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Diese Pilze solltest Du niemals sammeln – Strafen und Vergiftungsgefahr drohen!

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Von: Madlen Trefzer

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Wir treffen sie im Wald, im Garten und auf Wanderrouten – Pilze, von denen wir unbedingt die Finger lassen sollten! Wir zeigen Dir die seltensten und schauderhaftesten Exemplare:

Orangengeleefleck (Dacrymyces chrysospermus) *** orange jelly blotch Dacrymyces chrysospermus Copyright: imageBROKER/L.x
1 / 24Die Riesen-Gallertträne (Dacrymyces chrysospermus) ist eine Pilzart aus der Familie der Tränenpilzverwandten. Sie ist in der Holarktis und in Südafrika verbreitet und fällt vor allem durch ihre leuchtend orangene Farbe auf. © imageBROKER/L. Werle via www.imago-images.de
Violetter Kronenbecherling Sarcosphaera coronaria Deutschland Eifel violet crowncup Sarcosphaer
2 / 24Der Violette Kronenbecherling (Sarcosphaera coronaria) ist der einzige seiner Art. Dieser besondere Pilz kommt im Nadelwald unter Kiefern und Fichten, aber auch im Laubwald auf kalkhaltigen Böden vor. Besonders stark giftig ist er im rohen Zustand. © imago stock&people
Becherkoralle (Artomyces pyxidatus) auf Totholz, ungenießbar, selten, Naturschutzgebiet Mönchbruch, Groß-Gerau, Hessen,
3 / 24Die rare Becherkoralle (Artomyces pyxidatus) riecht ausgesprochen kräftig würzig und aromatisch pilzig. In Deutschland gehört sie derzeit aber nicht zu den vom Aussterben bedrohten Pilzartwn. Dies könnte sich jedoch ändern, wenn künftig in den Wäldern kaum noch Nahrung für holzbewohnende Organismen zur Verfügung steht. © imageBROKER/Georg Stelzner via www.imago-images.de
Schwarzgebänderter Harzporling (Ischnoderma resinosum), Baumpilz, Baumstamm, Pilz, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland,
4 / 24Er riecht neutral bis säuerlich-aromatisch, oft süßlich bis hin zu penetrant anisartig – der Schwarzgebänderte Harzporling (Ischnoderma benzoinum). Der seltene Pilz mit der charakteristischen schwarzbraunen Bänderung wächst zumeist an Fichten, ist aber im Saarland viel häufiger an Kiefern und Lärchen festgestellt worden. © imageBROKER/Sven Walter via www.imago-images.de
Dunkelvioletter Schleierling (Cortinarius violaceus), Violetter Schleierling, Dunkelvioletter Dickfuß
5 / 24Trotz seiner extravaganten Farbe ist der Dunkelviolette Schleierling (Cortinarius violaceus) durchaus essbar. Zumindest gilt er als nicht giftig. Er ist kein sonderlich guter Speisepilz. Sein Geschmack wird als minderwertig und muffig beschrieben und sein Geruch nach Zanderholz und Leder. Dieser Pilz kann überall vorkommen. So wurden Funde wie etwa in Japan, Mitteleuropa, Australien, Neuseeland und Nordamerika dokumentiert. © imageBROKER/O. Diez via www.imago-images.de
Klapperschwamm Maitake Grifola frondosa Deutschland Nordrhein Westfalen Niederrhein hen of the
6 / 24Der Klapperschwamm (Grifola frondosa) riecht angenehm und schmeckt mild. Er kann überdimensionierte Ausmaße haben. In Ribnitz-Damgarten wurde 2018 ein Klapperschwamm mit einem Gewicht von über 20 kg gefunden. Er kommt häufig im Wurzelbereich von Eichen oder Kastanien vor. © imago stock&people
Buchen-Schlauchzitterling(Ascotremella faginea)
7 / 24Der Buchen-Schlauchzitterling(Ascotremella faginea) gallertartige Fruchtkörper und wächst hauptsächlich auf Buchen. Jungpilze zeigen eine rosa oder fleischähnliche Farbe, im Alter werden sie graubraun. Er bevorzugt frische und wenig bis mittelstark zersetzte Holzbereiche. Der Schlauchzitterling kann von Juni bis November gefunden werden. © imago stock&people
Creative Highlights World Sumpf-Haubenpilz (Mitrula paludosa), mehrere Fruchtkörper in der Nahaufnahme spiegeln sich im
8 / 24Der dottergelbe Sumpf-Haubenpilz (Mitrula paludosa) wurde von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie zum Pilz des Jahres 2023 ernannt. Auf verschiedenen pflanzlichen Abfällen wie abgefallene Nadeln oder feuchten Zweige, die meist im flachen Wasser liegen, fühlt sich dieser Pilz besonders wohl. © IMAGO/imageBROKER/Farina Graßmann
Ästiger Stachelbart (Hericium coralloides), Hessen *** Spiny spiny beard Hericium coralloides , Hesse Copyright: imageBR
9 / 24Auch er mag nicht so aussehen, aber der Ästige Stachelbart (Hericium coralloides) ist essbar, solange er noch jung ist. Dennoch solltest Du ihn nicht anfassen! Wegen seiner Seltenheit steht dieser Pilz auf der Roten Liste und sollte daher geschont werden. Er wächst auf den Stämmen morscher Laubbäume und ist meist auf Buchen zu finden. © imageBROKER/Marcus Siebert via www.imago-images.de
Kastanienbrauner Stielporling (Picipes badius), Pilz, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland, Europa *** Chestnut-brown Sti
10 / 24Oft nimmt der Kastanienbraune Stielporling (Picipes badius) Ausmaße von weit über 20 cm Hutdurchmesser an. Wohlriechende Jungpilze können fein geschnitten durchaus gegessen werden. Getrocknet kann der Stielporling zu einem Würzpulver verarbeitet werden. Vorsicht vor Exemplaren, die direkt an Holz wachsen – diese zählen selten zu Speisepilzen. © imageBROKER/Sven Walter via www.imago-images.de
Eichen-Leberreischling (Fistulina hepatica) auf totem umgestürzten Baum, New Forest, Hampshire, Großbritannien, Europa *
11 / 24Der Fruchtkörper des Eichen-Leberreischlings (Fistulina hepatica) ist etwa 25 bis 30 Zentimeter breit und 6 bis 8 Zentimeter dick. Kaum zu glauben, aber auch dieser Pilz ist essbar, solange er noch jung ist. Sein Geschmack wird als mild und säuerlich beschrieben, während der Geruch intensiv pilzig sein soll. Na dann, guten Appetit – wenn Du dich traust. © imageBROKER/FLPA/Dave Pressland via www.imago-images.de
Spechttintling (Coprinus picaceus), zwei, Herbst, Laubblätter, Wald, Niedernhausen, Taunus, Hessen, Deutschland, Europa
12 / 24Der nach Mottenpulver stinkende Spechttintling (Coprinus picaceus) ist als Jungpilz braun und mit weißen, flockigen Schuppen besetzt. Im Alter rollt sich der Rand nach oben und der Pilz fängt an sich schwarz aufzulösen. Letztendes sieht der Spechttintling aus, als sei sein Hut wie flüssiges Wachs geschmolzen. © IMAGO/imageBROKER/Gerald Abele
Die Vielgestaltige Holzkeule (Xylaria polymorpha)
13 / 24Die Vielgestaltige Holzkeule (Xylaria polymorpha) ist ein Schlauchpilz und wird in England „Dead Mes‘s Fingers“ gennant. Immerhin erinnert die Form des ungenießbaren Pilzes an Finger, die aus der Erde ragen. Die Holzkeule lebt meist an Überbleibseln von Laubbäumen – vor allem an Buchen. Auch an lebenden Bäumen kann man sie finden. Dort zählt dieser seltsame Pilz als Schwächeparasit und kann die Wurzelanläufe besiedeln. © imago stock&people
Spitzgebuckelter Saftling, Sippenauer Moor, Bayern (Hygrocybe persistens), Deutschland, Europa *** Spitzgebuckeltter Saf
14 / 24Der leuchtend zitronengelbe bis gelborangefarbene Spitzgebuckelte Saftling (Hygrocybe persistens) erscheint von Juni bis Oktober. Vorsicht, der Schein trügt! Dieser Pilz ist giftig und kann Magen-Darm Verstimmungen hervorrufen, obwohl er angenehm riecht und mild schmeckt. Laut Bundesartenschutzgesetz ist das Sammeln von Saftlingen in Deutschland verboten und wegen Seltenheit geschützt. © imageBROKER/L. Werle via www.imago-images.de
Octopus stinkhorn / devil s fingers (Clathrus archeri / Lysurus archeri) invasive fungus in Europe but endemic to Africa
15 / 24Der aasartige Geruch des Tintenfischpilz (Clathrus archeri oder Anthurus archeri) ist nicht das einzige, was diesen merkwürdigen Pilz ungenießbar macht. Essen kann man ihn schon, aber das wird Dir sicherlich keine Freude bereiten. Empfindliche Personen haben auch schon Bauchschmerzen bekommen – vermutlich wegen des unangenehmen Geschmacks des Pilzes. Vermutlich wurde der Tintenfischpilz mit der Schafwolle von Australien oder Neuseeland eingeschleppt. © IMAGO/ALIMDI.NET / Arterra / Philippe
Igelstäubling (Lycoperdon echinatum) *** Hedgehog russula Lycoperdon echinatum Copyright: imageBROKER/O.xDiez ibldzo0515
16 / 24Dieser extravagante Igelstäubling (Lycoperdon echinatum) stammt aus der Familie der Champignonverwandten. Solange sein Inneres schneeweiß ist, kann man ihn auch essen – nur sollte man das erst dann tun, wenn wirklich nichts anderes da ist. Immerhin soll er ganz und gar nicht gut schmecken. Nährstoffe hat dieser Pilz allerdings. © imageBROKER/O. Diez via www.imago-images.de
Lycoperdon utriforme, Lycoperdon caelatum, Hasenstäubling, Hasenbovist, Getäfelter Großstäubling (Handkea utriformis), P
17 / 24Der Hasen-Stäubling (Lycoperdon utriforme) ist ein guter Speisepilz. Er eignet sich zum Braten, schmeckt aber dennoch nicht jedem. Auch hier gilt: Er ist genießbar, solange er innen schneeweiß ist. Bitte nicht mit dem tödlich giftigen Weißen Knollenblätterpilz verwechseln – diese Giftpilze haben nämlich im inneren Bereich Lamellenansätze! Deshalb gilt bei kugelartigen Pilzen, immer: durchschneiden und auf Lamellenansetze achten, sonst besteht Lebensgefahr! © IMAGO/imageBROKER/FLPA / Bob Gibbons
Prächtiger Wurzelbecherling (Sowerbyella imperialis), Becherling, Pilz, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland, Europa ***
18 / 24Sie sind schüsselförmig und haben gestielte Fruchtkörper mit einem Durchmesser von 5 bis 50 Millimeter – manchmal bis zu 70 Millimeter: Die Prächtigen Wurzelbecherlinge (Sowerbyella imperialis oder Sowerbyella unicolor). Dieser Pilz ist ungenießbar und lebt in Laub- und Nadelwäldern auf Kalk – besonders unter Fichten. © imageBROKER/Sven Walter via www.imago-images.de
Gemeine Hundsrute (Mutinus caninus), Buchenwald, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland, Europa *** Common dog rod Mutinus
19 / 24Der Geruch der Gemeinen Hundsrute (Mutinus caninus) wird als widerlich, süßlich stinkend und an Katzenkot erinnernd beschrieben. Fazit: Dieser Pilz scheint für den Menschen ungenießbar zu sein. In Mitteleuropa kann man ihn in verschiedenen Laub- und Nadelwäldern, Parkanlagen und Gärten auf frischen bis feuchten, humusreichen Böden, Holzabfällen oder morschen Baumstümpfen finden. © imageBROKER/Sven Walter via www.imago-images.de
Drei Rote Fliegenpilze am herbstlichen Waldboden, schoen anzusehen, aber giftig Rote Fliegenpilze *** Three red toadstoo
20 / 24Der wohl bekannteste Übeltäter unter den Giftpilzen: Der Rote Fliegenpilz (Amanita muscaria). Er ist mit seinem auffälligen roten, weiß gepunkteten Hut weit und gut zu sehen. Sein Wirkstoff, Muscimo, verursacht die psychotrope Eigenschaft des Fliegenpilzes. Bei Verzehr können Verwirrung, Sprachstörungen und akustische (seltener optische) Halluzinationen auftreten – die Liste weiterer Symptome ist lang. © IMAGO/Harald Lange
Risspilz
21 / 24So sieht der Risspilz (Inocybe) aus. Die meisten dieser Giftpilze enthalten Muscarin und Muscaridin, wobei die Menge innerhalb einer Art je nach Standort und Zeit schwanken kann. Bei entsprechend hohen Giftmengen verursachen Symptome einer Muscarinvergiftung. Risspilze sind daher keine Speisepilze! © imago stock&people
Der Fliederweiße Risspilz
22 / 24Der Fliederweiße Risspilz – einige Pilzarten aus der Risspilzfamilie enthalten auch Psilocybin und werden daher als Rauschmittel verwendet. Die Verwechslungsgefahr mit ihren stark giftigen Verwandten ist allerdings äußerst hoch, während der Geschmack der Risspilze äußerst mild ist. © imago stock&people
Frühjahrslorchel *** Spring snorkel Copyright: imageBROKER/L.xWerle iblmup05554261.jpg
23 / 24Die Frühjahrs-Giftlorchel (Gyromitra esculenta oder auch Helvella esculenta) ist in Europa und Nordamerika verbreitet. Durch den Verzehr dieses giftigen Pilzes können starke oder sogar tödliche Vergiftungen entstehen. Es treten Schädigungen der Leber, Funktionsstörungen der Nieren, eine Zersetzung der roten Blutkörperchen (Hämolyse) und Beeinträchtigungen des Zentralnervensystems auf. © IMAGO/imageBROKER/L. Werle
Gruenblaettriger Schwefelkopf, Buescheliger Schwefelkopf, Bitterer Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare, Nematoloma fasci
24 / 24Das ist der Grünblättrige Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare). Dieser Pilz kommt in Wäldern fast ganzjährig vor und ist durch sein Gift sehr gefährlich. Spätestens ab März oder April kann man ihn buschweise an Laub- und Nadelholzstubben und deren Wurzeln antreffen. Finger weg davon! © IMAGO/McPHOTO/I. Schulz

Manches in der Natur sieht giftig aus – ist es aber nicht. Häufig ist das der Fall bei Pilzen. Oft ist aber auch das Gegenteil der Fall. Wir zeigen die seltensten Exemplare, die garantiert kaum einer gesehen hat. Doch weiß man erst, wonach man im Wald oder Park suchen soll, kann man schnell auch den einen oder anderen versteckten Pilz finden.

Giftige und seltene Pilze: Nur gucken, nicht anfassen!

Doch dabei gilt folgende Regel: Nur gucken, nicht anfassen! Denn nicht alles, was essbar ist, ist auch genießbar und nicht alles, was genießbar ist, ist weit verbreitet. Immerhin sind die meisten, hier aufgeführten Pilz-Exemplare selten und oft auch vom Aussterben bedroht! Daher sollte Deine nächste Pilzsuche im Wald mit Bedacht erfolgen.

Findest Du einen Pilz, von dem Du sicher bist, man könne ihn essen, solltest Du tief durchatmen und Dich fragen: Lohnt es sich? Denn das Pflücken von Pilzen und Pflanzen, die auf der Roten Liste sind, kann schnell zu hohen Geldstrafen führen. Bevor der ausgefallene Pilz also ins Körbchen kommt – besser Handy raus, Foto machen, auf Insta posten und weitergehen.

Bei Vergiftung mit Pilzen: Sofort den Giftnotruf verständigen

Wenn Du aber versehentlich doch mal einen Pilz essen solltest, der Dir wortwörtlich Bauchschmerzen bereitet, ist schnelles Handeln angesagt. Oft treten bei Giftpilzen die ersten Symptome schon nach wenigen Stunden auf. Sollte Dir also schlecht oder schwindlig werden, Du Kreislaufprobleme bekommen solltest oder gar Durchfall – kontaktiere sofort den Giftnotruf.

Viele Pilze wachsen saisonal – viele allerdings auch das ganze Jahr über. Erfahre hier, welche Pilze Du im Frühjahr unbedingt umgehen solltest. (mad)

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