Finnischer Oscar-Anwärter

Preisverdächtig: "Die Kinder des Fechters" - Mit Sport gegen Stalin

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Märt Avandi als Endel und Ursula Ratasepp als Kadri in einer Szene aus dem Film "Die Kinder des Fechters".

München - Als überzeugende Liebesgeschichte geht „Die Kinder des Fechters“ als finnischer Kandidat für den „Besten nicht-englischsprachigen Film“ ins nächste Oscar-Rennen.

Auf der Flucht vor Stalins Geheimpolizei versteckt sich der Fechter Endel Nelis (Märt Avandi) in einem Küstenort an der Ostsee. Möglichst weit weg von Moskau versucht er, unter falschem Namen ein neues Leben als Sportlehrer zu beginnen. Mit Kindern kennt sich der junge Mann nicht gut aus, aber seine Begeisterung beim Fechttraining springt über. Doch Fechtsport und Sozialismus, das passt nicht zusammen. Findet zumindest der Direktor. Die Schüler wie auch deren Eltern aber sind dankbar für jede Abwechslung ihres öden Alltags. Nachmittags wird gefochten, mit Bambusstöcken und Säbel, und schließlich dürfen Endels Zöglinge sogar an einem Wettkampf teilnehmen. Der findet aber in Moskau statt, in das Endel nie wieder einen Fuß setzen wollte.

Filme über die sich langsam festigende Beziehung zwischen Schülern und Lehrern gibt es jede Menge. Das entsprechende dramaturgische Schema von Konflikt, Annäherung, Wandel und Happy End verlässt auch „Die Kinder des Fechters“ nur selten. Eine nicht durchgehend überzeugende Liebesgeschichte hat man dem Sportler ebenfalls verpasst. Doch zusätzlich bietet Regisseur Klaus Härö mit dem Nebenstrang der politischen Verfolgung gerade im letzten Drittel jede Menge gekonnt aufbereitete Spannung. Der angenehm zurückhaltend erzählte Film beruht auf wahren Begebenheiten: Fechter Nelis ist in Estland ein bekannter Sportler. Das mag ein Grund sein, warum Finnland die Produktion als Kandidaten für den „Besten nicht-englischsprachigen Film“ ins Oscar-Rennen schickt. Tatsächlich besticht er durch seine klaren, elegisch komponierten, wunderbar mehrdeutigen Bilder.

„Die Kinder des Fechters“

mit Märt Avandi

Regie: Klaus Härö

Laufzeit: 90 Minuten

Sehenswert

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