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Gefährliche Krankheiten drohen: Von Zecke gebissen? Diese Symptome treten auf

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Von: Daniel Hagen

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Zecken sind zwar klein, können aber große Probleme verursachen. Daher warnt das Gesundheitsamt Rhein-Neckar-Kreis wieder vor den lästigen Parasiten. Mit diesen Tipps kannst Du Dich schützen.

Wenn es draußen warm wird und der Winter sich endlich verabschiedet hat, wagen sich viele Menschen wieder in die Natur. Doch genau bei solchen Ausflügen in den Wald oder auf die Wiese droht der Zecken-Angriff. Die lästigen Parasiten sind dabei kaum zu sehen und können anschließend große medizinische Probleme auslösen.

NameGemeiner Holzbock
OrdnungZecken
FamilieSchildzecken (Ixodidae)

Rhein-Neckar-Kreis und Heidelberg sind FSME-Risikogebiet

Da sich die Zecken-Zeit wieder nähert und Heidelberg sowie der Rhein-Neckar-Kreis als Risikogebiete gelten, hat das Gesundheitsamt eine Warnung herausgegeben. Darin wird aber nicht nur die Gefahr der Parasiten beschrieben, sondern auch Tipps zum Schutz gegeben. Wer sich daran hält, kann einen Besuch beim Arzt oder im Krankenhaus eher verhindern.

Der „Gemeiner Holzbock“ klingt nicht nur nach einem unangenehmen Zeitgenossen, sondern ist auch der Name der häufigsten Zeckenart in der Region. Die Tierchen sind zwischen 2,5 und 4 Millimeter lang. Ein Weibchen kann zudem zwischen 2.000 und 3.000 Eier im Jahr legen. Der „Holzbock“ verfügt über einen hochausgebildeten Stech- und Saugapparat – den er gerne an unvorsichtigen Menschen und Tieren nutzt.

Zecken-Alarm: Hier lauern die Parasiten

Dafür warten Zecken geduldig in der Natur, in Bodennähe auf Gräsern oder Büschen. Nähert sich die Beute, setzt das Spinnentier zum Angriff an. Da sie aber so winzig sind, nehmen die meisten Menschen sie gar nicht wahr – was den Schutz vor ihnen so kompliziert macht. „Der beste Schutz ist einen Stich zu verhindern“, sagt Bettina Winter, Ärztin im Infektionsschutz im Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises.

Da Zecken bei ihren Opfern nach günstigen Stellen suchen, um sich dort festzusaugen, hat die Ärztin auch einen wichtigen Tipp. So soll man bei einem Aufenthalt in der Natur helle Kleidung sowie lange Hosenbeine und Ärmel tragen. Dann muss der Parasit nämlich länger suchen. Und durch die helle Kleidung besteht die Chance, ihn beim Suchen zu finden.

Expertin rät: So schützt man sich vor Zecken

Auch „Zeckensprays“ helfen gegen die bissigen Biester. „Die Wirkstoffe in den Sprays sorgen dafür, dass die Zecke nicht mehr erkennt, dass es sich um ein passende Mahlzeit handelt und sich wieder abfallen lässt“, erklärt Winter. Doch selbst, wenn man sich an diese Tipps hält, kann es zu einem Zeckenbiss kommen.

Daher ist es wichtig, sich nach dem Aufenthalt in der Natur gründlich zu untersuchen. Selbiges gilt auch für Kinder oder Tiere. Besonders die Körperstellen mit dünnerer Haut wie Kniekehlen und Ellenbeuge, aber auch der Bauch und die Leiste sollten unbedingt kontrolliert werden. Bei Kindern ist zudem auch der Kopfbereich ein mögliches Zecken-Ziel. Es gilt hierbei das Zecken-AHA:

So entfernt man eine Zecke

„Die Zecke hautnah greifen und durch langsamen Zug herausziehen. Danach die Einstichstelle desinfizieren und für mehrere Wochen beobachten“, rät Expertin Dr. Winter. Denn sobald die Zecke zugebissen hat, kann der Speichel Erreger übertragen, die Krankheiten auslösen. Besonders häufig handelt es sich dabei um Borreliose und Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME).

„Die Symptome ähneln zunächst denen eines einfachen grippalen Infektes. Bis zu zwei Wochen nach dem Stich kommt es neben einem allgemeinen Krankheitsgefühl zu Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen“, erklärt die Expertin für Infektionsschutz. Für die meisten Betroffenen sei die Infektion damit überstanden.

Schwere Symptome nach Zeckenbiss möglich

Jedoch kann es bei rund 30 Prozent anschließend zu einer Entzündung der Hirnhäute und des Nervensystems kommen. Erneutes Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Ausfälle des Nervensystems mit Lähmungen, Schluckstörungen, Schwierigkeiten beim Atmen und Sprechen sind mögliche Symptome. Langzeitfolgen können zudem Lähmungen, Kopfschmerzen oder ein tiefes Erschöpfungsgefühl sein – das teilweise nicht mehr weggeht.

Bei den Patienten, die durch einen Zeckenbiss eine Entzündung des Nervensystems erleiden, verstirbt sogar etwa ein Prozent an den Folgen. Die Ursache kann zudem nicht behandelt werden. Es ist nur eine Behandlung der Symptome möglich.

FSME-Impfung schützt bei Zeckenbiss vor schweren Komplikationen

„Vorsicht ist die beste Medizin! Wir haben mit der Impfung gegen FSME eine seit Jahren erprobte und sichere Möglichkeit, uns vor einer Infektion oder zumindest vor schweren Verläufen zu schützen“, weiß Dr. Anne Kühn, Leiterin des Referats Gesundheitsschutz. Auch die STIKO empfiehlt schon seit Jahren eine FSME-Impfung für alle, die in einem Risikogebiet leben – wie dem Rhein-Neckar-Kreis.

Leider sei die Impfquote bei über 60-Jährigen auf niedrigem Niveau, obwohl diese durch einen Zeckenbiss sogar noch gefährdeter sind. Dabei besteht die Grundimmunisierung nur aus drei Impfungen. Der Schutz muss nach drei bis fünf Jahren wieder aufgefrischt werden. „Wer jetzt zum ersten Mal gegen FSME geimpft wird, hat auch schon für dieses Jahr einen recht guten Schutz“, sagt Dr. Kühn. (pm/dh)

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