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Impfung: BioNTech, Moderna und AstraZeneca – Wer bietet den längsten Schutz?

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Von: Daniel Hagen

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Corona-Impfung: BioNTech, Moderna oder AstraZeneca? Eine Studie aus Schweden hat nun herausgefunden, welcher Impfstoffstoff am längsten wirkt.

Als im Dezember 2020 die große Impfoffensive gegen das Coronavirus* begonnen hat, konnte man sich in Deutschland erstmal nur mit Comirnaty von BioNTech* immunisieren lassen. Mittlerweile sind noch Vakzine von AstraZeneca, Moderna und Johnson und Johnson auf den Markt gekommen, sodass jeder Impfwillige im Land eine Auswahl hat. Gab es zu Beginn noch Probleme mit einer Knappheit des Impfstoffes, kündigt das Bundesgesundheitsministerium vor kurzem an, in naher Zukunft weniger Dosen von BioNTech zu kaufen*, damit Moderna-Bestände nicht ablaufen. Mittlerweile ist aber klar geworden, dass der Schutz der Vakzine über die Zeit nachlässt – bei einigen sogar viel schneller als bei anderen.

Wissenschaftler der schwedischen Universität Umea haben nun eine Entdeckung gemacht, durch die der Wirkstoff von BioNTech, für den die Gründer des Unternehmens vor kurzem noch den „Deutschen Zukunftspreis“ gewonnen haben*, bald nicht mehr das beliebteste Vakzin der Deutschen sein könnte. Um welche Erkenntnis es sich handelt und welche Auswirkungen sie auf die Booster-Impfungen haben könnten, verrät HEIDELBERG24*.

NameUniversität Umeå
AdresseUNIVERSITETSTORGET 4, 907 36 Umeå, Schweden
VizekanzlerHans Adolfsson
Gründung17. September 1965, Umeå, Schweden
TochtergesellschaftUminova Holding AB

Booster-Impfung: Studie zeigt – so lange wirken BioNTech, Moderna und AstraZeneca

Für die Studie hat das Team um Peter Nordström Daten von über 840.000 Geimpften mit der gleichen Anzahl an Ungeimpften verglichen – insgesamt also mehr als 1,6 Millionen Menschen. Um an die Daten zu kommen, sind zwei landesweite Register genutzt worden, in denen alle gemeldeten Impfungen und Erkrankungen dokumentiert werden müssen. Genutzt wurden Informationen aus der Zeit zwischen 12. Januar und 4. Oktober. Dadurch soll erforscht werden, wie gut die einzelnen Wirkstoffe nach mehreren Monaten noch wirken.

Das Ergebnis der Studie zeigt, dass der Impfschutz nach zwei Monaten im Schnitt bei etwa 90 Prozent liegt. Nach etwa neun Monaten ist der Schutz allerdings schon auf rund 23 Prozent gefallen! Das ist auch der Grund, weshalb mittlerweile Booster-Impfungen in Deutschland durchgeführt werden. Doch nicht jedes Vakzin bietet so lange einen Schutz – manche machen auch schon früher schlapp. Mittlerweile ist auch bekannt, welche Nebenwirkungen bei Booster-Impfungen mit BioNTech und Moderna drohen*.

Booster-Impfung: Dieser Corona-Impfstoff hat die längste Wirkung

Am besten schneidet bei der Studie der Impfstoff von Moderna ab. Nach zwei Monaten liegt der Impfschutz bei 93 Prozent, nach einem halben Jahr sogar noch bei 71 Prozent. Selbst nach einem Zeitraum von über 180 Tagen schützt das Vakzin noch zu 59 Prozent. Etwas anders sieht es hingegen bei BioNTech aus. Dort sinkt der Wert nach zwei Monaten bereits auf 89 Prozent, nach einem halben Jahr sogar 47 Prozent. Am Ende des Studienzeitraums – also über sieben Monate – bleibt nur noch ein Restschutz von 23 Prozent!

Impfstoff-Dosen
Impfstoffe von BioNTech, Moderna und AstraZeneca im Vergleich. (Symbolfoto) © Daniel Karmann/dpa

Schlusslicht der schwedischen Studie ist der Impfstoff von AstraZeneca, der bereits nach einem Monat nur noch einen Schutz von 68 Prozent bietet. Bei etwa fünf Monaten bietet das Vakzin gar keinen Schutz mehr. Bei allen Vakzinen ist es also nötig, nach einem gewissen Zeitraum eine Booster-Impfung zu erhalten. Wer nun behauptet, dass diese komplett unnötig sind, da sich Geimpfte trotzdem noch ansteckend können, irrt gewaltig. Das Team um Peter Nordström hat nämlich auch den Schutz vor Krankenhausaufenthalten und Tod beobachtet.

Booster-Impfung bewahrt vor höherer Sterblichkeit und Hospitalisierung

Demnach bewahren alle Vakzine am Anfang zu etwa 90 Prozent vor einer Hospitalisierung oder dem Tod. Selbst nach einem halben Jahr liegt der Schutz bei Menschen über 80 Jahren noch bei 40 Prozent, bei jüngeren sogar bei 80 Prozent! Das Risiko, durch einen schweren Verlauf auf einer Intensivstation zu landen oder sogar im Zusammenhang mit Covid-19 zu sterben, ist also deutlich geringer. Dass der Schutz bei älteren Menschen schneller nachlässt, hat vor allem mit anderen Erkrankungen zu tun. „Die Ergebnisse haben wichtige klinische Bedeutung, da sie die evidenzbasierte Gründe für die Verabreichung einer dritten Booster-Dosis stärken, insbesondere bei bestimmten Risikogruppen“, schlussfolgert das Team der Universität Umea. (dh) HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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