Kinotrailer und Filmkritik

„Virgin Mountain“: Lebendiges Kino aus Island

„Virgin Mountain“ ist ein Beweis für Islands lebendige Kinolandschaft. Ob der Film von Dagur Kári ihren Filmgeschmack trifft? Der Kinotrailer gibt einen Vorgeschmack.

Fusi (Gunnar Jónsson) ist ein Verlierertyp: Sein Job als Gepäckwagenfahrer ist stupide bis zur Geistesleere; von den Kollegen wird er gemobbt, weil er so beleibt ist. Er hat nur einen Freund, bestellt im Lokal immer das gleiche Gericht und wohnt daheim bei Mutti. Doch die drängt ihn hinaus, um Platz für ihren neuen Freund zu schaffen. Also wird der traurig blickende Dickwanst zum Tanzkurs verdonnert. Und so langsam, wie der ungelenke Fusi hier den anderen hinterherhopst, ändert sich in winzigen Schrittchen sein Leben.

Regisseur Dagur Kári ist nach Fridrik Thor Fridriksson („Children of Nature“) und Baltasar Kormákur („101 Reykjavik“) ein weiterer Beweis für die lebendige Kinolandschaft Islands. Seit seinem Debüt „Noi Albinoi“ hat Kári eine etwas andere Tonart angeschlagen. Weniger Bryan Singer, mehr Aki Kaurismäki. Die wunderschönen, betörend stimmig komponierten Bilder sind geblieben. Die schroffe Action ist einem versöhnlicheren Blick auf die Welt gewichen.

Dennoch ist „Virgin Mountain“ keine Romanze im herkömmlichen Sinne. Dazu ist Káris Blick zu nüchtern, sein Regiestil zu realistisch. Der perfekte Soundtrack stammt ebenfalls von ihm: Seine Band komponiert die Musik zu allen seinen Filmen.  

„Virgin Mountain“

mit Gunnar Jónsson

Regie: Dagur Kári

Laufzeit: 95 Minuten

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Ein gutes Herz“ mochten.

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