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Siebenschläfer im Haus loswerden – was es zu beachten gilt

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Siebenschläfer (Glis glis) in seinem Nest, frisst an einem Apfel, auch im Haus können sich die Tiere einnisten – wie wird man sie dann los?
Siebenschläfer sehen niedlich aus, doch können im Haus zu Schädlingen werden. © imagebroker/Imago

Siebenschläfer sind niedliche Tiere, können im Haus aber ernste Schäden anrichten. Gleichzeitig stehen sie unter Schutz. So wirst du die Tiere los, ohne Bußgelder zu kassieren:

Der Siebenschläfer (Glis glis) ist ein kleines Nagetier, das äußerlich an eine Mischung aus Maus und Eichhörnchen erinnert. Mit seinem buschigen Schwanz und den großen Augen wirkt er niedlich, doch kann das Tier zum echten Schädling werden. Dabei ist es gar nicht so einfach, sie loszuwerden. Sie sind nicht nur geschickt darin, sich zu verstecken, sondern zudem auch noch geschützt. Wer sie vertreiben will, muss also ein paar Dinge beachten, um sich nicht in rechtliche Schwierigkeiten zu bringen.

Was frisst ein Siebenschläfer im Haus?

Siebenschläfer sind nachtaktiv und verbringen den Großteil des Jahres im Winterschlaf. Von Mai bis September suchen sie nach Unterschlupf, gewöhnlich in Bäumen, aber manchmal eben auch in Häusern, um dort ihre Jungen aufzuziehen. Dabei können sie erheblichen Lärm verursachen und Schäden anrichten. Sie quieken, pfeifen und balgen sich, was die Nachtruhe stören kann. Zudem nagen sie an Dämmungen, Holz und elektrischen Leitungen, was zu teuren Schäden führen kann.

Kot und Urin der Tiere können Lebensmittel und Gegenstände verschmutzen und gesundheitliche Risiken bergen, da sie Krankheiten übertragen können. Darum sollte man, wenn man einen möglichen Befall feststellt, schnell handeln. Das Problem: Die Tiere stehen unter strengem Schutz. Zudem haben sie einen ausgezeichneten Orientierungssinn. Darum ist Vorsicht angesagt. Ähnliches gilt auch, wenn man Schnecken loswerden will – mal eben über den Zaun werfen reicht nämlich nicht.

Wie bekomme ich einen Siebenschläfer aus dem Haus?

Siebenschläfer stehen unter Naturschutz und dürfen nicht getötet oder gefangen werden. Laut Bundesartenschutzverordnung ist es verboten, die Tiere ohne Genehmigung umzusiedeln. Verstöße können hohe Bußgelder nach sich ziehen. Daher ist es wichtig, sanfte Methoden zur Vertreibung zu nutzen. Am besten macht man den Lebensraum im Haus für sie unattraktiver. Siebenschläfer haben empfindliche Nasen und Ohren. Das heißt, sie reagieren entsprechend auf Schall, aber auch bestimmte Düfte.

Mottenkugeln, Möbelpolitur und WC-Steine können helfen, die Tiere zu vertreiben. Lege diese Duftstoffe an den Ruheplätzen der Tiere aus und erneuere sie regelmäßig. Räucherstäbchen können ebenfalls wirksam sein, jedoch sollte dabei auf eine feuerfeste Unterlage und einen sicheren Behälter geachtet werden, um Brände zu vermeiden. Muss dennoch die Falle her, gibt es einige Dinge zu beachten – das läuft nämlich anders ab, als Ratten im Haus loszuwerden.

Wie fängt man einen Siebenschläfer im Haus?

Im Zweifel sollte sich um einen Siebenschläferbefall ein Profi kümmern. Doch das ist nicht immer ohne Weiteres möglich. Wer das Tier also auf eigene Faust einfangen möchte, braucht zunächst eine Genehmigung vom Naturschutz. Darüber hinaus muss immer eine Lebendfalle verwendet werden und auch dann sollte das Leid des Tieres so klein wie möglich gehalten werden. Als Köder eignen sich Apfelstückchen, Rosinen, Haferflocken und Nüsse.

Während das Einfangen an sich schon stressig für die Tiere ist, ist wichtig, dass man die aufgestellte Lebendfalle unbedingt regelmäßig kontrolliert, sodass Tiere nicht über längere Zeit darin eingesperrt sind. Die Falle sollte möglichst nahe am Nest der Tiere aufgestellt werden. Das kann man über Geräusche, Kot- und Nagespuren finden. Steht die Falle, heißt es warten. Denn es kann ein paar Tage dauern, bis sich das Tier an den neuen Gegenstand gewöhnt hat und sich sicher genug fühlt, hineinzugehen.

Wie bekomme ich die Siebenschläfer weg?

Hat die Falle einmal zugeschnappt, kommt der nächste spannende Teil. Der Siebenschläfer muss ausgesetzt werden. Auch das ist kein ganz einfaches Unterfangen, denn die Tiere haben einen exzellenten Orientierungssinn und kommen gerne dahin zurück, wo sie es sich zuletzt gemütlich gemacht haben. Darum muss man den Siebenschläfer mindestens 20 Kilometer weit weg fahren und dabei am besten noch ein Gewässer überqueren.

Schließlich kann man das Tier in der Natur, am besten am Waldrand, aussetzen. Hier sollte es genug Unterschlupfmöglichkeiten und Futter finden, um zu überleben. Ist ganz sicher auch das letzte Tier fort, sollte man Zugänge zum Haus dauerhaft verschließen, um eine Rückkehr zu vermeiden. Belüftungslöcher und Kamine können mit Gittern versehen werden. Kletterpflanzen am Haus sowie Bäume und Sträucher, die an die Hauswand reichen, erleichtern den Tieren zudem den Zugang. (paw)

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