Hurra, ein Katzenkratzbaum!

Das „Preis ist heiß“-Duo: „Es muss ein „nigelnagelneues“ Auto sein“

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„Wir sind wie der Puderzucker auf einem Kuchen“: Einst moderierten Harry Wijnvoord (li.) und Walter Freiwald (re.) „Der Preis ist heiß“ (li. mit Gast Harald Schmidt)

„Der Preis ist heiß“ kommt zurück ins TV – Ein Gespräch mit den neuen Moderatoren Wolfram Kons und Thorsten Schorn über die Kultshow. 

RTL reaktiviert einen Gameshow-Dino: „Der Preis ist heiß“ kommt zurück. Ab Montag täglich um 17.45 Uhr auf RTLplus. Allerdings ohne die einstigen Moderatoren Harry Wijnvoord und Walter Freiwald, die in den Neunzigern noch Espressomaschinen und Grills unter das Volk brachten. Ein Gespräch mit den Nachfolgern Wolfram Kons und Thorsten Schorn.

Kaum eine Show repräsentiert die Neunziger so sehr wie „Der Preis ist heiß“: ein Kult-Format, aber auch ein recht skurriles Fernseh-Artefakt. Funktioniert so ein Konzept heute überhaupt noch?

Wolfram Kons:Es gibt inzwischen so viele Shows, bei denen du besonders sportlich, schlau oder abgezockt sein musst. Da ist „Der Preis ist heiß“ anders. Wir haben hier ganz normale Menschen. Sie freuen sich bei uns auch mal über einen Dönergrill mehr als in anderen Shows, in denen sie 100 000 Euro gewinnen könnten. Weil es ein Hier-und-Jetzt-Moment ist. Ein bisschen so, wie wenn man auf der Kirmes einen Preis geschossen hat.

Thorsten Schorn:Wir leben in einer schnellen Zeit. Die führt auch zu einer Sehnsucht nach der vermeintlich guten alten Zeit. Die Menschen leben in topmodernen Wohnungen und machen dann aber einen Spieleabend mit Klassikern wie „Mensch ärgere Dich nicht“. Und so gibt es auch bei uns nigelnagelneue Autos in einem topmodernen Studio, aber wir spielen wieder „Plinko“ und „Absturz“ mit dem Kraxlhuber, wie man es von „Der Preis ist heiß“ von früher kennt.

...nun lassen Wolfram Kons (li.) und Thorsten Schorn die Sendung aufleben.

Wie gefährlich ist es, dabei in die Ironie-Falle zu tappen?

Kons: Ironie ist nicht unsere Farbe. Wir nehmen die Kandidaten ernst bei ihrem vielleicht einzigen TV-Auftritt ihres Lebens. Ihre 15 Minuten Berühmtheit im Sinne von Andy Warhol. Und das soll ihnen, den Zuschauern und uns im Studio Spaß machen. Nicht mehr, nicht weniger. Natürlich ist es lustig, wenn ein Kandidat am Ende einen Katzenkratzbaum gewinnt. Und wir verwenden natürlich Zitate von damals. Ein neues Auto ist hier nicht einfach ein neues Auto. Es muss ein „nigelnagelneues“ Auto sein.

Sie beerben Wijnvoord und Freiwald. Wie fühlt sich das an?

Schorn: Heute wie damals gilt: Das Spiel ist der Star. Wir Moderatoren sind nur wie der Puderzucker auf einem Kuchen. Es gab vor uns andere, die die Show erfolgreich moderiert haben. Und es wird auch nach uns sicher welche geben, die das tun.

Könnten Sie eigentlich selbst Preise schätzen?

Schorn: Ja, ich glaube schon. Wenn am Wochenende Prospekte als Beilage in der Zeitung liegen, gucke ich da rein. Was kostet wie viel? Ich finde, dass das zu einer Wirtschaftskompetenz gehört, die jeder draufhaben sollte. Schon als Kind bin ich gerne mit meiner Mutter in den Supermarkt gefahren. Wobei es meistens verschiedene Supermärkte waren. Im einen waren die Nudeln günstiger, beim anderen die Tomaten.

Dann können Sie die Frage parieren, vor der jeder Kanzler zittert: Was kostet ein Pfund Butter?

Schorn: Ich esse eher Frischkäse als Butter.

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