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Corona-Bonus: Aldi Süd zahlt Mitarbeitern mehr als Aldi Nord – warum ist das so?

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Von: Eliran Kendi

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Corona-Bonus bei Aldi Süd und Aldi Nord: Ein Blick auf die ausgezahlten Prämien der Schwesterunternehmen überrascht. Warum bekommen die Mitarbeiter im Süden mehr Geld?

Was verschafft einem Glück im Job? Vor allem Anerkennung – betonen Psychologen! Wie diese genau aussieht, darüber wird gestritten. Sicherlich gibt es viele Faktoren, doch eine zentrale Streitfrage ist, ob mehr Geld im Job glücklich macht. Mehrere Studien kommen dabei zu einem klaren Ergebnis: Ja, Anerkennung durch mehr Geld fördern das Glücksgefühl im Beruf. Vor diesem Hintergrund dürften sich viele Beschäftigte in Deutschland freuen; sie haben ihren wohlverdienten Coronabonus erhalten.

Bis März sollen etwa die Beamt*innen aus dem öffentlichen Dienst eine stolze Corona-Prämie erhalten. Nach Informationen der Deutschen Pressen-Agentur werden die rund 1,1 Million Beschäftigten der Länder mit zusätzlich 1.300 Euro belohnt. Doch nicht alle sind so privilegiert wie deutsche Staatsbedienstete. Und so stellt sich die Frage, welche Bonuszahlungen die einst hochgelobten Corona-Alltagshelden erhalten haben – allen voran die Kassierer*innen der Discounter und Supermärkte? Das Ergebnis ist wenig überraschend: Die Corona-Sonderzahlungen fallen deutlich geringer aus, als bei den durch Steuergelder finanzierten Beamten-Boni. Bei Angestellten im Lebensmittelhandel liegen die ausgezahlten Prämien durchschnittlich bei einigen hundert Euro.

Eine Überraschung gibt es dennoch: Hinsichtlich des Corona-Bonus besteht ausgerechnet zwischen den Schwesterunternehmen Aldi Nord und Aldi Süd ein großer Unterschied.

UnternehmenAldi
ZentraleEssen
Umsatz53 Milliarden Euro (2020)

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Aldi Süd: Angestellte haben drei Corona-Prämien erhalten

Unsere Mitarbeiter haben als Dankeschön für ihren Einsatz und ihre hervorragende Leistung in der Corona-Pandemie mehrfach Bonuszahlungen erhalten“, teilt Nastaran Amirhaji, Pressesprecherin von Aldi Süd, gegenüber HEIDELBERG24 mit.

Zwischen März 2020 und Dezember 2021 verteilte Aldi Süd an seine 50.600 Mitarbeiter*innen drei Mal Corona-Boni:

Corona-Bonus: Bei Aldi Nord gibt es lediglich einen Warengutschein

Demgegenüber wurde beim Schwesterunternehmen Aldi Nord lediglich eine freiwillige Sonderleistung ausgegeben. Im März erhielten die Mitarbeiter*innen ebenfalls einen Warengutschein in Höhe von 250 Euro. Für Auszubildende wurde der Warengutschein auf 100 Euro abgespeckt.

Auf Anfrage von HEIDELBERG24, warum Aldi Nord seinen Mitarbeiter*innen weniger Corona-Prämien als Aldi Süd auszahlt, verweist Pressesprecher Christian Schneider auf sogenannte „außertarifliche Sonderleistungen“:

Es ist uns jedoch wichtig, ihr Engagement nicht nur in der derzeit besonderen Lage zu honorieren, sondern eine langfristige Wertschätzung sicherzustellen. Da wo viele Unternehmen mit Einmalzahlungen die Leistungen ihrer Mitarbeiter honorieren, zahlen die ALDI Regionalgesellschaften bereits seit vielen Jahren übertarifliche Gehälter, Leistungen wie Fahrtgeld, Urlaubsgeld sowie Weihnachtsgeld in Form eines vollen 13. Monatsgehalts. Wir sind uns sicher, dass auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese außertariflichen Sonderleistungen schätzen und möchten sicherstellen, dass sie sich gerade auf diese Leistungen auch langfristig verlassen können.

Christian Schneider, Teamlead External Communications, ALDI Einkauf SE Co. oHG

Anders ausgedrückt: Kassierer*innen und Verkäufer*innen verdienten bei Aldi Nord im Verhältnis zu Angestellten im Einzelhandel überdurchschnittlich, daher bedürfe es keiner weiteren Corona-Prämien.

Aldi Süd und Nord: Unterschiedliche Corona-Prämien für Angestellte

In der Tat bekommen Aldi-Mitarbeiter übertarifliche Löhne samt Zusatzleistungen und das ist keine Selbstverständlichkeit. Laut Recherchen des SWR-Marktchecks sind die Aldi-Mitarbeiter überwiegend zufrieden mit ihrem Arbeitgeber und werden mit Zusatzleistungen belohnt.

Doch das gilt für beide Aldi-Unternehmen gleichermaßen: Unbefristete Arbeitsverträge, Urlaubs-, Weihnachtsgeld und eine betriebliche Altersvorsorge sowie die 37,5 Stunden Woche gibt es auch bei Aldi Süd. Zudem werden Überstunden erfasst und durch Freizeit oder Zusatzzahlungen ausgeglichen, bestätigt Aldi-Süd-Pressesprecherin Amirhaji.

Warum die Kassierer*innen bei Aldi Süd einen Corona-Bonus über 650 Euro erhalten haben, während sich die Angestellten im Norden mit 250 Euro begnügen müssen, ist nur schwerlich nachvollziehbar.

Fest steht, allzu viel werden die Aldi-Mitarbeiter von ihren Corona-Prämien nicht haben. Denn die gegenwärtige Inflation entwertet das Geld zusehends und verringert damit die Kaufkraft der Angestellten. (esk)

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