Zeckenbiss – was tun? Wie man ihn behandelt und Krankheiten verhindert
Zeckenbisse sind nicht nur unangenehm, sie können auch gefährlich werden. Was zu tun ist, wenn man eine Zecke oder ihren Biss am Körper entdeckt:
Sie sind klein und zunächst unauffällig – doch sie gehören zu den gefährlicheren Tieren in Deutschland: Zecken. Sie gelangen bei Spaziergängen in der Natur schnell auf unsere Körper. Dann beißen sie zu und beginnen, Blut zu saugen wie kleine Vampire. Und ganz wie bei Vampiren kann auch dieser Biss im Ernstfall tödlich enden, da dabei gefährliche Krankheiten übertragen werden. Was man tun kann, wenn man von einer Zecke gebissen wird, verrät LUDWIGSHAFEN24:
Was muss man tun, wenn man von einer Zecke gebissen wurde?
Welche Gefahr von Zecken ausgeht, hängt auch von der Art ab. Darum hilft es, bei einem Zeckenbiss genauer hinzuschauen. Der Gemeine Holzbock überträgt hierzulande Bakterien und Viren, die bei uns gefährliche Krankheiten wie Borreliose und FSME auslösen können. Ist die Zecke noch sehr klein und hat nur sechs, statt acht Beine, handelt es sich um ein Baby.
Dann ist das Risiko einer Krankheitsübertragung noch geringer, wie Frank Dressler von der Medizinischen Hochschule Hannover erklärt. Bei erwachsenen Zecken ist das Risiko schon größer. Doch auch dann dauert es circa 12 Stunden, bis Bakterien übertragen werden. Entdeckt man eine Zecke, sollte man sie also vor allem sofort entfernen und sich zur Sicherheit noch einmal absuchen.
Zecke entfernen – was tun?
Mit ein bisschen Glück erwischt man die Zecke, bevor Bakterien und Viren Zeit hatten, übertragen zu werden. Wie man eine Zecke richtig entfernt, erfährst Du hier. Wichtig ist, den Zeckenbiss nicht unnötig zu reizen. Darum sollte man bei der Entfernung nicht auf dubiose Hausmittel wie Nagellackentferner oder Alkohol zurückgreifen.
Zecken richtig entfernen
Damit sie eine Zecke richtig und sauber entfernen, empfiehlt sich eine Zeckenzange (werblicher Link). Damit kommen sie auch an versteckte Stellen und können die Zecke einfach greifen.
Oft merkt man allerdings gar nicht, dass man von einer Zecke gebissen wurde. Alles, was man noch am Körper findet, ist die kleine rote Stelle, an der der Blutsauger zugebissen hat. Ob nach der Zeckenentfernung oder wenn man einen verdächtigen Biss entdeckt, sollte man die Stelle erst einmal behandeln.
Wie Zeckenbiss behandeln?
Auch wenn keine Zecke mehr an der Bissstelle dranhängt, sollte man diese nicht unnötig reizen. Sollten doch bereits Bakterien in die Wunde gelandet sein, begünstigt das die Übertragung. Stattdessen sollte man den Biss mit einem geeigneten Wunddesinfektionsmittel gründlich desinfizieren. Keine Panik, wenn noch Teile von der Zecke in der Wunde hängen.
Meistens handelt es sich nur noch um Reste der Beißwerkzeuge. Doch auch dann sollte man nicht zu viel an der Bissstelle herumfummeln. Diese Reste können gewöhnlich keine Krankheiten mehr übertragen und werden nach einer Weile vom Körper abgestoßen. Verbleibende Teile sowie den Biss sollte man im Auge behalten und prüfen, ob Rötungen oder Entzündungen auftreten.
Wie erkenne ich, ob ein Zeckenbiss gefährlich ist?
Um sicherzugehen, dass der Biss sich nicht auf besorgniserregende Art und Weise verändert, empfiehlt es sich, ein Foto davon zu machen. Dann kann man die Stelle in den folgenden Stunden und Tagen beobachten und mit dem Originalzustand vergleichen. Nach dem Biss kann es zu einem leichten Jucken und einer Rötung kommen.
Beide sollten innerhalb weniger Tage verschwinden. Geht die Röte jedoch nicht weg, sondern wächst auf die Größe einer Zwei-Euro-Münze, ist das laut Dressler ein Warnsignal. Noch deutlicher ist es, wenn sich ein Infektionsring bildet. Wenn die Röte sich ringförmig ausbreitet und in der Mitte blasser wird, handelt es sich um die sogenannte Wanderröte, klares Zeichen für eine beginnende Borreliose.

Sollte man bei einem Zeckenbiss zum Arzt gehen?
In manchen Fällen ist man selbst nicht in der Lage, die Zecke zu entfernen. Beispielsweise, wenn das Tier sich an einer unzugänglichen Stelle befindet. Dann sollte man damit zum Arzt gehen. Ansonsten ist ein Arzt nur notwendig, wenn bestimmte Symptome auftreten. Dazu gehören Entzündungen am Biss sowie eine sich ausbreitende Rötung oder eben die genannte Wanderröte.
Aber auch Unwohlsein, Kopfschmerzen, Fieber und Gelenkschmerzen können ein Anzeichen für eine Infektion mit einem Erreger sein. In manchen Fällen treten jedoch auch neurologische Symptome auf, wie zum Beispiel Gesichtslähmungen, die vor allem bei Kindern auftreten. Seltener sind jedoch auch Hirnhautentzündungen und sogar Demenz-Erscheinungen die Folge einer Erkrankung an Borreliose.
Wie schnell muss man nach einem Zeckenbiss zum Arzt?
Ohne diese Veränderungen ist ein Arztbesuch nicht nötig. Bis die oben genannten Symptome auftreten, können jedoch ein bis zwei Wochen vergehen. Stellt man eines dieser Warnsignale bei sich fest, sollte man so rasch wie möglich zum Arzt. Außer in seltenen akuten Fällen handelt es sich jedoch nicht um einen Notfall.
Der Arzt stellt gegebenenfalls fest, ob Borrelien oder FSME übertragen wurden. Eine Borreliose wird gewöhnlich mit Antibiotika behandelt. Für FSME gibt es aktuell keine medizinische Behandlung. Man kann sich lediglich impfen lassen. FSME-Risiko-Gebiete sind Baden-Württemberg, Bayern, Teile von Rheinland-Pfalz, dem Saarland sowie in Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.
Was schützt am besten gegen Zecken?
Der beste Schutz gegen Zecken sind natürlich lange Kleidung und geschlossene Schuhe. Zumindest, wenn man weiß, dass man sich draußen im hohen Gras oder Gebüsch aufhalten wird. Zudem sollte man die Hose möglichst in die Socken stecken. Da das aber gerade in der Zeckenhochsaison – nämlich im Sommer – nicht immer so einfach ist, gibt es noch andere Möglichkeiten, das Risiko für einen Zeckenbiss zu verringern.
Für ein paar Stunden schützen auch Anti-Zecken-Sprays. Diese kann man direkt auf die Haut, allerdings auch auf die Kleidung auftragen. Hat man kein spezielles Mittel gegen Zecken zur Hand, tun es auch ein paar Hausmittel, wie zum Beispiel Kokosöl. (paw)




