Corona-Krise trifft ihn hart

TV-Starkoch Tim Mälzer in der Corona-Falle - er stellt düstere Prognose für die Gastronomie auf

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Fernsehkoch Tim Mälzer fordert Rettungspakete - nicht nur für die Gastrobranche.

Tim Mälzer macht die Corona-Krise finanziell zu schaffen. Nun legt er in der Öffentlichkeit das momentane Minus-Geschäft offen. Die Zahlen sind verheerend.

Update vom 25. März 12.40 Uhr: In Deutschland gelten strenge Ausgangsbeschränkungen - mit schlimmen Folgen für die gesamte Wirtschaft. Insbesondere der tertiäre Sektor leidet enorm. Denn die Gleichung ist simpel: Bleiben die Kunden zu Hause, klingelt auch die Kasse nicht. Die Unternehmen gehen pleite. Ein Teufelskreis, dessen Ende im Moment niemand vorhersagen kann. Zwar sind die Maßnahmen zunächst für einen Zeitraum von zwei Wochen angesetzt worden, allerdings wurde in den Leitlinien der Bundesregierung bewusst das Wort „mindestens“ verwendet. Eine Verlängerung ist somit denkbar. 

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Doch wie lange reichen die Ressourcen der Unternehmen - insbesondere der kleineren? Wer gewinnt den Wettlauf gegen die Zeit? Und wer muss sein Geschäft schließen? Die Rechnung des Starkochs Tim Mälzer, der unlängst alle seine Läden vorerst geschlossen hat undbei „Markus Lanz“ kürzlich mit den Tränen kämpfen musste*, lässt allein böses erahnen: „Lohnkosten sind die höchsten Kostenfaktoren, die man in der Gastronomie hat. Dadurch summiert sich das auf eine Summe vonungefähr 15.000 Euro“ - jeden Tag, erklärt Mälzer in einem Interview mit RTL. 

TV-Koch Mälzer in der Corona-Krise: Für „normale Menschen“ bedeutet es das Aus

Eine tägliche Verschuldung, die selbst für einen Betrieb von TV-Koch Tim Mälzer auf Dauer nicht aufzufangen sei: „Aufgrund der Höhe und der Größe unserer Betriebe, kommen wir früher oder später auch in Schieflage“, sagt er. 

„Ich möchte das jetzt gar nicht so sehr dramatisieren, dass es bei mir so dramatisch schlecht ist. Noch haben wir Luft zum Atmen.“ Er wolle seinen rund 200 Mitarbeitern auch in der Krise treu bleiben. Dennoch räumt er unmissverständlich ein: „Wenn wir unseren Verpflichtungen weiterhin nachkommen wollen, dann muss ich ans Private gehen.“ 

Für „normale Menschen“ sei dies allerdings nicht machbar. Es zählt jeder Tag, die Wirtschaft befindet sich in der Darwin-Falle. Nur die stärksten werden wohl auf Dauer überleben. 

„Bald auch privat bankrott“ - TV-Starkoch Tim Mälzer bittet nun bei Markus Lanz um Hilfe

Erstmeldung: Hamburg - Die globale Verbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 treibt Bereiche wie die Lebensmittelindustrie an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Während der Handel von Lebensmitteln allerdings kaum wirtschaftliche Einbußen verbuchen dürfte, sieht das beispielsweise in der Gastronomiebranche ganz anders aus.

Öffentliche Versammlungen sind komplett untersagt, in Restaurants herrscht bundesweit nahezu überhaupt kein Betrieb mehr. Die meisten Betreiber sehen sich mit einem eklatanten wirtschaftlichen Schaden konfrontiert, der die Existenz bedroht und bereits zahlreiche Unternehmen an den Rande des Ruins treibt. 

Corona-Krise: Tim Mälzer appelliert bei Markus Lanz für Hilfsgelder

In der ZDF-Talkrunde „Markus Lanz“ ging es diesmal um die Auswirkungen der grassierenden Corona-Pandemie und per Live-Schalte gehörte auch Tim Mälzer zu den Teilnehmern. Die Szenerie im TV-Studio von Markus Lanz wirkte gespenstisch: Kein Publikum, die eingeladenen Gäste saßen weit auseinander und weitere Gesprächspartner waren per Video zugeschaltet.

Fernsehkoch Mälzer sprach über die herausfordernde Situation und stellte klar, dass er selbst aufgrund des Coronavirus Sars-CoV-2 nicht nur „geschäftlich, sondern auch privat“ vom Bankrott bedroht sei, wenn es bei der eklatant hohen finanziellen Last nicht bald staatliche Hilfen geben wird. "Wenn das so weitergeht, bin ich in sechs Wochen pleite", lautet die Einschätzung des „Kitchen-Impossible“-Stars.

Bei "Markus Lanz" ging es am Donnerstag Abend um die Corona-Krise und finanzpolitische Schritte in Zeiten der Pandemie.

Dabei appelliert der Hamburger jedoch nicht nur für sich persönlich, sondern vielmehr stellvertretend für einen ganzen Berufsstand: "Wenn jetzt nicht sehr schnell Finanzhilfen kommen, dann werden in kurzer Zeit sehr viele Läden schließen müssen“, befürchtet der Unternehmer und erläutert, dass zwei Faktoren ausschlaggebend seien, dass vielen Gastronomen der Ruin droht: hohe Mieten und die Lohnkosten.

Denn diese müssen weiterhin gestemmt werden, während auf der Einnahmenseite nur noch wenig hereinkommt. Kein Wunder: In ganz Deutschland gibt es massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

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Hilferuf bei Markus Lanz (ZDF) wegen Coronavirus: „Sonst sind wir weg“

Mit Vizekanzler Olaf Scholz saß ein direkter Adressat des Hilferufs im TV-Studio bei Markus Lanz, auch Hamburgs Oberbürgermeister Peter Tschentscher lauschte den mahnenden Worten von Tim Mälzer. Alleine in der Gastronomie sind in Deutschland schätzungsweise etwa zwei Millionen Menschen betroffen. 

Doch nicht nur für seine angestammte Branche fordert Tim Mälzer ein Rettungspaket: vielmehr für sämtliche Bereiche, in denen Menschen akute finanzielle Einbußen aufgrund der Coronavirus-Krise durchzustehen haben. "Helfen Sie uns, sonst sind wir weg", lautet der Hilferuf des bekannten Fernsehkochs, der befürchtet, dass die Gastro-Szene in Deutschland sonst für immer verändert sein wird. Mälzer, der aufgrund seines TV-Erfolges über mehrere wirtschaftliche Standbeine verfügt, müsse bald Unternehmen schließen, wenn es so weiter geht. Kleineren Restaurants mit weniger Mitarbeitern würde dieses Szenario wesentlich früher drohen. 

Und was sagt der anwesende Olaf Scholz von der SPD? Er bekräftigt, dass über Zuschüsse diskutiert werde, vor allem was die Mietbelastung betrifft. Tim Mälzer begrüßt das, allerdings seien für ihn noch essenzieller die Lohnkosten: „Wir befinden uns in einem Billiglohnsektor.“ Konkret wünscht er sich eine Aufstockung des staatlichen Kurzarbeitergeldes von 60 auf 80 Prozent. Als zweiten Vorschlag nennt er eine Maßnahme in der Steuerpolitik: "Und erlasst uns auch bis Ende des Jahres die Mehrwertsteuer."

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Scholz findet diese Benennungen als zu hoch gegriffen und erläutert: „Dass alle Rechnungen zu 100 Prozent übernommen werden, ist utopisch“, so der Sozialdemokrat. Mälzer allerdings erwähnte zuvor, er selbst wolle dann den Rest der Lohnkosten stemmen.

Unterdessen zeigen sich in Hamburg die Gastronomen solidarisch, wie stern.de schildert: Tim Mälzer und viele Kollegen wollen Menschen selbstgekochte Mahlzeiten per Lieferdienst zukommen lassen, die gerade unermüdlichen Einsatz für die Gesellschaft zeigen: aus dem Gesundheitssystem, den Rettungskräften oder auch Supermarkt-Kassierern.

Zum Thema Coronavirus hatte auch Uli Hoeneß kürzlich etwas zu sagen: Bei SPORT1 platzte dem Ex-FCB-Präsident diesbezüglich der Kragen.

Oliver Pocher benannte in der Corona-Krise jetzt den König des Schwachsinns. Boris Becker richtete bei Instagram eindringliche Worte an seine Mitmenschen. Harald Glööckler hat vorgesorgt. Sein Vorratskeller sorgt für Kritik an seiner Person. Der Plötzlicher Tod des bekannten TV-Kochs schockiert die Fans. Der Chefkoch starb an den Folgen einer Coronavirus-Infektion

*tz.de und Nordbuzz sind ein Angebot des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks

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