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DLRG warnt: Schwimmen im Rhein „wie Radfahren auf der Autobahn“

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Von: Katja Becher

Die Sommerhitze lockt die Menschen an die Badegewässer und Flüsse. Doch die gefährlichen Strömungen in Rhein und Neckar lassen oft auch guten Schwimmern keine Chance.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Rheinland-Pfalz* warnt dringend davor, in Flüssen zu baden. Manche Menschen würden die dort herrschende Strömung unterschätzen und an extrem heißen Tagen in den Flüssen baden, sagte ein DLRG-Sprecher am Montag. Zumal manche Freibäder in der Region* coronabedingt nur eine begrenzte Zahl von Badegästen zulassen. LUDWIGSHAFEN* erklärt, was das Schwimmen im Fluss auch für erfahrene Schwimmer so gefährlich macht:

Schwimmen im Rhein: Experte warnt vor Gefahr durch Strömung

Laut des DLRG-Sprechers sei vor allem die Strömung am Rhein sehr gefährlich – sie könne ein Tempo von etwa 12 Stundenkilometer erreichen. „Im Rhein zu baden ist ungefähr so sicher, wie mit einem Fahrrad auf der Autobahn zu fahren“, so der Sprecher. So bestehe die Gefahr, dass Badende von der Strömung in die Flussmitte gezogen werden. „Dort sind die Strömungsverhältnisse so schwierig, dass selbst geübte Schwimmer kaum eine Chance haben, dagegen anzuschwimmen.“ Nicht zuletzt gehe auf dem stark befahrenen Rhein auch eine Gefahr durch Schiffe aus.

Schwimmen im Rhein: Fluss fordert immer wieder Todesopfer

Am Wochenende ging ein Badeunfall am Rhein-Strandbad von Oppenheim (Mainz-Bingen) gerade noch glimpflich aus. Rettungskräfte des DLRG hatten einen Jungen und dessen Vater aus dem Rhein gezogen, die im Fluss unterzugehen drohten. „Man muss sagen, dass der Vater gut reagierte und seinen Sohn hielt, bevor er weiter in den Fluss abtreiben konnte“, sagte ein Sprecher der dortigen DLRG-Gruppe: „Der Vater hätte das Kind jedoch nicht mehr lange halten können. Insofern war es großes Glück, dass die DLRG in der Nähe eine Übung abhielt.“

Doch nicht jeder Badeunfall geht gut aus: In Rheinland-Pfalz ertranken in den ersten acht Monaten des vergangenen Jahres 15 Menschen beim Baden – das sind 10 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Unfallschwerpunkt sind dabei immer Seen und Flüsse. In Rheindürkheim (Worms) starb im Juli 2020 ein 23-Jähriger,* als er im Rhein schwimmen gehen wollte. Auch für einen fünfjährigen Jungen, der im Juni 2020 im Rhein unterging,* kam im hessischen Trebur jede Hilfe zu spät. Bei dem Versuch ihren kleinen Sohn zu retten, kam auch die 30-jährige Mutter des Jungen ums Leben.

Gefahr durch Schwimmen im Rhein: Woran erkenne ich, dass jemand in Not ist?

Zu erkennen, dass jemand am Ertrinken ist, sei sehr schwierig, wie Felix Dürnberger, Stellvertretender Vorsitzender der DLRG-Jugend Bayern gegenüber der AOK erklärt. „Die meisten Menschen glauben, dass ein Ertrinkender laut ruft und wild mit den Händen rudert. Ertrinkende sind allerdings so kraftlos, dass sie meist keine Aufmerksamkeit mehr auf sich ziehen können. Sie versuchen, sich mühsam über Wasser zu halten und zu atmen.“ Wer sieht, dass der Kopf eines Menschen immer wieder unter Wasser verschwindet, könne laut Dürnberger jedoch davon ausgehen, dass Hilfe nötig sei. Weitere Anzeichen sind zum Beispiel, dass sich der Mund der Person auf Höhe der Wasseroberfläche oder darunter befindet oder dass die Arme seitlich ausgestreckt sind und hilflos paddeln.

In diesem Fall sollte man zunächst einen Notruf absetzen oder Rettungsschwimmer alarmieren. „Wer in der Rettung nicht ausgebildet ist, springt besser nicht selbst ins Wasser. Denn Ertrinkende greifen nach allem, was Hilfe verspricht“, erklärt der Experte. Am besten solle man deshalb Ertrinkenden Gegenstände zuwerfen, an denen sie sich festhalten können – zum Beispiel einen starken Ast oder auch Kleidung. (kab/dpa)

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