Hanebüchener Film

"The Boss": Die Story nicht zu Ende gedacht

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Geld und Macht als Lebensinhalt: Melissa McCarthy als verrohtes Finanzgenie Michelle Darnell.

München - In „The Boss“ spielt Ulknudel Melissa McCarthy eine Narzisstin mit Minderwertigkeitskomplexen – Die Geschichte ist leider hanebüchen.

Es ist eine bitterböse Komödie, in der Melissa McCarthy da spielt. Die Hauptfigur, das emotional verrohte Finanzgenie Michelle Darnell, hat sie selbst erfunden – in einer Improvisationstheatergruppe, in der sie vor fast 15 Jahren Steve Mallory sowie ihren späteren Ehemann Ben Falcone kennenlernte. Jetzt haben die drei gemeinsam einen Film um die Figur herum entworfen.

McCarthys Darnell legt gleich zu Beginn einen eindrucksvollen Auftritt hin: Vor kreischendem Publikum reitet sie auf einem überdimensionalen Phönix in eine Halle und gibt ihren Fans Tipps zum Reichwerden – denn Geld, und damit Macht, ist ihr Lebensinhalt. Doch es kommt, wie es kommen muss: Darnells Verhaftung wegen Insiderhandels, ein Gefängnisaufenthalt und die Rückkehr als Persona non grata in ihre alte Welt.

Kann sich „The Boss“ zunächst noch nicht so recht entscheiden, ob der Film nun leicht groteske Komödie oder vollends absurde Satire sein möchte, geht er bald in Letzteres über: Stereotype Figuren, überzeichnete Dialoge und Witze, die weder jugendfrei noch politisch korrekt sind, dazu eine völlig hanebüchene Handlung. „The Boss“ verpasst die Möglichkeit, die Persiflage auf Amerikas Finanzgurus und Selfmade-Milliardäre zu Ende zu denken.

McCarthy darf zwar als durchgeknallte Narzisstin mit verdrängten Minderwertigkeitskomplexen glänzen, doch die Rollen der Co-Stars Kristen Bell, Peter Dinklage und Kathy Bates hätten mehr hergegeben.

Und so erweckt der Film den Eindruck einer guten Idee, deren Ausführung in der Jagd nach Gags untergegangen ist. Die Macher hätten gut daran getan, sich den Film als Ganzes zu überlegen. So wirkt er wie eine Reihe von Sketchen, die zu einer dünnen Geschichte verwoben wurden. Schade: das Potenzial und eine tolle Besetzung wären dagewesen.

„The Boss“

mit Melissa McCarthy

Regie: Ben Falcone

Laufzeit: 120 Minuten

Annehmbar

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Johanna Popp

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