dem Moderna-Impfstoff wurden folgende Nebenwirkungen geschildert, wie das Ärzteblatt berichtet:

  • Schmerzen an der Injektionsstelle (91,6 Prozent)
  • Müdigkeit (68,5 Prozent)
  • Kopfschmerzen (63,0 Prozent)
  • Muskelschmerzen (59,6 Prozent)
  • Gelenkschmerzen (44,8 Prozent)
  • Schüttelfrost (43,4 Prozent)

Vergleich von Biontech und Moderna: Impfstoffe unterschiedlich gelagert

Große Unterschiede gibt es bei der Lagerung der Impfstoffe. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer muss bei Minus 70 Grad gelagert werden. Der Moderna-Impfstoff muss bei etwa Minus 20 Grad Celsius gelagert werden. Unterschiede gibt es auch nach dem Auftauen: Der Pfizer-Impfstoff kann im Kühlschrank gelagert, muss aber innerhalb von fünf Tagen aufgebraucht werden. Der Moderna-Impfstoff ist 30 Tage bei Kühlschranktemperatur und zwölf Stunden bei Raumtemperatur stabil.

Auch beim Preis unterscheiden sich die Impfstoffe offenbar enorm: Die belgische Staatssekretärin Eva De Bleeker veröffentlichte die bisher geheim gehaltenen Preise zeitweise auf Twitter. Demnach soll eine Dosis des Moderna-Impfstoffs umgerechnet rund 15 Euro kosten, eine von Biontech/Pfizer 12 Euro, eine von Astrazeneca nur 1,78 Euro. (Sarah Neumeyer mit dpa) *hna.de und fr.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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