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Fahne am Kinder-Einkaufswagen: Welche Funktion tatsächlich dahinter steckt

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Von: Madlen Trefzer

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Bei vielen Mini-Einkaufswagen von Aldi, Lidl und Co. ist eine Fahne befestigt. Das ist nicht nur für Eltern hilfreich, damit sie ihre Kinder wiederfinden, sondern hat noch eine ganz andere Funktion:

Jeder von uns hat bestimmt schon die Fahnen an den Kindereinkaufswagen bei Aldi, Lidl und Co. gesehen. Sie erleichtern Eltern das Suchen ihrer Sprösslinge im Supermarkt, wenn sich diese mal wieder dazu entschlossen haben, selbständig auf Entdeckungstour zu gehen. Doch das soll nicht der einzige Grund sein, weshalb die etwa 1,70 Meter großen Fahnenstangen die Mini-Einkaufswagen zieren. 

UnternehmenAldi
SitzEssen
Gründung1961

Einkaufswagen bei Aldi, Lidl und Co.: Die Fahnen können tatsächlich sogar Leben retten

Die kleinen Einkaufshilfen werden nicht nur von Kindern genutzt, sondern auch von kleinen Menschen, Spontaneinkäufern oder Korb-Verachtern. Die Fahnen dienen aber laut brigitte.de nicht nur der Bequemlichkeit, weil sie durch die fest verbaute Fahnenstange mit jeder Körpergröße gelenkt werden können, sondern retten sogar Leben: Autofahrer sehen Kinder auf den Parkplätzen bereits von Weitem. Das ist noch nicht alles. 

Ein Einkaufswagen-Hersteller verrät in einem Interview mit chip.de, dass die Mini-Einkaufswagen circa 20 Kilogramm weniger auf die Waage bringen als die großen Standardmodelle für Erwachsene. Aus diesem Grund sei es leichter, sie zu klauen. Mit der fest angebrachten Fahne machen Aldi, Lidl und Co. Dieben ein Strich durch die Rechnung. Das Stehlen wird erheblich erschwert.

Eine Dame schiebt ihren Einkaufswagen vor einem Regal im Supermarkt entlang.
Jährlich werden Tausende Einkaufswagen gestohlen (Symbolfoto) © Uwe Anspach/dpa

Aldi, Lidl und andere Einzelhändler: Ist der Einkaufswagen-Diebstahl ein erhebliches Problem?

Der Diebstahl von Mini-Einkaufswagen ist durch die große Fahnenstange verhindert, da die etwa 1,70 Meter große Konstruktion nicht in einen Kofferraum passt. Damit wäre für eine Lösung gesorgt. Jedoch bleibt der Diebstahl von Einkaufswagen in Standardgröße bestehen und bereitet Discountern Kummer wegen hoher Kosten. In erster Linie werden sie vermutlich wegen ihrer Funktion als Beförderungshilfe gestohlen.

Laut Business Insider werden deutschlandweit jährlich circa 100.000 Wagen gestohlen. Als Folge bedeutet das für die Lebensmittelgeschäfte erhebliche Kosten. Gleichzeitig beträgt der Schrottwert eines Einkaufswagens nur wenige Euro. Daher wollen Aldi, Lidl und andere Discounter etwas Neues ausprobieren: Ein Sicherungssystem, das das mutwillige Stehlen des Einkaufswagens vom Einkaufsgelände verhindern soll.

Aldi, Lidl und Co.: Kreative Diebstahlsicherung auf Probezeit

Mithilfe von Magnet- oder Funksystemen sollen Kunden, die den Einkaufswagen vom Gelände bewegen wollen, an ihrem Vorhaben gehindert werden. Da die Räder beim Überschreiten blockieren und nicht mehr weiterfahren, soll Diebstahl nicht mehr möglich sein. „Ob die getroffenen Maßnahmen Wirkung zeigen, wird sich an den Statistiken der nächsten Jahre zeigen. Einzelne Aldi-Filialen probieren das System bereits aus.“

Manchmal ist die Versuchung groß, schwere Einkäufe bis vor die eigene Haustür zu schieben. Vor allem, wenn man direkt um die Ecke wohnt. Zählt das aber schon zu Diebstahl? chip.de schreibt: „Bringen Sie den Einkaufswagen umgehend wieder zum Supermarkt zurück, haben Sie keinen Diebstahl begangen. In dem Fall handelt es sich um eine sogenannte Gebrauchsanmaßung.“ Manche Lebensmittelriesen sehen das kulant. 

Supermärkte: Droht eine Gefängnisstrafe, wenn der Einkaufswagen weggefahren wird?

Manche Händler kennzeichnen die Einkaufshilfen mit Hinweisschildern. Achte mal bei Deinem nächsten Einkauf darauf. Wird die eiserne Einkaufshilfe trotz Untersagen mitgenommen, droht Hausverbot und laut §242 Strafgesetzbuch sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe. Die Konsequenten sind daher nicht zu unterschätzen.

Einige Supermarktketten werden hier und da kreativ und lassen sogar ganze Systeme entwickeln, um in Versuchung Geratene vom Diebstahl ihrer Einkaufswagen abzuhalten. Das Widersetzen gegen das jeweilige Hausrecht ist jedoch nicht zu unterschätzen. Dafür sind die Konsequenzen viel zu schwerwiegend – vielleicht doch lieber Schleppen beim nächsten Mal. (mad)

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