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Corona: Vierte Impfung sinnvoll? Neue Studie überrascht

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Von: Anna Lorenz

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Deutlich ansteigende Antikörper gegen das Coronavirus: Dies ist das Ziel der vierten Impfung, auch bekannt als zweiter Booster. Eine Studie verglich Moderna und Biontech – mit überraschenden Ergebnissen.

Großbritannien – Antikörper, T-Zellen, Immunantwort – im Zuge der Corona-Pandemie hielt das Wissen um die Funktionsweise der Impfungen, die beispielsweise Biontech/Pfizer, Moderna oder Johnson&Johnson entwickelt haben, Einzug in die alltägliche Normalität. Allerdings bewirkte insbesondere die Frage, inwieweit ein wiederholtes Boostern des Immunsystems im Angesicht des Coronavirus zielführend sein kann, diverse Diskussionen mit teils extreme Positionierungen.

KrankheitCoronavirus
ÜbertragungTröpfcheninfektion
KrankheitsverlaufZu 80 Prozent leichte oder mittelschwere Symptome

Corona: Antikörper durch zweiten Booster – Forscher studieren Biontech und Moderna

Eine Studie aus Großbritannien widmete sich nun der Wirksamkeit, sowie dem Für und Wider der vierten Impfung. Ein zweiter Booster, sowohl von Moderna, als auch von Biontech, konnte die Forscher zu einem positiven Fazit bewegen. Die Studie, deren Ergebnisse am 9. Mai 2022 in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurden, stand unter der Leitung von Alasdair Munro.

Der Forscher gehört dem COV-BOOST an, einem Studienprogramm für Corona-Impfungen, das von der Stiftung des Universitätsklinikums Southampton finanziert wird. Im Rahmen der Untersuchungen wurde zwischen dem 11. und 25. Januar 2022 166 Teilnehmern eine Viertimpfung verabreicht. Die Testpersonen waren durchschnittlich 70 Jahre alt und etwa sieben Monate zuvor mit dem Vakzin von Biontech geboostert worden.

Vierte Impfung gegen Corona: Ergebnis lässt Wissenschaftler staunen

Die Forscher verabreichten der Probandengruppe, die zu 52 Prozent aus Männern bestand, als zweiten Booster entweder das Präparat von Biontech, oder aber die halbe Dosis des Impfstoffs von Moderna. Gespritzt wurde der Wirkstoff jeweils in einen Skelettmuskel des Oberarms. Die Teilnehmer berichteten von lokalem Schmerz nach der Impfung, sowie einer gewissen Erschöpfung. Gravierendere Folgen traten allerdings im Verlauf der Untersuchung nicht auf.

Neben der Überprüfung eventueller Nebenwirkungen war den Forschern vor allem daran gelegen, den Anstieg der Antikörper, deren Bildung durch die Impfung stimuliert werden soll, zu überwachen. Die Ergebnisse eines Abgleichs nach 14 Tagen ließen die Wissenschaftler staunen: Denn die Wirksamkeit der Viertimpfung, die von der Allgemeinheit als eher gering eingeschätzt wird, übertraf augenscheinlich die des ersten Boosters, wie Merkur.de berichtet.

Corona: Antikörperanstieg – Darum überrascht die vierte Impfung in der britischen Studie

„Die Spitzenwerte der Immunreaktionen nach der vierten Dosis waren ähnlich und gegebenenfalls sogar besser als die Spitzenreaktionen nach der dritten Dosis“, so resümiert die Studie, die die Konzentration an Antikörpern in ELISA laboratory units (ELU) pro Milliliter Blut misst.

Verglichen wurden die Werte der Probanden, die sie 28 Tage nach der Drittimpfung aufwiesen, mit denen, die 14 Tage nach dem zweiten Booster vorlagen. Hier war bei der Biontech-Testgruppe ein Plus von 61 Prozent zu verzeichnen, bei den Moderna-Empfängern sogar ein extremer Anstieg um 117 Prozent. Auch eine Intensivierung der T-Zellen-Antwort konnte nachgewiesen werden.

Corona-Studie: Antikörperanstieg bei Kreuz-Booster scheint verheißungsvoll

Weshalb die Vergleichswerte terminlich um 14 Tage divergieren, stellt die Studie nicht klar. Allerdings ist die gute Verträglichkeit der Viertimpfung erfreulich – besonders bemerkenswert erscheint aber der Umstand, dass eine Kreuzimpfung bei den Boostern sich offenbar besonders effektiv auf die Antikörper-Produktion auswirkt.

Ein Plus von 56 Prozent, dass die Viertimpfung mit Moderna dem zweiten Booster mit Biontech voraushat, lässt darauf schließen, dass eine Kombination von Wirkstoffen besonders zielführend sein könnte. Inwieweit die aktuellen Impfempfehlungen dieses Ergebnis rezipieren werden, bleibt abzuwarten. (askl)

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