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Hundeküsse können lebensgefährlich sein: Drei Personengruppen sind gefährdet

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Von: Jasmin Farah

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Hunden gibt man ein Küsschen? Viele Besitzer sind zu vernarrt in ihre Vierbeiner. In Bremen ist das einem Mann zum Verhängnis geworden.

Streicheln, kuscheln, schmusen: Haustiere sind für viele ihrer Besitzer eine große Bereicherung im Leben. Mehrere Studien haben gezeigt, dass Hund, Katze und Co. uns glücklich machen. Demnach sollen sie sogar bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen helfen können. Das kommt nicht von ungefähr: Besonders Hunde gelten bereits seit Jahrtausenden als des Menschen bester Freund. Sie sind unser treuester Begleiter und lieben ihre Besitzer bedingungslos. Das zeigen sie auch gerne, indem sie uns Küsschen geben oder uns, wenn wir mit dem Gesicht zu nahe kommen, abschlecken wollen.

Viele Hundebesitzer sind von der Geste gerührt und lassen das bereitwillig über sich ergehen. Bei anderen wiederum gehört das täglich zum guten Ton. Doch das sollte man besser in Zukunft überdenken, berichtet Landtiere.de.

Hundeküsse können lebensgefährlich sein: Mann starb nach Kontakt mit dem Tier

Bereits 2019 ist bekannt geworden, dass ein Bremer nach dem Schmusen mit seinem Vierbeiner gestorben sein soll. Doch wie ist das passiert? Angeblich sei ihm eine Infektion zum Verhängnis geworden. Demnach sollen Ärzte im Blut des 63-Jährigen das Bakterium Capnocythophaga canimorsus entdeckt haben. Laut dem Roten-Kreuz-Krankenhaus (RKK) kommt das stäbchenförmige Bakterium normalerweise im Maul von Hunden und Katzen vor, genauer in deren Speichel. Es kann unter bestimmten Bedingungen ernsthafte Erkrankungen beim Menschen auslösen.

Ein kleiner Junge küsst einen Welpen.
Wer seinem Hund öfters ein Küsschen gibt, sollte das nochmal überdenken. © YAY Images/Imago

Der Bremer soll aufgrund von Anzeichen einer schweren Blutvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert worden sein, berichtet das Ärzteblatt. Zwei Wochen danach sei er schließlich an multiplem Organversagen gestorben, schreiben die Ärzte im European Journal of Case Reports in Internal Medicine. Eine Behandlung mit Antibiotika hatte nicht angeschlagen. Der Mann soll zuvor von seinem Hund abgeschleckt, aber nicht gebissen worden sein, heißt es weiter. Zudem habe der Mann auch kein geschwächtes Immunsystem aufgewiesen.

Hundeküsse können lebensgefährlich sein: Drei Personengruppen sind gefährdet

Dass diese Liebesgeste allerdings tödlich endet, ist selten, gibt das RKK Entwarnung. Demnach soll nur ein weiterer Fall weltweit bekannt sein, der so geendet ist. War es also nur ein tragischer Zufall? Grundsätzlich sollten Haustierbesitzer Vorsicht walten lassen. Den meisten ist zwar bekannt, dass man sich durch einen Tierbiss mit Erregern infizieren könne, nicht aber durch Lecken. Eine Infektion tritt schließlich ein, wenn letztere in kleine Hautdefekte eindringen können.

Warum es allerdings bei dem gesunden Mann zu solch einem schweren Verlauf gekommen ist, können sich die Ärzte nicht erklären. Meist geschieht das nur, wenn bereits andere Risikofaktoren vorhanden sind, erklärt Martin Langenbeck, Chefarzt der Notaufnahme am RKK, wie etwa:

Daher ist es auch schwierig für Ärzte, pauschal Haustierbesitzern das Schmusen mit ihren Lieblingen zu verbieten. Aber: „Wenn man aber Symptome bekommt, die sehr merkwürdig sind, und man hat ein Haustier, dann sollte man das dem Arzt mitteilen“, meint auch eine RKK-Sprecherin abschließend.

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