Streamingdienst unter Druck

Bruder von Drogenbaron Pablo Escobar droht Netflix und verlangt Milliardensumme

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Drogenboß Pablo Escobar.

Der Bruder des verstorbenen Drogenbarons Pablo Escobar fordert eine Entschädigungszahlung vom Streamingdienst Netflix und spricht eine scharfe Drohung aus.

Beinahe 24 Jahre ist es her, seit Pablo Escobar, der kolumbianische Drogendealer und langjährige Anführer des Medellin-Kartells, auf der Flucht vor dem Gesetz von einer US-amerikanisch-kolumbianischen Spezialeinheit erschossen wurde. Doch die Legende Escobar feiert seit 2015 eindrucksvoll ihre Wiedergeburt. Verantwortlich dafür ist die Serie „Narcos“ des Streamingdienstes Netflix, die sich mit dem kometenhaften Aufstieg und Fall des kolumbianischen Drogenbarons beschäftigt. 

Das gelingt den Produzenten so authentisch, dass „Narcos“ inzwischen zu einem von Netflix‘ Aushängeschildern geworden ist und sich auch wirtschaftlich ordentlich für den US-amerikanischen Konzern lohnt. Die Aussicht darauf, ein Stück vom Erfolgs-Kuchen abzuhaben, machte einen Kolumbianer besonders hellhörig - und zwar niemand anderen als Pablo Escobars Bruder Roberto de Jesús Escobar Gaviria.

Escobars Bruder fordert Entschädigung in Milliardenhöhe

Einem Bericht des „Hollywood Reporter“ zu Folge verlangt Roberto Escobar eine Zahlung in Höhe von einer Milliarde Dollar als Entschädigung für die angebliche Verletzung von Urheberrechten. Geschädigt wäre seiner Meinung nach die Firma Escobar Inc., die unter anderem von Roberto Escobar gegründet wurde, um sich die Rechte am Namen seines Bruders und an dessen Geschichte zu sichern.

Auch der schwedische Medienmanager und Teilhaber von Escobar Inc., Olof K. Gustafsson, hält an der Forderung nach einer Entschädigung fest. In einem Interview mit  „CNN Money“ bekräftigte er seinen Standpunkt: „Die Serie ist ohne unsere Autorisierung realisiert worden“. 

Roberto Escobar droht Netflix scharf

Roberto Escobar zählte zu Lebzeiten seines Bruders zu dessen engsten Vertrauten und bis heute ist nicht vollständig geklärt, welche Rolle er im von Pablo Escobar geführten Medellin-Kartell inne hatte. Drohungen aussprechen kann er aber eben so gut wie sein berüchtigter Bruder. So kündigte Roberto laut „Hollywood Reporter“ an, er würde Netflix „ihre kleine Show abdrehen“, sollten sie nicht zu Entschädigungszahlungen bereit sein - und legte mit dem Rat nach: Die Produzenten von „Narcos“ sollten sich Auftragskiller als Leibwächter zulegen.

Zu Hochzeiten von Pablo Escobars Drogen-Imperium gehörte das Anheuern von Auftragskillern zur Tagesordnung. Doch auch ein aktuelles Ereignis könnte darauf hinweisen, dass die Drohungen gegen Netflix mehr sind als nur leeres Geschwätz.

Location Scout von Narcos in Mexiko ermordert

Denn vor kurzem wurde in Mexiko ein Scout, der für die neue Narcos-Staffel nach geeigneten Drehorten gesucht hatte, ermordet aufgefunden. Wer für dessen gewaltsamen Tod verantwortlich ist, ist bisher noch unklar. Das Opfer soll sich in einer extrem gefährlichen Gegend aufgehalten haben.

Auf Grund dieses Vorfalls ist es logisch, dass die Medien den Drohungen von Escobar eine besondere Beachtung schenken. Narcos Productions LLC, die Produktionsfirma der Serie, hat sich bislang noch nicht öffentlich zu der Situation geäußert. Die Anwälte beider Parteien stehen angeblich in Kontakt. 

Der kolumbianische Drogenboss Pablo Escobar (gespielt von Wagner Moura) in der Netflix-Serie Narcos. 

fd

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