Show "Deutschlands Beste"

ZDF-Fernsehrat missbilligt gefälschtes Ranking

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ZDF-Intendant Thomas Bellut und ZDF-Fernsehratsvorsitzender Ruprecht Polenz.

Berlin - Zum zweiten Mal in der mehr als 50-jährigen Geschichte des ZDF sprechen die Aufseher eine Missbilligung aus. Der Intendant will verhindern, dass so etwas noch einmal passiert.

Wegen des Ranking-Skandals bei „Deutschlands Beste“ hat der ZDF-Fernsehrat eine Missbilligung gegen die Show ausgesprochen. Es ist erst der zweite Beschluss dieser Art in der Geschichte des Aufsichtsgremiums. Zuletzt gab es 1991 eine Missbilligung - damals für die ZDF-Sendung „Die Schalck-Connection“ über den früheren DDR-Staatssekretär Alexander Schalck-Golodkowski.

„Durch die Sendung wurden die Richtlinien (...) verletzt“, sagte der Vorsitzende Ruprecht Polenz am Freitag in Berlin über „Deutschlands Beste“. „Der Fernsehrat hat darauf gedrungen, dass das ZDF Regeln erarbeitet, die derartige Vorfälle in Zukunft verhindern und die Transparenz von Zuschauer-Votings erhöhen sollen.“

ZDF-Redakteure hatten bei dem Show-Zweiteiler „Deutschlands Beste!“ mit Johannes B. Kerner (gesendet am am 2. und 3. Juli) dem Sender zufolge ein Umfrage-Ranking gefälscht und eingeladene Gäste hochgestuft. Danach trat Unterhaltungschef Oliver Fuchs zurück, zwei Redakteurinnen wurden abgemahnt.

„Was nun letztlich das Motiv der Akteure war, das hat sich mir unterm Strich nicht erschlossen“, sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut. Er betonte: „Ich werde alles daran setzen, dass sich so etwas nicht wiederholt.“

Bellut gab auch Einzelheiten zum laufenden Stellenabbau beim ZDF bekannt. „Ich habe den Fernsehrat darüber informieren müssen, dass das ZDF bis 2020 560 Arbeitsplätze abbauen wird.“ Dies sei Ergebnis längerer Gespräche mit der Gebührenkommission KEF. „Das sind nahezu zehn Prozent der Mitarbeiter. Das ist eine sehr komplexe Aufgabe, die man verantwortungsvoll auch gegenüber den Mitarbeitern machen muss. Von den 560 Stellen haben wir bereits 350 abgebaut.“

Bellut hob hervor, dass der Sender wegen des mit der ARD geplanten Jugendkanals erhöhten Personalbedarf habe. Er wolle daher erreichen, 30 Stellen weniger abbauen zu müssen. „Bei einem Jugendangebot braucht man Personal. Und das muss die KEF prüfen und anerkennen.“

Der ZDF-Fernsehrat beschloss am Freitag zudem, mit seinem Plenum ab 2015 grundsätzlich öffentlich zu tagen. Polenz: „Die Ausschüsse des Fernsehrates werden weiter grundsätzlich nicht öffentlich tagen.“

dpa

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