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Affenpocken: WHO fordert Quarantäne – erstes Land führt Isolations-Pflicht ein

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Von: Josefine Lenz

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Es häufen sich die Fälle von Affenpocken. Ein Land führt nun erstmals eine Quarantänepflicht für Infizierte ein. Auch die WHO empfiehlt eine Isolierung:

Auf der ganzen Welt erkranken immer mehr Menschen am Affenpocken-Virus, auch drei Personen in Deutschland haben sich bereits infiziert. Experten sprechen bereits von einer Epidemie, dennoch solle man sich keine Sorgen machen. In den meisten Fällen verläuft eine Erkrankung mit Affenpocken milde. Nun reagiert jedoch ein Land und führt eine Quarantänepflicht für Betroffene ein – und die hat es in sich!

ErkrankungAffenpocken
KlassifikationVirus
Übertragungenger Kontakt mit Infizierten

Affenpocken: Erstes Land führt Quarantäne-Pflicht ein

Wie Bild berichtet, führt das Nachbarland Belgien als erstes Land der Welt eine Affenpocken-Quarantäne ein. Erkrankte müssen demnach für drei Wochen in Quarantäne. Für Kontaktpersonen gelte keine Isolationspflicht. Bislang haben sich drei Menschen in Belgien mit den Affenpocken infiziert.

Doch wie kommen die Behörden auf eine solch lange Quarantäne-Zeit? Die Inkubationszeit von Affenpocken kann tatsächlich mehrere Tage dauern. Laut dem Robert-Koch-Institut beträgt die Zeitspanne von Infektion bis zum Krankheitsausbruch 7 bis 21 Tage – also bis zu drei Wochen.

Affenpocken: Ist eine Quarantänepflicht auch für Deutschland denkbar?

Ist eine Affenpocken-Quarantäne nun auch in Deutschland denkbar? Noch halten sich Experten bedeckt und versuchen zu beruhigen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht aber bereits am Samstag von „dringend notwendigen“ Maßnahmen. Dazu zählt auch die Isolation von Betroffenen sowie die Rückverfolgung der Ansteckungswege.

Aber: „Eine neue Pandemie haben wir nicht zu befürchten.“ Das sagt zumindest der Virologe Gerd Sutter von der Ludwig-Maxiliams-Universität München in einem am Samstag bei „Zeit Online“ veröffentlichten Interview. Die Krankheit würde sich selten zwischen Menschen übertragen. „Da wir kaum mehr Immunität gegen die klassischen, seit über 40 Jahren in der Natur ausgerotteten Pockenviren haben, breiten sich aber auch die Affenpocken immer mal aus, aber lediglich punktuell. Das machen sie bei Weitem nicht so effizient wie die Grippe oder Sars-CoV-2“, sagt der Pockenvirologe.

Affenpocken: Die meisten Erkrankten leider an milden Symptomen

Neben den drei Affenpocken-Fällen in Deutschland gibt es laut WHO rund 90 bestätigte Infektionen und 30 Verdachtsfälle weltweit, Tendenz steigend. Die momentan festgestellten Erkrankungen betreffen laut WHO hauptsächlich - aber nicht nur - Männer, die gleichgeschlechtlichen Sex haben.

Bei allen derzeit genetisch analysierten Fällen handele es sich bei dem Erreger um die westafrikanische Variante, auch bei dem
Patienten in München. Sie führt im Vergleich zur zentralafrikanischen Affenpocken-Variante grundsätzlich zu milderen Symptomen. Man überlegt bislang, ob für gewisse Personengruppen eine Impfempfehlung ausgesprochen werde. Es gibt Impfungen und Medikamente, die gegen Affenpocken schützen können. (jol/dpa)

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